Technologie

China landet erstmals Rover auf dem Mars

China feiert die erfolgreiche Landung der Sonde Tianwen-1 auf dem Mars. Es ist das erste Mal, dass das Land auf einem Planeten eine Sonde gelandet hat.
15.05.2021 11:13
Aktualisiert: 15.05.2021 11:13
Lesezeit: 2 min

China ist erstmals eine Landung auf dem Mars gelungen. Das Landemodul des Raumschiffes "Tianwen-1" setzte mit dem Rover "Zhurong" an Bord am Samstag auf der Oberfläche des Roten Planeten auf, wie die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA mitteilte. Die Mission sei "ein voller Erfolg" und ein weiterer "wichtiger Meilenstein" des chinesischen Weltraumprogramms, sagte CNSA-Chef Zhang Kejian laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

"Tianwen-1" war im vergangenen Juli von der Erde aufgebrochen und hatte im Februar die Mars-Umlaufbahn erreicht. Die chinesische Mission ist eine von drei Flügen zum Mars, die im vergangenen Sommer von der Erde gestartet waren. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und die USA hatten damals Raketen Richtung Mars geschickt. Der US-Rover "Perseverance" war bereits im Februar gelandet.

Bislang haben es nur die USA geschafft, Erkundungs-Fahrzeuge auf dem Roten Planeten zum Einsatz zu bringen. Der Sowjetunion gelang in den 70er-Jahren zwar eine Landung, es wurde aber sofort der Kontakt zu der Sonde verloren. Der Flug zum Roten Planeten und die Landung gelten als äußerst schwierig. Von vorausgegangenen Landeversuchen waren nur etwa die Hälfte erfolgreich.

Ein Fallschirm und Bremstriebwerke halfen dabei, die chinesische Sonde abzubremsen. Etwa 100 Meter über der Marsoberfläche schwebte das Fahrzeug zunächst, um Hindernisse zu identifizieren und autonom einen Landeplatz zu finden. Schließlich setze der Lander mit seinen vier Beinen sicher auf der Oberfläche auf.

Das Manöver sei "äußerst kompliziert" gewesen, zitierten Staatsmedien Geng Yan, einen Mitarbeiter des chinesischen Raumfahrtprogramms: "Jeder Schritt hatte nur eine Chance. Die Aktionen waren eng miteinander verbunden. Wenn es nur einen Fehler gegeben hätte, wäre die Landung fehlgeschlagen", sagte Geng.

Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua sprach nach der erfolgreichen Landung vom Beginn eines "neuen Kapitels" in der Erforschung des Weltraums. Chinas Präsident Xi Jinping gratulierte den beteiligten Wissenschaftlern.

Läuft nun alles nach Plan, soll der nach dem chinesischen Feuergott benannte Rover "Zhurong", der in der Region Utopia Planitia aufsetzte, mindestens drei Monate lang arbeiten und Untersuchungen durchführen.

Der Rover wiegt etwa 240 Kilogramm. Er hat sechs Räder und vier Sonnenkollektoren und kann sich auf der Marsoberfläche mit 200 Metern pro Stunde bewegen. Der Rover trägt wissenschaftliche Instrumente mit sich, mit denen etwa Informationen über die Zusammensetzung der Planetenoberfläche, die geologische Struktur und das Klima gesammelt werden sollen.

China treibt sein ambitioniertes Weltraumprogramm immer weiter voran. Nach mehreren erfolgreichen Flügen zum Mond hatte die Volksrepublik Ende April mit dem Bau seiner eigenen Weltraumstation begonnen. Eine Rakete vom Typ "Langer Marsch 5B" brachte das 22 Tonnen schwere Modul "Tianhe" ins All. Es soll das Kernmodul der Raumstation bilden, die "um 2022" fertig gestellt werden soll.

In den kommenden Wochen sollen zwei weitere Raumflüge dicht nacheinander folgen. Im Mai könnte schon das Cargo-Raumschiff "Tianzhou 2" mit Treibstoff und Versorgungsgütern andocken. Auch bereiten sich drei Astronauten vor, an Bord von "Shenzhou 12" möglicherweise im Juni zu "Tianhe" zu fliegen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: US-Aktien legen zu, während sich die Renditen von Staatsanleihen stabilisieren
03.09.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Entwicklungen die US-Märkte beflügelt haben und welche Sektoren jetzt besonders im Rampenlicht...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Hilfe: Deutschland gibt 250 Millionen Euro für Energie-Reparaturen
03.09.2026

Deutschland unterstützt die Ukraine erneut mit einer hohen Millionensumme beim Wiederaufbau beschädigter Energieinfrastruktur. Mit...

DWN
Politik
Politik EU-Haushalt: Diese neuen Steuern liegen auf dem Tisch
03.09.2026

Die EU braucht Geld für den nächsten Siebenjahreshaushalt und für die Rückzahlung der Corona-Schulden. Deshalb liegen nun acht...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konjunktur: Licht am Ende des Tunnels? Ende der vierjährigen Flaute rückt näher
03.09.2026

Nach Jahren der Schwäche kommt überraschend Optimismus für die deutsche Wirtschaft auf. Führende Institute heben ihre Prognosen für...

DWN
Politik
Politik Goethe-Institute vor dem Aus: Moskau verschärft Konflikt mit Berlin
03.09.2026

Nach der Schließung des Russischen Hauses in Berlin droht Moskau mit der Schließung der Goethe-Institute in Russland. Außenminister...

DWN
Politik
Politik KI und Jobs im Umbruch: SPD sucht Antworten auf die Arbeitswelt von morgen
03.09.2026

Die SPD-Bundestagsfraktion will klären, wie Politik auf den schnellen Wandel durch Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt reagieren...

DWN
Panorama
Panorama Strom, Bahn, Flughafen: 10 Fälle von Sabotage in Deutschland
03.09.2026

Anschläge und Anschlagsversuche auf Stromnetze, Bahnstrecken und Flughäfen sind in Deutschland keine Thriller-Fantasien mehr. Auch...

DWN
Finanzen
Finanzen Legende Warren Buffett hielt lange am Geld fest – jetzt sorgt er mit einer großen Investition für Aufsehen
03.09.2026

Warren Buffett hat jahrelang mehr Aktien verkauft als gekauft und bei Berkshire Hathaway einen gigantischen Geldberg aufgebaut. Nun sorgt...