Politik

Lindner: Zinsausgaben des Bundes haben sich verzehnfacht

Die Zinslast des Bundes steigt rapide an. Ein Ökonom macht der Merkel-Regierung Vorwürfe.
27.02.2023 09:37
Aktualisiert: 27.02.2023 09:37
Lesezeit: 1 min

Die Ausgaben des Bundes für Kreditzinsen haben sich laut Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) innerhalb von zwei Jahren verzehnfacht - von rund vier Milliarden Euro 2021 auf rund 40 Milliarden Euro im laufenden Jahr. „Das ist Geld, das an anderer Stelle fehlt“, sagte Lindner der Bild-Zeitung. Debatten um ein Aussetzen der Schuldenbremse halte er vor diesem Hintergrund für „ökonomisch verfehlt.“

Im Kampf gegen die Inflation hat die Europäische Zentralbank (EZB) seit dem Sommer 2022 die Leitzinsen kontinuierlich angehoben. Dadurch steigen auch die Zinsen, die der Bund für seine Kredite in Form von Bundesanleihen zahlen muss. Für viele Jahre nach der Finanzkrise 2008 waren sie im Vergleich zu heute kaum ins Gewicht gefallen.

Für ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski beruhen die stark steigenden Kosten der Staatsverschuldung auch auf einer mangelhaften Finanzplanung von Lindners Amtsvorgänger, dem heutigen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): „Der Bund zahlt jetzt den Preis dafür, dass die Phase der negativen Zinsen nicht genutzt wurde, um geschickt umzuschulden“, sagte Brzeski der Zeitung. „Die meisten europäischen Länder waren da klüger und haben auf längere Verschuldung umgeschichtet.“

Die Bundesregierung hatte im Zuge der Corona-Pandemie in massivem Umfang Neuschulden aufgenommen, um die von ihr selbst verfügten Lockdowns und Schließungen in der Wirtschaft zu finanzieren. Die Gelder wurden meist in Nebenhaushalten und Schatten-Budgets eingelagert.

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