Finanzen

Dollar-Anteil in Währungsreserven sinkt unablässig weiter

Der Niedergang der Weltleitwährung schreitet voran. Der Anteil des Dollars in den globalen Währungsreserven ist auf den niedrigsten Stand seit 1994 gesunken.
Autor
04.04.2023 15:08
Aktualisiert: 04.04.2023 15:08
Lesezeit: 2 min

Der Anteil des US-Dollars in den globalen Währungsreserven ist zum Ende des vierten Quartals auf 58,4 Prozent gesunken, wie die neuen COFER-Daten des IWF zeigen. Dies ist der niedrigste Stand seit 1994.

Noch Ende der 1970-er Jahre betrug der Anteil des Dollars in den globalen Währungsreserven rund 85 Prozent. Doch als dann die Inflation in den USA explodierte, bekamen andere Zentralbanken kalte Füße und begannen, sich von auf Dollar lautenden Wertpapiere zu trennen.

In den 1980-er Jahren sank die Inflation in den USA wieder. Aber die Welt brauchte eine lange Zeit, bis sie wieder Vertrauen in den Dollar hatte. Der Anteil des Dollars an den globalen Währungsreserven sank weiter und erreichte erst im Jahr 1991 mit einem Anteil von 46 Prozent seinen Tiefpunkt.

Im weiteren Verlauf der 1990-er Jahre stieg der Dollar-Anteil dann wieder, bis der Euro eingeführt wurde und einen größeren Anteil an den globalen Währungsreserven für sich beanspruchte. Seitdem geht es mit Dollar mehr oder weniger kontinuierlich bergab.

Der US-Dollar in den Währungsreserven bedeutet, dass ausländische Zentralbanken und andere ausländische offizielle Institutionen auf US-Dollar lautende Vermögenswerte halten. Dabei handelt es sich meist um US-Staatsanleihen, aber auch um US-Unternehmensanleihen oder hypothekarisch gesicherte Wertpapiere.

Diese Institutionen halten auch andere Devisenreserven als Dollar-Vermögenswerte. Bestände in der eigenen Landeswährung werden jedoch nicht zu den Devisenreserven gezählt. Entsprechend werden auch die auf Dollar lautenden Bestände der Federal Reserve bei den Währungsreserven nicht berücksichtigt.

In Dollar ausgedrückt hielten ausländische Zentralbanken Ende des vierten Quartals 6,47 Billionen Dollar an auf Dollar lautenden Vermögenswerten. Auch wenn der Anteil des Dollars seit 2014 sinkt, sind die Dollar-Bestände von 4,4 Billionen Dollar im Jahr 2014 auf 7,1 Billionen Dollar im dritten Quartal 2021.

Erst ab dem 4. Quartal 2021, als die Fed begann, über das Ende der lockeren Geldpolitik zu sprechen und Zinserhöhungen einzuleiten, wurde ein Rückgang der Dollar-Bestände um 621 Milliarden Dollar verzeichnet, wie Wolfstreet.com bemerkt.

Der Euro ist die zweitgrößte Reservewährung, mit einem Anteil von 20,5 Prozent Ende des vierten Quartals. Der Yen, die drittgrößte Reservewährung, hatte einen Anteil von 5,5 Prozent. Das britische Pfund, die viertgrößte Reservewährung, hatte einen Anteil von 4,9 Prozent.

Der chinesische Renminbi, die fünftgrößte Reservewährung, hat im vergangenen Jahr etwas an Boden verloren. Sein Anteil ist bis Ende des vierten Quartals auf 2,7 Prozent gesunken. Bei diesem Tempo wird der Yuan dem Dollar als Reservewährung in den nächsten Jahrzehnten keine Konkurrenz machen.

Auf den folgenden Plätzen 6,7 und 8 rangieren der kanadische Dollar (2,4%), der australische Dollar (2,0%) und der Schweizer Franken (0,2%). Und dann gibt es noch einige Währungen mit einem noch kleinern Anteil, die alle zusammen einen Anteil von 3,4 Prozent ausmachen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft E20-Benzin wartet auf grünes Licht: Wird der Kraftstoff günstiger?
20.10.2026

Drei deutsche Europaabgeordnete fordern Brüssel auf, E20-Benzin einzuführen. Sie argumentieren unter anderem damit, dass ein höherer...

DWN
Finanzen
Finanzen Der Markt hat den Verstand verloren: Ich kaufe heute Micron-Aktien nach
20.10.2026

Die Micron-Aktie ist seit ihrem Sommerhoch um fast 30 Prozent gefallen, allein in fünf Handelstagen verlor sie rund 15 Prozent. Technische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Energiewende: Zehn zentrale Erfolge und Lehren für Europa
20.10.2026

China hat seine Energiewende eng mit Industriepolitik und Versorgungssicherheit verknüpft. Das Ergebnis ist widersprüchlich, aber...

DWN
Politik
Politik Sonntagsumfrage: AfD bleibt stärkste Kraft
20.10.2026

Die AfD liegt in der YouGov-Umfrage weiter vorn, während sich bei mehreren Parteien kaum etwas bewegt. Welche Verschiebungen es im...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Traditionsunternehmen Miele: Mittelständler mit Milliarden-Umsatz - Chef stirbt im Alter von 98 Jahren
20.10.2026

Als Hersteller für Haus- und Gewerbegeräte ist Miele weltweit bekannt. In Westfalen wurde das Traditionsunternehmen 1899 gegründet. Als...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Industrie: Rapider Stellenabbau von fast einer halben Million Arbeitsplätze
20.10.2026

Die deutsche Wirtschaft erlebt einen verschärften Strukturwandel: Die Industrie hat seit 2019 knapp eine halbe Million...

DWN
Finanzen
Finanzen Steueroasen und Briefkastenfirmen: Datenträger führt zu 398 Verdachtsfällen in Deutschland
20.10.2026

Ein Datenträger mit mehr als drei Millionen Dateien führt die Ermittler zu 398 Verdachtsfällen in Deutschland. Nun müssen die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Temu und Shein werden teurer: EU kassiert ab November zusätzlich
20.10.2026

Ein paar günstige Produkte aus China bestellen und dabei kräftig sparen? Das könnte sich für deutsche Verbraucher bald weniger lohnen....