Politik

Außenministerin Baerbock: Seegerichtshof in Hamburg wird an Bedeutung gewinnen

In Hamburg informiert sich die Außenministerin bei ihrer Sommerreise über die Arbeit des Internationalen Seegerichtshofs. Anschließend geht es in den Hafen. Es geht auch um China.
26.07.2024 14:43
Lesezeit: 1 min
Außenministerin Baerbock: Seegerichtshof in Hamburg wird an Bedeutung gewinnen
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Grüne) mit Tomas Heidar, Präsident des Internationalen Seegerichtshofs, und Ximena Hinrichs Oyarce, Kanzlerin am Seegerichtshof. (Foto: dpa), Foto: Christian Charisius

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) geht davon aus, dass der Internationale Seegerichtshof (ISGH) in Hamburg angesichts weltweiter Krisen weiter an Bedeutung gewinnt. „Der Schutz des Seerechtsübereinkommens ist zentral. Wir erleben gerade, wie diese internationalen Regeln auf hoher See angegriffen werden“, sagte die Grünen-Politikerin beim Besuch des ISGH in Hamburg. Umso wichtiger sei es, dass es nicht nur Verträge zum Schutz des freien Warenverkehrs und der freien Seefahrt gebe, „sondern auch Gerichte, den internationalen Seegerichtshof, der bei Streitigkeiten dafür dann ein gemeinsames Verständnis schafft“.

Baerbock ließ sich von Präsident Tomas Heidar über die Arbeit der Richterinnen und Richter informieren. Der Gerichtshof ist zentraler Bestandteil eines Streitbeilegungssystems, dem sich die Vertragsstaaten für alle zwischen ihnen entstehenden Streitigkeiten über Auslegung oder Anwendung des Seerechtsübereinkommens unterworfen haben.

Flaggschiff des Völkerrechts

Baerbock nannte den ISGH „das Flaggschiff für das Völkerrecht hier bei uns in Deutschland“, das vielleicht nicht sehr bekannt, aber für die regelbasierte internationale Ordnung von großer Bedeutung sei. Der freie Warenverkehr sei essenziell, auch für die wirtschaftliche Entwicklung. „Das ist in letzter Zeit auch immer eine größere Herausforderung geworden“, ergänzte sie mit Blick etwa auf die Angriffe der Huthi-Miliz auf Frachtschiffe im Roten Meer oder die Lage im Indopazifik, wo es Territorialstreitigkeiten mit China gibt.

Das Gericht stelle sich auch großen weiteren Herausforderungen wie dem Schutz der Meere und den auch dort spürbaren Klimaauswirkungen, sagte Baerbock. „Das heißt, dieses Gericht wird in Zukunft von noch größerer Bedeutung sein“, ergänzte die Außenministerin.

Der Seegerichtshof in der Hansestadt besitzt Zuständigkeiten auch bei Streitigkeiten im Meeresbodenbergbau. Er ist zudem bindend zuständig bei Dringlichkeitsverfahren zur sofortigen Freigabe eines von einem anderen Staat zurückgehaltenen Schiffes, falls sich die beteiligten Staaten nicht innerhalb von zehn Tagen einigen können.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Immobilien
Immobilien Hitzeschutz: So bewahren Sie auch ohne Klimaanlage einen kühlen Kopf 
03.10.2026

Deutschland hat einen der heißesten Sommer hinter sich - und es wird nicht der letzte gewesen sein. Um sich in Gegenwart und Zukunft gegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nissan Qashqai im Test: Elektrogefühl ohne Ladekabel
03.10.2026

Der Nissan Qashqai e-Power ist ein Hybrid, funktioniert aber anders als die meisten Konkurrenten. Die Räder treibt immer ein Elektromotor...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI und Arbeitsmarkt: Der Effizienzboom könnte den Fachkräftemangel verschärfen
03.10.2026

Künstliche Intelligenz macht Unternehmen schneller und produktiver. Doch ausgerechnet junge Berufseinsteiger könnten dafür einen hohen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wann lag die Inflation im Euroraum zuletzt bei vier Prozent?
03.10.2026

Zehn Wendepunkte zeigen, wie schnell eine Krise die Inflation nach oben treiben kann und wie langsam sich die Preise anschließend wieder...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China-Schock trifft Europa: Millionen Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel
03.10.2026

In der kommenden Woche reisen führende EU-Vertreter nach Peking, um von der chinesischen Führung zu verlangen, das enorme...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleiherenditen setzen Aktien weiterhin unter Druck
02.10.2026

Zinsängste und Arbeitsmarktdaten bewegen die Börsen – was Anleger jetzt wissen müssen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Raffinerien stoppen Exporte: Was passiert mit den Dieselpreisen in Europa?
02.10.2026

Der weltweite Dieselmarkt steht bereits massiv unter Druck. Nun drosseln chinesische Raffinerien ihre Exporte und konzentrieren sich auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Der neue Anleger der DWN stellt sich vor
02.10.2026

Wie können Sie ein Vermögen an der Börse aufbauen, wenn Sie weder Erfahrung bei der Aktienanalyse haben noch die Zeit für den...