Finanzen

Deutsche sparen weniger: International aber weit vorn

Knapp 270 Euro im Monat legen Privathaushalte in Deutschland im Schnitt zurück. Damit sinkt die Sparquote gegenüber dem vergangenen Jahr. Doch nur in wenigen Ländern sparen die Menschen noch eifriger.
28.10.2025 14:02
Lesezeit: 2 min

Sparquote sinkt leicht

Die Deutschen sparen nach wie vor fast weltmeisterlich, legen aber nicht mehr so viel Geld zurück wie im vergangenen Jahr. Im ersten Halbjahr 2025 betrug die Sparquote der privaten Haushalte in Deutschland 10,3 Prozent – das heißt: Je 100 Euro verfügbarem Einkommen wurden im Schnitt 10,30 Euro auf die hohe Kante gelegt. Monatlich entspricht dies einem Betrag von durchschnittlich knapp 270 Euro je Einwohnerin und Einwohner, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat.

In den ersten sechs Monaten 2024 lag die Sparquote noch bei 11,1 Prozent. Langfristig betrachtet entspricht die aktuelle Sparquote dennoch in etwa dem Durchschnitt der Jahre seit 2000, ordneten die Wiesbadener Statistiker ein. In Umfragen geben immer wieder viele Befragte an, dass sie aktuell gar nicht oder weniger sparen, weil die Kosten für alltägliche Ausgaben wie Lebensmittel gestiegen sind.

Rekordwerte während der Corona-Pandemie

Bei der Langfristbetrachtung klammern die Statistiker die Jahre 2020 und 2021 aus: Während der Corona-Pandemie hatten viele Menschen mehr Geld übrig als sonst, weil zum Beispiel Urlaubsreisen ausfielen und Freizeiteinrichtungen zeitweise geschlossen waren. Das trieb die Sparquote auf Rekordwerte: 2020 lag sie nach jüngster Berechnung bei 16,0 Prozent, ein Jahr später bei 14,2 Prozent. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2024 betrug die Sparquote in Deutschland 11,2 Prozent.

Deutschland international weit vorne

Im internationalen Vergleich liegen die für ihren Spareifer bekannten Deutschen der Statistik zufolge weit vorn. Gemessen an der sogenannten Bruttosparquote – das ist die Sparquote vor Abzug von Abschreibungen, zum Beispiel auf Wohneigentum privater Haushalte – erreichten die privaten Haushalte in Deutschland für 2024 einen Wert von 20 Prozent.

Damit liegt Deutschland deutlich über dem EU-Durchschnitt von 14,6 Prozent. Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat sparten die privaten Haushalte in Frankreich 2024 brutto 17,9 Prozent ihres verfügbaren Einkommens, in Österreich waren es 17,3 Prozent, in den Niederlanden 16,8 Prozent und in Italien 11,9 Prozent.

Nur in wenigen Ländern waren die Sparer den Zahlen zufolge im vergangenen Jahr noch eifriger als hierzulande. So erreichte die Schweiz eine Bruttosparquote von 26,1 Prozent. In den USA lag die Sparquote bei 10,8 Prozent.

Deutsche nutzen ihr Geld weniger effizient

Allerdings parken die Menschen in Deutschland traditionell viel Geld auf oft vergleichsweise niedrig verzinsten Tagesgeldkonten. Je nach Höhe der Inflation verliert das Geld dort sogar an Kaufkraft. Dagegen erzielen viele Anleger zum Beispiel in den USA mehr aus ihren Ersparnissen, wie Analysen zeigen: Dort setzen sie stärker auf die Aktienmärkte.

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