Wirtschaft

EY-Analyse: Deutsche Autobauer verlieren Umsatz und hinken hinterher

Fehlstart ins Jahr: Während die internationale Konkurrenz beim Umsatz zulegen kann, verlieren Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW deutlich an Boden. Eine neue EY-Analyse zeigt, dass die deutschen Autohersteller im ersten Quartal im weltweiten Vergleich hinterherhinken.
05.06.2026 15:12
Lesezeit: 2 min

Deutsche Hersteller im Minus

Die deutschen Autohersteller haben zum Jahresbeginn beim Umsatz im Vergleich zur internationalen Konkurrenz an Boden verloren. Das geht aus einer Analyse der weltweit 19 größten Automobilhersteller durch die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervor. Die Umsätze von Volkswagen , Mercedes-Benz und BMW sanken demnach von Januar bis März dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,3 Prozent. Alle betrachteten Hersteller kamen gemeinsam hingegen auf ein Plus von 1,7 Prozent.

Gewinne brechen ein – Internationale Konkurrenz wächst

Ein Umsatzplus von 6,7 Prozent verzeichneten dabei die beiden anderen europäischen Hersteller Stellantis und Renault . US-Hersteller konnten um fünf Prozent zulegen, japanische Autobauer um 4,3 Prozent. Ein Minus von 1,4 Prozent verbuchten dagegen die chinesischen Autohersteller.

Beim operativen Gewinn (Ebit) ging die Schere deutlich weiter auseinander, wobei hier Sondereffekte eine Rolle spielten. Insgesamt ging er um 32,4 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro zurück. Allerdings habe der japanische Hersteller Honda Abschreibungen auf E-Autos in Milliardenhöhe vorgenommen, teilte ein EY-Sprecher mit. Der operative Gewinn der deutschen Hersteller ging demnach um 23,3 Prozent zurück, die Chinesen verzeichneten gar ein Minus von 43,4 Prozent. Die US-Hersteller Ford , General Motors und Tesla erreichten hingegen ein Plus von 82,9 Prozent.

Gründe für US-Wachstum

Ein Grund für das deutliche Gewinnwachstum der US-Hersteller seien neben der Abschirmung des US-Markts gegen Produkte aus dem Ausland unter anderem teilweise gekippte Einfuhrzölle, die zu hohen Rückzahlungen an die Hersteller führten, sagte EY-Autoexperte Constantin Gall einer Mitteilung zufolge.

"Die gesamte deutsche Autoindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel: wegfallende Auslandsmärkte, teure Überkapazitäten, hohe Software-Investitionen und ein langsamer Hochlauf der Elektromobilität belasten die Ergebnisse", sagte Gall. Zudem sähen sich die deutschen Autokonzerne enormem Gegenwind ausgesetzt, sowohl in den USA als auch in China.

Problemfall China

In China hatten die drei deutschen Autobauer der Analyse zufolge im ersten Quartal einen Absatzrückgang von 16 Prozent verzeichnet. "China bleibt eines der größten Probleme für die deutschen Konzerne", sagte Gall. Der Markt sei extrem wettbewerbsintensiv und hochpreisige Premium-Fahrzeuge verkauften sich aufgrund der schwachen Konjunktur schlecht. Im wachsenden Elektrosegment bevorzugten die Chinesen einheimische Marken. "Da gibt es für die westlichen Hersteller aktuell wenig zu gewinnen", so Gall.

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