Technologie

DeepSeek-Verbot: Warum Südkorea den chinesischen Chatbot sperrt

Südkorea zieht die Reißleine: Der chinesische KI-Chatbot DeepSeek verstößt gegen Datenschutzvorgaben und wird aus den App-Stores verbannt. Auch andere Länder gehen verstärkt gegen die Anwendung vor – aus Angst vor Datenlecks, Spionage und unzureichender Sicherheit. Während sich weltweit Widerstand formiert, bleibt die KI-App dennoch ein großer Erfolg.
17.02.2025 12:59
Aktualisiert: 17.02.2025 12:59
Lesezeit: 2 min
DeepSeek-Verbot: Warum Südkorea den chinesischen Chatbot sperrt
Das chinesische Start-up DeepSeek hat mit der Aussicht auf günstigere Entwicklung Künstlicher Intelligenz ein Börsenbeben ausgelöst - und wurde nun in Südkorea verboten. (Foto: dpa) Foto: Andy Wong

Südkorea verbietet chinesische KI DeepSeek

Der chinesische Chatbot DeepSeek gehört aktuell zu den beliebtesten KI-Anwendungen weltweit. Doch immer mehr Staaten ergreifen Maßnahmen gegen die App. Auch in Deutschland gibt es Sicherheitsbedenken.

Der chinesische Chatbot DeepSeek ist in Südkorea vorläufig gesperrt worden. Der Download der Anwendung aus den App-Stores wurde gestoppt, nachdem festgestellt wurde, dass DeepSeek nicht vollständig mit den lokalen Datenschutzgesetzen übereinstimmt, erklärte die nationale Datenschutzbehörde (PIPC). Der Dienst werde erst wieder zugelassen, wenn er den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Laut PIPC arbeitet DeepSeek aktiv mit der Behörde zusammen.

Mehrere Länder ergreifen Maßnahmen gegen DeepSeek

Bereits zuvor waren Behörden in Italien, Taiwan und Australien gegen DeepSeek vorgegangen. Die italienische Datenschutzbehörde leitete eine Untersuchung ein, um zu prüfen, ob die App gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstößt. Da die Antworten von DeepSeek als unzureichend galten, wurde die App aus den App-Stores entfernt.

Taiwan und Australien untersagten Regierungsbehörden sowie staatlichen Einrichtungen die Nutzung von DeepSeek. Die Sperren wurden mit der Gefahr von Datenlecks und einer potenziellen Bedrohung der nationalen Informationssicherheit durch grenzüberschreitende Datenübertragungen begründet.

In den USA gibt es kein landesweites Verbot, doch mehrere Bundesbehörden, darunter die Nasa und das Verteidigungsministerium, haben ihren Mitarbeitern die Nutzung der App untersagt. Einige Bundesstaaten wie Texas haben DeepSeek auf staatlichen Geräten verboten. Zudem existieren Gesetzesvorschläge, die eine vollständige Sperrung der App vorsehen.

DeepSeek erschüttert die KI-Branche

Der auf quelloffenen Sprachmodellen basierende Chatbot aus China hat in den vergangenen Wochen die KI-Branche aufgerüttelt, da er vergleichbare oder sogar bessere Ergebnisse liefert als etablierte Anbieter wie OpenAI, Google oder Meta. Gleichzeitig gibt DeepSeek an, dass die Entwicklung des Programms nur einen Bruchteil der Kosten verursacht habe, die OpenAI für ChatGPT aufgewendet hat. Ende Januar stand DeepSeek im US-App-Store für das iPhone an der Spitze der kostenlosen Anwendungen. Derzeit belegt die App Platz 14.

Die Bedenken gegen DeepSeek gründen sich unter anderem darauf, dass Nutzerdaten auf Servern in China gespeichert werden. Laut chinesischem Recht könnten diese Daten auf Anfrage an staatliche Stellen weitergegeben werden, was gegen Datenschutzgesetze wie die DSGVO in Europa verstoßen würde. Sicherheitsforscher haben zudem Schwachstellen wie unzureichende Verschlüsselung und andere Sicherheitslücken festgestellt, die sensible Daten gefährden könnten. Darüber hinaus kann die App leicht manipuliert werden, um gefährliche Inhalte zu erzeugen, etwa Anleitungen zum Bombenbau.

Sicherheitsbedenken in Deutschland

Auch in Deutschland haben Behörden und Cybersicherheitsexperten erhebliche Vorbehalte geäußert. Die BSI-Experten betonten unter anderem, dass DeepSeek laut den eigenen Datenschutzhinweisen "Tastatureingabemuster oder -rhythmen" erfasst. Diese könnten genutzt werden, um individuelle Nutzerprofile zu erstellen und wiederzuerkennen. Das BSI stuft dies in sicherheitskritischen Bereichen als besonders problematisch ein, da solche Daten potenziell missbraucht werden könnten, um sensible Informationen zu identifizieren oder Nutzer zu überwachen.

Darüber hinaus verweist das BSI auf die Möglichkeit, dass Tastatureingaben innerhalb der App mitgelesen werden können, bevor sie abgeschickt werden. Diese Funktion wird insbesondere im Hinblick auf Datenschutz und Cybersicherheit als bedenklich eingestuft.

Chinas Reaktion auf die Sperrungen

Chinas Außenministerium nahm zum Vorgehen der südkoreanischen Behörden Stellung und erklärte, dass die Regierung chinesische Unternehmen stets anweise, sich im Ausland strikt an die dort geltenden Gesetze zu halten. Regierungssprecher Guo Jiakun sagte in Peking, China hoffe zudem, dass Länder eine "Politisierung von Wirtschafts-, Handels- und Technologiefragen" vermeiden.

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