Finanzen

Bargeld abheben wird schwieriger: Abbau von Bankfilialen und Geldautomaten - wie der Zugang zum Bargeld schwindet

Immer weniger Geldautomaten, immer längere Wege: Nicht nur in ländlichen Gebieten wird die Bargeldversorgung schwieriger. Eine Analyse zeigt, wie sich die Entfernungen zu Bankfilialen und Automaten verlängern. Und das Bankomaten-Sterben geht aus Kostengründen weiter: Wie schwer Deutsche an ihr Bargeld kommen.
26.03.2025 05:51
Aktualisiert: 26.03.2025 06:07
Lesezeit: 2 min

Viele Bürger stehen vor der Herausforderung Bargeld abzuheben, da Bankfilialen und Geldautomaten zunehmend verschwinden. Zudem geben immer mehr Menschen an, dass der Zugang zu Bargeld mühsamer wird: Im Jahr 2021 sagten 93 Prozent der im Auftrag der Deutschen Bundesbank befragten Menschen, dass sie es sehr oder ziemlich einfach finden, den nächsten Geldautomaten oder Bankschalter zu erreichen. Zwei Jahre später ist dieser Wert auf 85 Prozent gefallen.

Bargeld abheben: der weite Weg zum nächsten Automaten

Auch die Zahl der Geldautomaten und Bankschalter schrumpft rapide: Im selben Zeitraum schlossen etwa 5.000 Bankfilialen. Gleichzeitig wurden rund 2.000 Bankomaten außer Betrieb genommen. Entsprechend wird die Bargeldversorgung mittlerweile von 15 Prozent der Teilnehmer der Zahlungsverhaltensstudie der Zentralbank ziemlich schwierig oder sehr schwierig empfunden.

Das sind mehr als doppelt so viele wie bei der Vorerhebung. Von dieser Entwicklung sind Menschen in städtischen und ländlichen Wohngegenden in ähnlichem Umfang betroffen, wie der Blick auf die Statista-Grafik zeigt.

Bundesbank warnt vor Problemen bei der Versorgung mit Bargeld

Der Zugang zu Bargeld wird immer komplizierter: Inzwischen sieht die Bundesbank die bisherige flächendeckende Versorgung sogar in Gefahr, wie der Nachrichtensender ntv berichtete. Die Bundesbank äußert Zweifel daran, dass Bargeld auch in Zukunft für alle gleichermaßen leicht zugänglich bleibt. Immer weniger Filialen und Automaten erschweren die Abhebung von Bargeld. Gleichzeitig steigt der Anteil der Menschen, die den Aufwand für eine Bargeldversorgung als hoch empfinden. Im aktuellen Monatsbericht stellt die Bundesbank fest, dass die bisherigen Strukturen zunehmend unter Druck geraten.

Zwar existieren weiterhin viele Geldautomaten, doch gerade in ländlichen Regionen nimmt die Verfügbarkeit deutlich ab. Durchschnittlich liegt der nächste Automat 1,4 Kilometer entfernt. In Großstädten sind es nur 800 Meter, doch auf dem Land kann die Distanz erheblich größer sein.

Bankfilialen und Geldautomaten verschwinden

Die Zahl der Gemeinden ohne eigene Bargeldversorgung wächst. Laut Bundesbank leben 3,6 Millionen Menschen in Ortschaften ohne Bankschalter oder Geldautomaten. 4947 Gemeinden sind betroffen. Während 2002 noch rund 53.000 Bankfilialen existierten, sind es heute nur noch 21.000.

Die Zahl der Geldautomaten erreichte 2018 mit etwa 59.000 den Höchststand. Seither nimmt sie kontinuierlich ab. Derzeit gibt es noch rund 51.000 Geräte. Besonders in strukturschwachen Regionen entstehen Lücken in der Bargeldversorgung, da Banken Standorte aufgeben.

Ursachen für die Verschlechterung der Bargeldinfrastruktur

Mehrere Faktoren führen zur schwindenden Bargeldinfrastruktur. Der Kostendruck im Finanzsektor zwingt Banken dazu, Filialen und Automaten abzubauen. Zudem sorgt die wachsende Nutzung digitaler Zahlmethoden für einen sinkenden Bargeldbedarf.

Ein weiteres Problem sind zunehmende Geldautomatensprengungen. „Auch das Phänomen der Geldautomatensprengungen dürfte den Rückbau der Bargeldinfrastruktur beschleunigt haben“, heißt es im Bundesbank-Bericht. Banken entscheiden sich häufig gegen eine Reparatur beschädigter Automaten, da das Risiko erneuter Angriffe als hoch gilt. Sicherheitsmaßnahmen verursachen hohe Kosten, die nicht immer tragbar erscheinen.

Auswirkungen auf die Bargeldversorgung und mögliche Lösungen

Die Bundesbank sieht in dieser Entwicklung eine wachsende Herausforderung. Zwar ist Bargeld weiterhin verfügbar, doch für immer mehr Menschen erfordert die Abhebung zusätzlichen Aufwand. Besonders ältere Personen oder Menschen ohne digitale Zahlungsmittel stehen vor Problemen.

Ob Banken ihre Bargeldangebote stabil halten, ist ungewiss. Der Trend geht klar zu digitalen Alternativen. Dennoch bleibt Bargeld für viele unverzichtbar. Die Bundesbank betont, dass eine funktionierende Bargeldversorgung gewährleistet bleiben muss. Doch ohne gezielte Maßnahmen könnte der Zugang weiter eingeschränkt werden.

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Mirell Bellmann

Mirell Bellmann schreibt als Redakteurin bei den DWN über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Zuvor arbeitete sie für Servus TV und den Deutschen Bundestag.

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