Tino Chrupalla, Co-Vorsitzender der AfD, wird am Montagabend an der Trump-Inauguration teilnehmen. Der AfD-Spitzenpolitiker will seine Reise zur Amtseinführung von Donald Trump nach Washington nutzen, um politische und wirtschaftliche Kontakte zu knüpfen und die Positionen seiner Partei gegenüber der neuen US-Regierung klar zu machen. Ob es zu einem Treffen mit dem designierten US-Präsidenten kommen wird, ließ Chrupalla offen. Neben ihm werden auch andere AfD-Politiker vor Ort sein.
Tino Chrupalla zu Trump-Amtseinführung: "Die deutschen Interessen klar definieren"
Im ZDF-„Morgenmagazin“ erklärte Chrupalla, dass es wichtig sei, dem künftigen US-Präsidenten Respekt zu zollen. In Washington werde er zahlreiche Gespräche mit Republikanern und deutschen Wirtschaftsvertretern führen, was sich seiner Meinung nach sowohl für die AfD als Partei als auch für die Fraktion lohnen werde. Ob es zu einem Treffen mit Trump kommen werde, ließ Chrupalla offen, das werde sich noch zeigen.
Die AfD vertritt in zentralen Fragen der US-Politik eine konträre Haltung. So setzt sie sich für die Reparatur und Wiederinbetriebnahme der Nord Stream-Gasleitungen in der Ostsee ein und befürwortet eine Wiederaufnahme der Gaslieferungen aus Russland. Zudem lehnt sie die Stationierung von US-Raketen in Deutschland ab. „Man muss auf Augenhöhe auch die Unterschiede kenntlich machen und unsere Interessen sowie die deutschen Interessen klar definieren“, betonte Chrupalla. Eine sichere Energieversorgung mit günstigem russischen Gas sei im deutschen Interesse, und dies solle nicht vom Ausland vorgeschrieben werden, so der AfD-Politiker.
AfD-Politiker bei Trump-Amtseinführung: Auch Beatrix von Storch und Petr Bystron in Washington
Chrupalla wurde nach eigenen Angaben von den Republikanern nach Washington eingeladen. Auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Beatrix von Storch, die enge Kontakte zum Trump-Lager pflegt, ist bei der Amtseinführung dabei. Weitere AfD-Vertreter, die in die US-Hauptstadt gereist sind, sind der Europaabgeordnete Petr Bystron, die Bundestagsabgeordnete Christina Baum und der rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete Damian Lohr. AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel verzichtete aufgrund der engen Terminlage im Bundestagswahlkampf auf eine Reise.