Finanzen

Goldpreis aktuell im Aufwind: Dedollarisierung durch Trump treibt Goldnachfrage an - neues Rekordhoch

Die anhaltende Bewegung zur Dedollarisierung, verstärkt durch US-Präsident Donald Trump, treibt den Goldpreis aktuell weiter an. Nicht nur Zentralbanken, sondern auch institutionelle und private Investoren setzen zunehmend auf das Edelmetall. Am Freitagmorgen gab es ein neues Goldpreis-Rekordhoch erreicht. Kann das so weitergehen?
28.03.2025 10:25
Lesezeit: 2 min
Goldpreis aktuell im Aufwind: Dedollarisierung durch Trump treibt Goldnachfrage an - neues Rekordhoch
Nach der aktuellen Bewertung von 1973 sind die US-Goldreserven lediglich 11 Milliarden US-Dollar wert, während eine Neubewertung diesen Wert auf mindestens 800 Milliarden US-Dollar steigern könnte. (Foto: dpa) Foto: Uli Deck

Goldpreis aktuell mit Rekordhoch - und weiter auf Rekordniveau

Der Goldpreis klettert seit vielen Monaten nach oben und hat im frühen Freitagshandel ein neues Rekordhoch erreicht bei 3.086,46 US-Dollar. Nun hält sich der Goldpreis aktuell stabil über der Marke von 3.050 US-Dollar pro Unze und tendiert weiter auf Niveau des kürzlich aufgestellten Allzeithochs. Seit Jahresbeginn hat das gelbe Edelmetall damit mehr als 15 Prozent an Wert zugelegt. Doch kann das so weitergehen?

Aufgrund der geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten ist ein weiterer Goldpreisanstieg sehr wahrscheinlich. Der aktuelle Anstieg des Goldkurses ist unter anderem auf die Unsicherheiten in der globalen Wirtschaft zurückführbar. Trumps Zollpolitik schürt die Angst vor einem wirtschaftlichen Abschwung, während geopolitische Krisen, insbesondere die unsichere Waffenruhe in der Ukraine und die wachsenden Spannungen im Nahen Osten, zusätzlichen Druck auf die Märkte ausüben. Zudem fördert die Abwertung des US-Dollars die Nachfrage nach Gold. Seit Jahresbeginn ist der US-Dollar-Index um etwa 4 Prozent gefallen.

Rolle der Zentralbanken bei der Goldnachfrage

Doch auch die Zentralbanken sind eine treibende Kraft hinter der steigenden Goldnachfrage. Besonders Schwellenländer reduzieren ihre Abhängigkeit vom US-Dollar und setzen vermehrt auf Gold als Reservewährung. Die polnische Zentralbank beispielsweise war 2024 mit einem Zukauf von 90 Tonnen einer der größten Akteure, neben Indien, China und der tschechischen Zentralbank.

Laut dem World Gold Council kauften Zentralbanken 2024 mehr als 1.000 Tonnen Gold, ein Trend, der sich nun im dritten Jahr in Folge fortsetzt. Mittlerweile halten Zentralbanken etwa ein Fünftel des weltweit geförderten Goldes.

Treiber des Goldpreises: US-Goldreserven und eine mögliche Neubewertung

Der Anstieg des Goldpreises facht Spekulationen an, dass die USA ihre Goldreserven neu bewerten könnten. Nach der aktuellen Bewertung von 1973 sind die US-Goldreserven lediglich 11 Milliarden US-Dollar wert, während eine Neubewertung diesen Wert auf mindestens 800 Milliarden US-Dollar steigern könnte. Die Kontrolle über diese Reserven liegt nicht bei der Federal Reserve, sondern direkt bei der US-Regierung. Finanzministerin Janet Yellen wies jedoch kürzlich entsprechende Spekulationen zurück.

Obwohl Gold oft als Absicherung gegen Inflation gilt, haben steigende Zinsen in den letzten Jahren zu Kapitalabflüssen aus goldgedeckten ETFs geführt. Dieser Trend hat sich 2024 jedoch umgekehrt, da Anleger verstärkt auf physisch hinterlegte Gold-ETFs setzen, was den Preis weiter antreibt.

Gold gilt als eine der besten Absicherungen in turbulenten Zeiten, ist jedoch keineswegs risikolos. Historisch betrachtet gab es lange Perioden der Stagnation: Investoren, die 2011 zu einem Preis von über 1.800 US-Dollar pro Unze gekauft hatten, mussten mehr als ein Jahrzehnt auf eine Erholung warten. Noch länger dauerte es für Käufer aus dem Jahr 1980, deren Investition erst nach 25 Jahren wieder Gewinne brachte.

Goldpreis-Prognose - was sagen die Rohstoffexperten?

Nach Erreichen der 3.000-Dollar-Marke haben mehrere Banken ihre Goldpreisprognosen angehoben:

  • UBS erwartet einen Anstieg auf 3.200 US-Dollar, gestützt durch eine starke Nachfrage nach Gold-ETFs.
  • Citigroup prognostiziert 3.500 US-Dollar bis zum Jahresende, falls sich die wirtschaftliche Unsicherheit weiter erhöht.
  • Morgan Stanley Wealth Management sieht den Preis je nach Szenario zwischen 2.295 und 3.240 US-Dollar.
  • Macquarie Group geht im dritten Quartal 2024 von einem Preisniveau um 3.500 US-Dollar aus.
  • Jeffrey Gundlach, Chef von DoubleLine Capital, hält sogar 4.000 US-Dollar für möglich, ohne jedoch einen genauen Zeithorizont zu nennen.

Angesichts der globalen Unsicherheiten und des wachsenden Bedarfs an Absicherung bleibt Gold auch weiterhin eine der gefragtesten Anlageklassen - lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber Goldpreis-Prognose 2025.

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