Wirtschaft

Mehrheit der Beschäftigten gegen längere Arbeitszeiten

Viele Beschäftigte lehnen längere Arbeitszeiten klar ab – trotz politischer Forderungen und wirtschaftlicher Argumente. Eine aktuelle Xing-Umfrage zeigt, warum Arbeitnehmer lieber kürzer treten wollen. Doch was motiviert Menschen überhaupt, mehr zu arbeiten? Genau hier beginnt die eigentliche Problemstellung.
01.09.2025 11:58
Lesezeit: 1 min

Xing-Umfrage: Warum längere Arbeitszeiten kaum akzeptiert werden

Eine große Zahl von Beschäftigten lehnt längere Arbeitszeiten ab – und sieht volkswirtschaftlich auch keine Notwendigkeit. Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Befragung von 2.000 Angestellten in Deutschland, durchgeführt im Auftrag des Karrierenetzwerks Xing. Stattdessen erklärten fast zwei Drittel, dass sie lieber weniger arbeiten möchten.

Vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und demografischem Wandel fordern Fachleute und Politiker seit Längerem, dass die Menschen in Deutschland mehr und länger arbeiten sollten. Unter anderem hatte sich zuletzt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) dafür ausgesprochen.

Warum längere Arbeitszeiten unattraktiv sind

Doch laut der Online-Umfrage halten 64 Prozent der Befragten im Alter von 18 bis 65 Jahren längere Arbeitszeiten nicht für erforderlich, um Wohlstand zu sichern – mehr als vor einem Jahr, als 58 Prozent diese Ansicht hatten. 60 Prozent sprachen sich auch dagegen aus, persönlich mehr zu arbeiten, bei den 55- bis 65-Jährigen lag der Anteil sogar bei rund zwei Dritteln.

Die Gründe für die ablehnende Haltung sind eindeutig: Stress, fehlende Zeit für persönliche Interessen und Hobbys sowie zu wenig Freiraum für Care-Arbeit, Familie, Freunde und Verwandte. 67 Prozent wünschten sich daher eine Arbeitszeitverkürzung, besonders die 25- bis 34-Jährigen äußerten diesen Wunsch mit 74 Prozent überdurchschnittlich häufig.

Anreize für längere Arbeitszeiten

Doch was könnte Beschäftigte bewegen, freiwillig längere Arbeitszeiten auf sich zu nehmen? Laut Xing-Umfrage nannten jene, die nicht weniger arbeiten wollen, finanzielle Gründe sowie Freude am Beruf. Ähnlich äußerten sich die Befragten bei möglichen Anreizen für längere Arbeitszeiten: Am stärksten wirken Bonuszahlungen und Prämien, gefolgt von deutlichen Gehaltserhöhungen, zusätzlichen Urlaubstagen und steuerlichen Vorteilen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutz-Aktie startet durch: Umsatz und Gewinn steigen kräftig
26.03.2026

Die Deutz-Aktie profitiert von Kostensenkungen und Rüstungsaufträgen. Vorstandschef Schulte will den Umsatz bis 2030 verdoppeln.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Meta-Suchtprozess: US-Geschworene verurteilen Meta und YouTube
26.03.2026

Eine junge Frau erzwingt Millionenentschädigungen von Meta und YouTube. Das Urteil signalisiert, dass Suchtmechanismen auf...

DWN
Politik
Politik Deutsche im Iran: Pistorius bereit für Bundeswehreinsatz bei Waffenruhe
26.03.2026

Der Iran-Krieg alarmiert die Bundesregierung, weil die wirtschaftlichen Folgen weltweit spürbar werden. Verteidigungsminister Pistorius...

DWN
Politik
Politik USA verschärfen Ton gegenüber Teheran: Diplomatie unter maximalem Druck
26.03.2026

Washington droht dem Iran mit einer massiven Ausweitung der Militärschläge, falls die Führung in Teheran nicht einlenkt....

DWN
Politik
Politik EU und Ungarn: Spionageverdacht erschüttert Vertrauen in Europa
26.03.2026

Misstrauen breitet sich in der Europäischen Union aus und trifft einen ihrer eigenen Mitgliedstaaten. Der Verdacht, dass Ungarn...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienmarkt in Gefahr: Investoren warnen vor Eskalation im Iran-Konflikt
25.03.2026

Die Märkte geraten ins Wanken, während geopolitische Spannungen eskalieren. Investoren befürchten nach den Drohungen eines eskalierenden...

DWN
Politik
Politik Russlands Ölexport unter Beschuss: Energiekrieg erreicht neue Stufe
25.03.2026

Explosionen in russischen Ostseehäfen lassen den Ölfluss abrupt versiegen. Die Angriffe treffen Moskaus Energieinfrastruktur empfindlich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tarif-Durchbruch in der Chemie: Mehr Geld und Jobgarantie für 585.000 Beschäftigte
25.03.2026

Lohnplus trotz Krise: Die rund 585.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmabranche erhalten künftig deutlich mehr Geld. Nach...