Immobilien

Auszeichnung: Grüner Bunker gewinnt begehrten Immobilien-Oscar MIPIM

Der Grüne Bunker in Hamburg hat auf der weltweit größten Immobilienmesse in Cannes einen renommierte Branchen-Award erhalten. Die Jury vergab Auszeichnungen für die nachhaltigsten und visionärsten Projekte im Immobiliensektor. Was Architekten aus aller Welt von diesem Leuchtturmprojekt lernen können.
30.03.2025 05:57
Aktualisiert: 01.01.2030 00:00
Lesezeit: 2 min
Auszeichnung: Grüner Bunker gewinnt begehrten Immobilien-Oscar MIPIM
Der ehemalige 38 Meter hohe Flakbunker wurde in den vergangenen Jahren auf 58 Meter erhöht und mit viel Grün bepflanzt. Seitdem sind die Besucherzahlen stark gestiegen. (Foto: dpa) Foto: Ulrich Perrey

Der im Zweiten Weltkrieg gebaute Grüne Bunker im Hamburger Stadtteil St. Pauli, der acht Jahrzehnte später um rund 20 Meter erhöht und mit über 20,000 Pflanzen begrünt wurde, hat den „Immobilien-Oscar“ der Branche gewonnen. Der ehemalige Flakbunker räumte den MIPIM-Award 2025 in der Kategorie „Best Conversion“ (Beste Umwandlung) in Cannes ab. Der Grüne Bunker in Hamburg hat auf der weltweit größten Immobilienmesse in Cannes einen renommierte Branchen-Award erhalten. Die Jury vergab Auszeichnungen für die nachhaltigsten und visionärsten Projekte im Immobiliensektor. Zu den Kriterien zählten unter anderem CO2-Ausstoß beim Bau und Betrieb. Auch der Nutzen der verschiedenen Projekte für die Öffentlichkeit und der wirtschaftliche Beitrag waren entscheidend.

Die Marché International des Professionnels de l’immobilier (MIPIM) ist die weltweit größte Immobilienmesse in der französischen Stadt an der Côte d’Azur. Mit dem jährlichen MPIM-Award werden besonders visionäre Projekte ausgezeichnet, die entweder schon abgeschlossen sein können oder sich noch in der Bau-Phase befinden.

Nachhaltigkeit und kreative Umnutzung historischer Bausubstanz

Laut dem Wettbewerbsveranstalter betrachtete die Jury unter anderem den CO2-Ausstoß beim Bau und Betrieb, sowie verschiedene Klima- und Lebenszykluskriterien. Projekte sollten auf der einen Seite den Nutzern und der Öffentlichkeit dienen und auf der anderen Seite einen wirtschaftlichen Beitrag leisten.

„Die Auszeichnung mit dem MIPIM-Award 2025 unterstreicht die Bedeutung des Grünen Bunkers als Leuchtturmprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung und kreative Umnutzung historischer Bausubstanz,“ so die Veranstalter. Das Projekt zeige, wie aus einem Relikt der Vergangenheit ein lebendiger Ort für Kultur und Nachhaltigkeit entstehen könne.

Über 23.000 Pflanzen für den Betonriesen

Der ursprünglich in 1942/1943 errichtete Weltkriegsbau wurde in den 1990er Jahren auch als “Medien- und Musik-Bunker” bekannt. Das 58 Meter hohe, massive Gebäude hat im Jahr 2024 den BuGG-Award „Gründach des Jahres 2024“erhalten. Im Gebäude gibt es unter anderem ein Hotel, Restaurants und eine Veranstaltungshalle. Der Bunker hat einen öffentlich zugänglichen Dachgarten mit 360-Grad-Blick auf Hamburg, der viele Besucher anzieht.

Nachhaltiges Regenwassermanagement

Entwickler des Projekts ist das Hamburger Unternehmen Matzen Immobilien. Ein wichtiger Aspekt des Baus ist das nachhaltige Regenwassermanagement: Für die Bewässerung der rund 23.000 Pflanzen wird überwiegend Regenwasser genutzt, das nach dem Schwammstadtprinzip in Rückhalteboxen unterhalb der Bepflanzung aufgefangen wird. Diese Boxen speichern Regenwasser und geben es bei Bedarf an die Pflanzen ab, was eine natürliche Verdunstungskühlung ermöglicht.

Laut Experten zeigt der grüne Bunker St. Pauli, wie Städte sich dem Klimawandel anpassen können: Hitzewellen, Starkregen und Luftverschmutzung betreffen insbesondere internationale Metropolen. Der Bunker gilt wegen seiner Begrünung und dem innovativen Wasserwirtschaftssystem als internationales Vorzeigeprojekt und wurde schon mit dem „European Garden Award 2024“ ausgezeichnet.

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Vera von Lieres

Vera von Lieres gehört seit September 2022 zum DWN-Team und schreibt als Redakteurin über die Themen Immobilien und Wirtschaft. Sie hat langjährige Erfahrung im Finanzjournalismus, unter anderem bei Reuters und führenden Finanzmedien in Südafrika. Außerdem war sie als Kommunikations- und Marketing-Spezialistin bei internationalen Firmen der Investment-Branche tätig.

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