Wirtschaft

Trump plant 50-Prozent-Zölle auf EU-Waren ab Juni - Verhandlungen laufen

Die USA erhöhen den Druck auf Europa. Präsident Trump droht mit drastischen Zöllen auf EU-Waren. Wird daraus ein Handelskrieg – oder finden beide Seiten doch noch einen Kompromiss?
23.05.2025 14:33
Lesezeit: 2 min

50-Prozent US-Zölle auf Waren aus der EU ab Juni

Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union verhandeln seit Wochen über die Abwehr neuer Handelshemmnisse. Nun scheint US-Präsident Donald Trump entschlossen, einen harten Kurs zu fahren.

Im eskalierenden Handelskonflikt mit der EU hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, Zölle auf EU-Waren in Höhe von 50 Prozent zu erheben. Diese Maßnahme solle zum 1. Juni wirksam werden, erklärte der Republikaner auf Truth Social. "Es gibt keine Zölle, wenn das Produkt in den Vereinigten Staaten gebaut oder hergestellt wird", schrieb er weiter. In Bezug auf die aktuellen Gespräche betonte Trump, dass diese keinerlei Ergebnisse gebracht hätten.

Trump wirft der EU Wettbewerbsverzerrung vor

Trump erklärte, die Gründung der Europäischen Union sei primär darauf ausgerichtet gewesen, wirtschaftliche Vorteile gegenüber den USA zu sichern. Er warf der EU "mächtige Handelsschranken, Mehrwertsteuern, lächerliche Unternehmensstrafen, nicht-monetäre Handelshemmnisse, Währungsmanipulationen, unfaire und ungerechtfertigte Klagen gegen amerikanische Unternehmen und vieles mehr" vor.

Gespräche über Handelsabkommen stagnieren

Im April hatte Trump nach erheblichen Schwankungen an den Finanzmärkten beschlossen, mehreren Ländern, darunter der EU, eine 90-tägige Frist zur Aussetzung bestimmter US-Zölle zu gewähren. Betroffen waren Strafmaßnahmen, die sich auf das Handelsdefizit mit diesen Ländern beziehen. Damit setzte Trump Teile seines zuvor angekündigten Maßnahmenpakets vorläufig aus. Auch Brüssel hatte angekündigt, eigene Zölle auf US-Produkte für 90 Tage aufzuschieben.

Die EU sah sich mit einer möglichen Einführung von flächendeckenden Zöllen in Höhe von 25 Prozent konfrontiert, falls keine bilaterale Einigung mit Washington zustande käme. Der Juli galt bislang als entscheidender Zeitpunkt. Ein Vorschlag aus Brüssel, sämtliche Zölle auf Industriegüter gegenseitig aufzuheben, wurde von der US-Regierung bisher ignoriert. Gleichwohl äußerte sich Trump in der Vergangenheit mehrmals zuversichtlich, dass eine Lösung im Streit um die Zölle auf EU-Waren möglich sei.

Ungewissheit über Umsetzung der Zölle auf EU-Waren

Ob die angekündigten 50-Prozent-Zölle tatsächlich ab Juni greifen, bleibt offen. Trump hatte in der Vergangenheit oft hohe US-Zölle angedroht, sie dann aber doch nicht umgesetzt. Die Maßnahmen sollen seiner Ansicht nach Handelsdefizite ausgleichen und die Produktion zurück in die USA holen. Zugleich sollen Einnahmen aus den Zöllen auf EU-Waren helfen, seine teuren Steuerpläne teilweise gegenfinanzieren zu können.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ripple startet RWA-Strategie, AMT DeFi-Verträge für erneuerbare Energien gehen live – XRP beginnt einen neuen Aufwärtszyklus

Mit der beschleunigten Einführung der RWA-Strategie (Real World Assets) durch Ripple entwickelt sich die Blockchain-Branche von reinem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Digitale Souveränität: Europas Weg aus der US-Tech-Abhängigkeit
18.01.2026

Europas Abhängigkeit von globalen Technologiekonzernen rückt zunehmend in den Fokus politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen. Wird...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Basel IV: Warum viele Unternehmen plötzlich keinen Kredit mehr erhalten
18.01.2026

Basel IV verändert die Kreditlandschaft grundlegend – und der Mittelstand zahlt den Preis. Immer mehr Unternehmen stoßen auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Trump im zweiten Amtsjahr: Wachsende Risiken für globale Finanzmärkte
18.01.2026

Donald Trumps zweite Amtszeit fällt in eine Phase erhöhter politischer und ökonomischer Verwundbarkeit der Märkte. Droht den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflationsschock, Schuldenfalle, Rezession: Das neue ökonomische Dreieck
18.01.2026

Deutschland geht der finanzielle Spielraum aus. Hinter der Fassade steckt ein Staat, der ganz langsam unter explodierenden Schulden, hoher...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 03: Die wichtigsten Analysen der Woche
18.01.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 03 des neuen Jahres fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschlands Industrie am Wendepunkt: Strukturwandel prägt die Entwicklung
18.01.2026

Die deutsche Industrie verharrt nach dem Abschwung in einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheit. Handelt es sich um eine vorübergehende...

DWN
Technologie
Technologie Speicherchips: Der wahre Engpass der Künstlichen Intelligenz
18.01.2026

Jahrelang drehte sich im KI-Boom alles um Rechenleistung. Doch nun zeigt sich, dass nicht Prozessoren, sondern Speicherchips den Takt...

DWN
Technologie
Technologie BDEW kritisiert Infrastruktur auf dem Silbertablett: Was sich nach dem Angriff aufs Berliner Stromnetz dringend ändern muss
18.01.2026

Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz übt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) scharfe Kritik an geltenden...