Immobilien

Heizungsförderung 2024: Anträge für den Heizungstausch ab heute möglich

Bis zu 70 Prozent Förderung gibt es vom Staat für eine neue klimafreundlichere Heizung. Ab heute können entsprechende Anträge bei der staatlichen Förderbank KfW gestellt werden. Wer seine Öl- oder Gasheizung aber weiternutzen will, kann dies vorerst noch tun.
27.02.2024 17:00
Lesezeit: 2 min
Heizungsförderung 2024: Anträge für den Heizungstausch ab heute möglich
Wer seine alte fossile Heizung mit einer Wärmepumpe ersetzen will, der kann jetzt umfangreiche Fördermittel beantragen. (Foto: dpa) Foto: Felix Hörhager

Austausch von alt gegen neu mit staatlicher Unterstützung: Seit Dienstag können Hausbesitzer, die auf klimafreundlichere Heizungen umsteigen wollen, Anträge auf Zuschüsse bei der Förderbank KfW stellen. Zunächst gilt die Förderung für Eigentümer von bestehenden Einfamilienhäusern, die diese selbst bewohnen.

Zuschüsse konnten der KfW zufolge ab 8.00 Uhr beantragt werden. Interessenten, die früher dran waren, wurden in einen virtuellen Warteraum geleitet. Nach dem Start wurde die virtuelle Warteschlange schnell kleiner, so dass ein Zugang zum Portal innerhalb von Minuten möglich war. Hauseigentümer können bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten beantragen.

Seit Jahresbeginn gilt das Heizungsgesetz der Ampel-Koalition. Die Bundesregierung will mit der Reform für mehr Klimaschutz die Wärmewende im Gebäudebereich voranbringen und Verbraucher vor Preissprüngen bei Öl und Gas schützen, wenn die CO2-Preise in den kommenden Jahren steigen.

Über das Heizungsgesetz hatte es monatelang erbitterten Streit gegeben. Die immensen Sanierungskosten sind insbesondere bei älteren Objekten und im ländlichen Raum ein Problem. Vorerst gilt: Funktionierende Heizungen können weiterbetrieben werden. Das gilt auch, wenn eine Heizung kaputtgeht, aber noch repariert werden kann. Vorgeschrieben ist seit 1. Januar lediglich, dass Neubauten in Neubaugebieten Heizungen mit einem Anteil von 65 Prozent erneuerbarer Energien an der Gesamtleistung haben müssen.

Grundförderung

Voraussetzung für Zuschüsse der KfW in bestehenden Einfamilienhäusern ist ein «abgeschlossener Lieferungs- oder Leistungsvertrag» mit einem Fachunternehmen für den Heizungstausch. Es gibt eine Grundförderung von 30 Prozent der Investitionskosten für den Austausch alter, fossiler Heizungen durch neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien. Dazu zählen Wärmepumpen, solarthermische Anlagen oder Biomasseheizungen.

Für Wärmepumpen, die als Wärmequelle Wasser, Erdreich oder Abwasser nutzen oder ein natürliches Kältemittel einsetzen, gibt es einen Effizienz-Bonus von zusätzlich fünf Prozent.

Einkommens- und Geschwindigkeitsbonus

Zusätzlich gibt es einen Einkommensbonus von 30 Prozent der Investitionskosten. Diesen bekommen Hauseigentümer, die selbst dort wohnen, mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis zu 40 000 Euro.

Hinzu kommt ein Geschwindigkeitsbonus von 20 Prozent der Investitionskosten als Anreiz für eine schnelle Umrüstung. Der Bonus wird für den Austausch funktionstüchtiger Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizungen sowie mehr als 20 Jahre alter Biomasse- und Gasheizungen durch eine klimafreundliche Heizung gewährt. Ab 2029 verringert sich der Bonus kontinuierlich.

Die Boni können bis zu einem Höchstfördersatz von 70 Prozent kombiniert werden. Die maximal förderfähigen Investitionskosten für den Heizungstausch liegen bei 30 000 Euro für ein Einfamilienhaus. In diesem Falle liegt der Höchstbetrag für die Förderung bei 21 000 Euro. Für Biomasseheizungen wird ein Zuschlag von 2500 Euro gewährt, wenn sie einen bestimmten Staub-Emissionsgrenzwert einhält.

Ausweitung im Laufe des Jahres

Zusätzlich können Hausbesitzer, die eine Zusage für den Heizungstausch von der KfW haben, seit Dienstag einen zinsgünstigen KfW-Förderkredit bei einem Kreditinstitut beantragen - in der Regel bei der Hausbank.

Im Laufe des Jahres wird die Förderung schrittweise ausgeweitet, unter anderem auf Eigentümer und Eigentümerinnen von Mehrfamilienhäusern sowie Vermieter von Einfamilienhäusern. Diejenigen, die derzeit noch keine Anträge stellen können, können mit dem Projekt bereits starten. Wird mit dem Vorhaben bis zum 31. August begonnen, kann der Antrag bis zum 30. November nachgeholt werden.

Zuschüsse gibt es, solange die Fördermittel nicht ausgeschöpft sind. Insgesamt stellt der Bund in diesem Jahr mehr als sechs Milliarden Euro an Zuschüssen und zinsverbilligten Krediten für neue klimafreundlichere Heizungen bereit. (dpa)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (09/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Geran-5: Wie die Ukraine auf Russlands schnelle Drohne reagiert
28.09.2026

Russlands schnelle Angriffsdrohnen stellen die ukrainische Luftverteidigung vor ein neues Problem. Während ältere Geran-5-Modelle...

DWN
Politik
Politik Europa schließt Fabriken und träumt von strategischer Autonomie
28.09.2026

Da es keine Antwort auf die heute und jetzt hohen Energiepreise gibt, zu denen auch die Politik der EU beigetragen hat, verkauft Ursula von...

DWN
Politik
Politik Verteidigungsfähigkeit: Bericht zu Verteidigungsbereitschaft der EU offenbart Lücken
28.09.2026

Signifikante Lücken bei der Luftverteidigung, bei Drohnen und bei Munitionsbeständen: Vor dem Treffen der europäischen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Milliardeninvestition richtet Hunderte Satelliten auf Putin
28.09.2026

Die finnische Satellitenfirma Iceye spielt bereits eine wichtige Rolle für die Ukraine und ihre Angriffe auf russische Ziele. Nun will das...

DWN
Politik
Politik Erneuerbare Energien: Solarstromproduktion übertrifft Vorjahreswert
28.09.2026

Bereits Ende September hat die Solarstromproduktion in Deutschland den Vorjahreswert übertroffen. Welche Faktoren zu diesem Rekord...

DWN
Finanzen
Finanzen Weltweite Schulden mit Gold tilgen? Dann müsste es 400.000 Dollar kosten
28.09.2026

Die Goldpreise erreichen 2026 Rekordstände. Doch was wäre, wenn Staaten ihre Schulden theoretisch mit ihren Goldreserven decken wollten?...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-China-Handelskonflikt: Expertin warnt vor 50 verlorenen Jahren
28.09.2026

Chinas Exportmaschine setzt Europas Industrie zunehmend unter Druck, und ausgerechnet Deutschland trifft der neue Wettbewerb besonders...

DWN
Politik
Politik Klima-Transformation: Das steckt hinter dem Umbau der Stahlindustrie
28.09.2026

Weg von Kohle, hin zu Wasserstoff: Die deutsche Stahlindustrie steckt Milliarden in die Produktion von grünen Stahl. Doch die...