Immobilien

Wohnungsbau: Regierung reaktiviert Neubauförderung mit 800 Millionen Euro

Für bestimmte Neubauprojekte gibt es nun wieder Fördergeld. Welche Bedingungen Bauherren erfüllen müssen – und warum viele genehmigte Wohnungen bisher nicht gebaut wurden.
06.11.2025 13:03
Lesezeit: 1 min
Wohnungsbau: Regierung reaktiviert Neubauförderung mit 800 Millionen Euro
Voraussetzung für die Forderung ist neben dem Standard EH 55 allerdings, dass die Wärme zu hundert Prozent mit erneuerbaren Energien erzeugt wird. Häuser mit Öl- oder Gasheizungen wären damit ausgeschlossen. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Regierung reaktiviert Neubauförderung mit 800 Millionen Euro

Die Bundesregierung will den Wohnungsbau ankurbeln und reaktiviert dafür eine vor Jahren abgeschaffte, sehr beliebte Neubauförderung. 800 Millionen Euro sollen nach Informationen der DPA zur Verfügung stehen, um ab Mitte Dezember wieder Effizienzhäuser mit dem Standard EH55 zu fördern. Das sind Gebäude, die 55 Prozent der Energie verbrauchen, die ein Standardhaus benötigt.

Die Ampel-Regierung hatte diese Förderung 2022 eingestampft, mit dem Argument, dieser Energiestandard habe sich längst auf dem Markt durchgesetzt. Daher sollte fortan der strengere und teurere Energieeffizienzhaus-40-Standard gefördert werden. In der Folge legten viele Investoren ihre Planungen für EH55-Häuser auf Eis und bauten überhaupt nicht.

Ziel: Zehntausende Wohnungen

Schwarz-Rot wolle nun, dass diese bereits geplanten Häuser auch gebaut würden, sagte Bauministerin Verena Hubertz (SPD). „Dafür investieren wir 800 Millionen Euro, um den Bauüberhang abzuschmelzen.“ Die Mittel müssen im Haushaltsausschuss und vom Bundestag noch gebilligt werden.

Dann könnten Bauherren, die ein genehmigtes Bauprojekt in der Schublade hätten, mit Förderzusage direkt loslegen, sagte Hubertz. Der Baupolitiker der Union, Jan-Marco Luczak betonte: „Wir senden damit ein klares und wuchtiges Signal in die Bauwirtschaft.“ So könnten Zehntausende neue Wohnungen entstehen. Nach Zahlen des Bauministeriums sind rund 760.000 Wohnungen bundesweit genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt.

Voraussetzung: klimafreundliche Wärme

Gefördert wird über zinsverbilligte Kredite der staatlichen Förderbank KfW, und zwar so lange das Geld reicht. Voraussetzung ist neben dem Standard EH 55 allerdings, dass die Wärme zu hundert Prozent mit erneuerbaren Energien erzeugt wird. Häuser mit Öl- oder Gasheizungen wären damit ausgeschlossen. Wenn der Antrag gestellt wird, muss bereits eine Baugenehmigung vorliegen.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Politik
Politik Brandenburgs SPD zieht Reißleine: Aus für Koalition mit BSW - Wie geht es weiter?
07.01.2026

Die bundesweit einzige SPD/BSW-Koalition in Brandenburg ist gescheitert. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erklärte die Koalition in...

DWN
Politik
Politik Generalsanierung von Schloss Bellevue steht bevor - Kosten unklar
07.01.2026

Im März müssen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und rund 220 Mitarbeiter des Bundespräsidialamts ausziehen. Es steht eine...

DWN
Panorama
Panorama Lebensmittelpreise steigen: Warum sich immer mehr Deutsche Sorgen machen
07.01.2026

Die Preise im Supermarkt ziehen weiter an, und viele Haushalte kommen kaum hinterher. Eine neue Forsa-Umfrage zeigt, wie stark steigende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wenn der Agent einkauft: Wie KI den Onlinehandel 2026 zerbombt
07.01.2026

Der europäische E-Commerce steht vor einem tiefgreifenden technologischen und regulatorischen Umbruch. Wie verändern KI-gestützte...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Künstliche Intelligenz hält Wall Street auf Rekordkurs
07.01.2026

Die US-Aktienmärkte stiegen am Dienstag, gestützt durch künstliche Intelligenz, auf neue Rekordhochs, während Investoren auf die...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation 2025: Preise steigen weiter in Deutschland
06.01.2026

Die Inflation in Deutschland hat 2025 im Jahresschnitt 2,2 Prozent erreicht. Nach der hohen Teuerungswelle der vergangenen Jahre entspannt...

DWN
Politik
Politik Trump droht Kolumbien und Mexiko
06.01.2026

Die Aussagen aus Washington signalisieren eine neue Eskalationsstufe in der US-Politik gegenüber Lateinamerika. Droht daraus eine...

DWN
Politik
Politik Lobbyregister: Finanzbranche lobbyiert mit Hunderten Vertretern im Bundestag
06.01.2026

Das Lobbyregister zeigt, wer im Bundestag versucht, Politik zu beeinflussen. Eine Auswertung zeigt: Die Finanzbranche setzt viel Geld ein.