Politik

UN-Beamter: Aserbaidschan muss Blockade von armenischer Exklave sofort aufheben

Seit Monaten blockiert Aserbaidschan den einzigen Zugang zum armenisch bewohnten Berg-Karabach und nimmt damit eine humanitäre Katastrophe in Kauf.
22.08.2023 12:02
Aktualisiert: 22.08.2023 12:02
Lesezeit: 1 min

Ein hochrangiger UN-Beamter teilte dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 16. August mit, dass die Lieferung humanitärer Hilfsgüter an Berg-Karabach durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) über alle verfügbaren Routen sofort wieder aufgenommen werden müsse.

Edem Wosornu sagte, das IKRK tue alles, was es könne, könne aber nur den dringendsten Bedarf decken, berichtet Oilprice. „Andere unparteiische humanitäre Hilfe muss auch die Zivilbevölkerung erreichen können, die sie benötigt, und es muss eine nachhaltige Lösung für den sicheren und regelmäßigen Transit von Menschen und Gütern gefunden werden“, sagte Wosornu.

Wosornu sprach auf einer Dringlichkeitssitzung über die sich verschlechternde humanitäre Lage in Aserbaidschans überwiegend armenisch besiedelter abtrünniger Region Berg-Karabach.

Das Treffen im UN-Hauptquartier in New York City fand statt, nachdem der armenische UN-Botschafter Mher Margarian in einem Brief an den Sicherheitsrat gesagt hatte, dass die Bevölkerung von Berg-Karabach „am Rande einer umfassenden humanitären Katastrophe“ stehe.

Aserbaidschaner blockieren seit Monaten den Latschin-Korridor, der Armeniens einziger Zugang zu Berg-Karabach ist. Beobachter beschreiben die Lage in Berg-Karabach als katastrophal. Es fehlt demnach etwa an Lebensmitteln und Medikamenten.

Die beiden ehemals sowjetischen Länder kämpfen seit Jahrzehnten um die Region Berg-Karabach, die zwar auf aserbaidschanischem Gebiet liegt, aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt wird. Trotz eines Waffenstillstands kommt es immer wieder zu Gefechten.

Schüsse an der Grenze

In Armenien waren Mitte August unweit der Grenze zu Aserbaidschan EU-Beobachter unter Beschuss geraten. Das armenische Verteidigungsministerium warf Aserbaidschan vor, nahe des Ortes Werin Schorscha im Gebiet Gegarkunik das Feuer auf ein Patrouillen-Fahrzeug der Europäer eröffnet zu haben. Aserbaidschan wies die armenischen Vorwürfe zurück.

Die EU-Mission in Armenien (EUMA) schrieb auf der früher als Twitter bekannten Online-Plattform X lediglich, dass „eine EUMA-Patrouille bei dem Schießerei-Vorfall in unserem Verantwortungsbereich anwesend war“. Es sei keiner der Mitarbeiter verletzt worden. Die Mission äußerte sich zunächst nicht dazu, wer das Feuer eröffnete und ob das Auto gezielt angegriffen wurde.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen XRP-Ledger-Transaktionsvolumen überschreitet die Marke von 1 Million

Analysten erwarten ein Aufwärtspotenzial von 100%. XRP Wie können Inhaber neue passive Einkommensquellen schaffen?

DWN
Panorama
Panorama Fußball-WM 2026: Milliarden fließen in wenige Taschen
15.06.2026

Die in Nordamerika beginnende Fußball-WM 2026 ist größer als je zuvor. Von den astronomischen Einnahmen dieses Sportfestes profitieren...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Leitzins angehoben: Wer sind die Verlierer und Gewinner?
15.06.2026

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins für die Eurozone am vergangenen Donnerstag angehoben. Für Sparer, Kreditnehmer, Staaten und...

DWN
Politik
Politik Europäische Schlüsselstaaten wollen Kaja Kallas’ Macht beschneiden
15.06.2026

Mehrere Mitgliedstaaten der Europäischen Union, allen voran Deutschland und Frankreich, suchen nach Möglichkeiten, die Macht der Hohen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investoren verlieren Geduld: Merz-Beauftragter Blessing warnt vor Ernüchterung
15.06.2026

Deutschland gilt international weiterhin als verlässlicher und stabiler Standort. Dennoch wächst bei manchen Investoren die Skepsis...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft USA-Iran-Abkommen: Kommt jetzt die Entlastung bei den Spritpreisen?
15.06.2026

Die Einigung zwischen den USA und dem Iran sorgt weltweit für Aufmerksamkeit – auch an den Energiemärkten. Experten sehen Chancen auf...

DWN
Politik
Politik Ukraine entwickelt kostengünstige Alternative zu US-amerikanischen Patriot-Raketen
15.06.2026

Die Ukraine hat eine neue Luftabwehrrakete getestet, die eine kostengünstigere und für die Serienfertigung geeignete Alternative zum...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie kaufen? Der Superzyklus steht erst am Anfang
15.06.2026

Der Wert der Rheinmetall-Aktie hat sich seit 2022 bereits vervielfacht. Russlands Krieg gegen die Ukraine, Europas Aufrüstung und...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX, Anthropic und OpenAI in Ihrem ETF-Fonds? Vielleicht schneller, als Sie denken
15.06.2026

Während Tesla ein ganzes Jahrzehnt gebraucht hat, um in den S&P 500 und damit in passiv verwaltete ETF-Fonds aufgenommen zu werden,...