Politik

Israel verwehrt saudischem Palästina-Botschafter Sitz in Jerusalem

Israel hat Jerusalem als Stützpunkt für den neuen saudischen Botschafter für die Palästinenser abgelehnt. Eine Normalisierung der Beziehungen bleibt in weiter Ferne.
13.08.2023 15:20
Lesezeit: 2 min

Israel lehnt die Einrichtung eines für die Palästinensische Autonomiebehörde zuständigen Generalkonsulates von Saudi-Arabien in Jerusalem ab. "Wir werden nicht zulassen, dass in Jerusalem irgendeine Art von diplomatischer Mission eröffnet wird", sagte der israelische Außenminister Eli Cohen am Sonntag dem Radiosender 103 FM.

Am Samstag hatte Saudi-Arabien erstmals einen Botschafter für die Palästinensische Autonomiebehörde ernannt. Das Amt wird vom saudischen Botschafter in Jordanien, Najef al-Sudairi, zusätzlich übernommen, denn der Gesandte bleibt Vertreter seines Landes in Jordanien. Die Botschaft in Amman teilte mit, Al-Sudairi werde auch als Generalkonsul in Jerusalem tätig sein.

Cohen sagte, die Ernennung von Al-Sudairi sei nicht mit Israel abgestimmt worden, sah aber einen möglichen Zusammenhang mit den Normalisierungsaussichten. "Hinter dieser Entwicklung steckt, dass die Saudis vor dem Hintergrund der Fortschritte in den US-Gesprächen mit Saudi-Arabien und Israel den Palästinensern die Botschaft übermitteln wollen, dass sie sie nicht vergessen haben", so der israelische Außenminister.

Saudi-Arabien hat Israel bislang nicht als Staat anerkannt und die Sache der Palästinenser unterstützt. Zuletzt hatte sich das Verhältnis zwischen Israel und Saudi Arabien nach amerikanischer Vermittlung aber etwas entspannt. Die Regierung in Riad hat im vergangenen Jahr erstmals den Weg für Direktflüge aus Israel ins Land freigemacht.

Die Palästinenserregierung unter Präsident Mahmud Abbas strebt die Errichtung eines Staates an, der das von Israel besetzte Westjordanland umfassen und Ostjerusalem als Hauptstadt erhalten soll. Israel betrachtet allerdings Jerusalem als seine eigene Hauptstadt. Dies hatten die USA unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump 2017 auch anerkannt. Andere Staaten verweigerten jedoch diesen Schritt.

Israels Regierung mit nationalistischen und ultrareligiösen Koalitionspartnern hat bislang größere Zugeständnisse an die Palästinenser als Gegenleistung für eine Normalisierung der Beziehungen mit Saudi-Arabien abgelehnt. Die Regierung in Riad hat die Anerkennung Israels allerdings an die Bedingung geknüpft, dass das Ziel eines Palästinenser-Staates berücksichtigt wird.

Erschwert wird ein möglicher Kompromiss auch auf Seiten der Palästinenser, die in die verfeindeten Lager Hamas und Fatah aufgespalten sind. Die radikalislamische Hamas herrscht im Gazastreifen, die Fatah von Abbas in den übrigen Palästinensergebieten.

Bassam Al-Agha, der palästinensische Botschafter in Riad, wertete die Ernennung Al-Sudairis als saudische Bestätigung der palästinensischen Eigenstaatlichkeit und "Ablehnung dessen, was der ehemalige US-Präsident Trump angekündigt hatte". Dies bedeute eine Fortsetzung der saudi-arabischen Positionen, sagte Al-Agha gegenüber Voice of Palestine Radio. (Reuters/gu)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Greg Abel vor Bewährungsprobe: Anleger prüfen Berkshire Hathaway-Aktie
17.05.2026

Die Berkshire Hathaway-Aktie steht nach dem Machtwechsel von Warren Buffett zu Greg Abel vor einer neuen Vertrauensprobe. Kann der Konzern...

DWN
Politik
Politik Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Kommission pocht auf Reformen bei ARD und ZDF
17.05.2026

Gehälterdeckel, Beitragsbremse, mehr Sparsamkeit: Eine Enquete-Kommission in Sachsen-Anhalt hat vor der Landtagswahl ehrgeizige Pläne...

DWN
Finanzen
Finanzen Trauringe aus Gold: Nachhaltig und fair Gold kaufen
17.05.2026

Viele Paare wünschen sich Trauringe aus Gold - möglichst hochwertig und langlebig. Doch die Herkunft des Edelmetalls spielt eine...

DWN
Panorama
Panorama Deutsche Bahn startet günstiges Familienticket für Sommerreisen
17.05.2026

Mit einem neuen Familienticket will die Deutsche Bahn Familien in den Sommerferien entlasten. Für unter 100 Euro sind Hin- und...

DWN
Immobilien
Immobilien Marode Gebäude und Brücken: Sanierungsstau in Berlin erreicht neue Dimensionen
17.05.2026

Von der Technischen Universität bis zum Schloss Bellevue: In Berlin häufen sich gravierende Baumängel und kostspielige...

DWN
Technologie
Technologie KI-Arbeitswelt: Wie Algorithmen den Menschen zur Restgröße machen
17.05.2026

Künstliche Intelligenz verspricht Entlastung, Effizienz und neue Chancen. Doch in der KI-Arbeitswelt zeigt sich eine andere Realität:...

DWN
Finanzen
Finanzen Eurokurs schwächelt weiter: Warum Währungsschwankungen für Unternehmen teuer werden
17.05.2026

Der Eurokurs steht seit vielen Monaten unter Druck – und für Unternehmen kann das langsam zum Problem werden. Zwischen geopolitischen...

DWN
Panorama
Panorama Trügerische Sicherheit: Warum Ihr Lieblingspasswort eine Gefahr ist
16.05.2026

Die meisten Internetnutzer wiegen sich in Sicherheit, während sie Hackern die Tür sperrangelweit offen stehen lassen. Obwohl die...