Unternehmen

Aus für Vorzeige-Bauprojekt: ZF begräbt geplantes Halbleiterwerk im Saarland

Der Autozulieferer ZF wollte zusammen mit Wolfspeed für 2,75 Milliarden Euro im Saarland eine Chipfabrik bauen. Daraus wird nun wohl nichts. ZF zieht sich zurück, heißt es. Der nächste Flop nach Magdeburg, wo bereits Intel sein Vorhaben auf Eis gelegt hat. Die Tiefschläge für den Standort Deutschland häufen sich.
22.10.2024 12:25
Aktualisiert: 22.10.2024 12:25
Lesezeit: 1 min

Der Autozulieferer ZF wird sich nicht länger an der geplanten Chipfabrik im Saarland beteiligen. Damit steht das 2,75 Milliarden Euro teure Projekt vor dem Scheitern.

Der US-Konzern Wolfspeed hatte geplant, bis 2027 in Ensdorf ein Werk für energieeffiziente Siliziumkarbid-Chips (SiC) zu errichten, wobei ZF eine Investition von 170 Millionen Euro zugesagt hatte. Das Vorhaben wurde im Frühjahr 2023 in Anwesenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vorgestellt.

Die Chancen für den Bau der Fabrik sind nun stark gesunken. Wolfspeed sieht sich mit erheblichen finanziellen Verlusten konfrontiert und kämpft in seinen US-Werken mit schwerwiegenden technischen Problemen. Vorstandschef Gregg Lowe hat sich seit Monaten nicht zu dem Projekt geäußert. Bislang gibt es zwar noch keine offizielle Bestätigung der Unternehmen. Aber in der Politik hat man wohl entsprechende Signale erhalten, hieß es im Saarland.

Die Bestrebungen Deutschlands, eine bedeutende Chipproduktion im eigenen Land aufzubauen, haben somit einen weiteren Rückschlag erlitten. Bereits im September hatte der angeschlagene US-Konzern Intel angekündigt, den Bau eines milliardenschweren Werks in Magdeburg voraussichtlich um zwei Jahre zu verschieben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Treiben Geschenkkarten insgeheim einen Boom in den lokalen Geschäften an?

In der Innenstadt herrscht diesen Monat eine ganz andere Stimmung. Geschäfte, in denen es nach dem Weihnachtsrummel einst etwas zu ruhig...

 

avtor1
Peter Schubert

Peter Schubert ist stellv. Chefredakteur und schreibt seit November 2023 bei den DWN über Politik, Wirtschaft und Immobilienthemen. Er hat in Berlin Publizistik, Amerikanistik und Rechtswissenschaften an der Freien Universität studiert, war lange Jahre im Axel-Springer-Verlag bei „Berliner Morgenpost“, „Die Welt“, „Welt am Sonntag“ sowie „Welt Kompakt“ tätig. 

Als Autor mit dem Konrad-Adenauer-Journalistenpreis ausgezeichnet und von der Bundes-Architektenkammer für seine Berichterstattung über den Hauptstadtbau prämiert, ist er als Mitbegründer des Netzwerks Recherche und der Gesellschaft Hackesche Höfe (und Herausgeber von Architekturbüchern) hervorgetreten. In den zurückliegenden Jahren berichtete er als USA-Korrespondent aus Los Angeles in Kalifornien und war in der Schweiz als Projektentwickler tätig.

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs vor Nvidia-Zahlen: Anleger zwischen Hoffnung und Nervosität
20.05.2026

Zwischen KI-Euphorie, Rüstungsboom und kritischen Analystenurteilen bleibt die Stimmung an den Märkten angespannt. Anleger blicken...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Geopolitik in der Unternehmensstrategie: Wie Firmen ihre Resilienz stärken
20.05.2026

Die geopolitische Lage rückt Lieferketten, Rohstoffe und Märkte stärker ins Zentrum unternehmerischer Entscheidungen. Wie können Firmen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Eurozone: Inflation schnellt wegen Iran-Kriegs auf 3,0 Prozent hoch
20.05.2026

Steigende Ölpreise infolge des Iran-Krieges sorgen in der Eurozone für neuen Inflationsdruck. Verbraucher müssen erneut tiefer in die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Banken bekommen Konkurrenz: JPMorgan Chase startet Angriff auf deutsche Sparer
20.05.2026

Deutschlands Bankenbranche bekommt prominente Konkurrenz aus den USA. JPMorgan Chase Deutschland startet im lukrativen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Neue Risiken für die Wirtschaft? Erzeugerpreise in Deutschland steigen so stark wie seit 2023 nicht
20.05.2026

Die deutschen Erzeugerpreise steigen überraschend stark – so kräftig wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Vor allem geopolitische...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Abwicklung: Nach Hammer-Insolvenz wächst die Angst vor weiteren Pleiten
20.05.2026

Nach mehreren Insolvenzen und zahlreichen Filialschließungen steht die Hammer-Abwicklung offenbar endgültig bevor. Die traditionsreiche...

DWN
Politik
Politik Ölreserven vor dem Kipppunkt: IEA schlägt Alarm wegen neuer Ölpreisschocks
20.05.2026

Die weltweiten Ölreserven schrumpfen in einem Tempo, das selbst erfahrene Energiemanager alarmiert. Die IEA warnt vor knappen Beständen,...

DWN
Politik
Politik Drohnenalarm in Litauen: Staatsspitze in Sicherheit gebracht – Nato in Alarmbereitschaft
20.05.2026

Plötzlicher Luftalarm in der litauischen Hauptstadt sorgt für Unruhe: Behörden reagieren mit drastischen Maßnahmen, sogar die...