Politik

EU meldet für 2023 deutlich über eine Million Asylanträge

Die Zahl der Asylbewerber ist nach Angaben der Asylagentur der Europäischen Union (EUAA) 2023 massiv gestiegen. Am stärksten betroffen ist demnach Deutschland.
25.12.2023 10:25
Lesezeit: 2 min
EU meldet für 2023 deutlich über eine Million Asylanträge
Auch unter der Ampel-Koalition bleiben die Asylanträge auf einem hohen Niveau. (Foto: dpa) Foto: Patrick Pleul

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland und Europa ist nach Angaben der Asylagentur der Europäischen Union (EUAA) in diesem Jahr massiv gestiegen. Allein im Oktober habe die Behörde mit rund 123.000 Anträgen den höchsten Monatswert seit sieben Jahren registriert, sagte EUAA-Direktorin Nina Gregori den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagausgaben) laut Vorabbericht. Die Gesamtzahl der Asylanträge in der EU werde 2023 "deutlich über einer Million" liegen.

Mit einer Entspannung rechnet Gregori nicht, im Gegenteil: "Die Welt um uns herum wird immer instabiler. Das Schutzbedürfnis der Flüchtlinge wird daher auch 2024 und darüber hinaus nicht abnehmen, sondern zum Teil sogar zunehmen." 2024 werde ein "herausforderndes Jahr".

In der EU wurden dem Bericht zufolge bis Ende Oktober insgesamt rund 937.000 Anträge registriert - ein Plus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allein in Deutschland zählte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) den Zeitungen zufolge bis Ende November 325.801 Asylanträge - ein Plus von 52 Prozent im Vergleich zu den ersten elf Monaten des Vorjahres. Deutschland bleibe das Hauptzielland für Asylsuchende in der EU, erklärte die EU-Asylagentur.

Im Oktober entfielen laut EUAA 27 Prozent aller Asylanträge auf Deutschland - mehr als auf die zweit- und drittplatzierten Länder Frankreich und Italien zusammen. Auch die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine ist weiter gestiegen. Ende Oktober seien 4,16 Millionen Ukrainer in der EU registriert gewesen, die hier vorübergehenden Schutz genössen - 320.000 mehr als im Januar, sagte Gregori. Deutschland sei Ende Oktober mit rund 1,17 Millionen ukrainischen Flüchtlingen das wichtigste Aufnahmeland in der EU, Polen mit 957.000 Ukrainern das zweitwichtigste.

Gregori begrüßte die jüngste Einigung auf eine Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems. Gleichzeitig dämpfte sie Hoffnungen auf rasche Erleichterungen: "Der neue Pakt ist kein Allheilmittel. Niemand sollte eine sofortige Veränderung erwarten, auch nicht bei der zahlenmäßigen Entwicklung der Asylanträge." Aber der vereinbarte Asyl- und Migrationspakt "sendet eine sehr klare Botschaft, dass die EU hart gegen jene vorgehen wird, die den Flüchtlingsschutz missbrauchen wollen, auch gegen Schlepper". Gleichzeitig verpflichte sich die EU, ein nachhaltiges und hoffentlich zukunftssicheres Schutzsystem von Weltrang für diejenigen zu schaffen, die es wirklich brauchen. (Reuters)

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