Finanzen

Bitcoin-Kurs aktuell: Absturz unter 93.500 Dollar verunsichert Anleger – geht der Krypto-Crash weiter?

Der Bitcoin erlebt turbulente Tage: Kursabstürze, Liquiditätsstress und widersprüchliche Analystenstimmen prägen die Lage. Während einige Experten Parallelen zu früheren Krisenjahren ziehen, warnen andere vor übertriebener Panik. Doch welche Signale sind für den Bitcoin-Kurs wirklich entscheidend?
17.11.2025 15:42
Aktualisiert: 17.11.2025 15:42
Lesezeit: 3 min
Bitcoin-Kurs aktuell: Absturz unter 93.500 Dollar verunsichert Anleger – geht der Krypto-Crash weiter?
Eine Bitcoin-Münze: Zum Auftakt in die neue Börsenwoche setzt der Bitcoin-Kurs seine Abwärtsbewegung fort (Foto: dpa). Foto: Fernando Gutierrez-Juarez

Bitcoin-Kurs: Geht der Krypto-Crash weiter? Was Anleger jetzt beachten müssen!

Der Bitcoin-Kurs hat ein dramatisches Wochenende hinter sich. Ein neues Sechsmonatstief, massenhafte Liquidationen und eine Marktstimmung, die laut dem aktuellen Fear and Greed-Index für Kryptowährungen von „extremer Angst“ geprägt ist, haben die Diskussionen rund um die künftige Bitcoin-Kursentwicklung neu entfacht. Während einige Experten bereits den Beginn eines mehrjährigen Bärenmarktes ausrufen, sehen andere in der aktuellen Lage eher eine vorübergehende Korrektur und verweisen auf strukturelle Veränderungen im Markt. Für Anleger stellt sich damit erneut die Frage, wie es mit dem Bitcoin-Kurs weitergehen könnte.

Am Sonntag fiel der Wert des Bitcoins erstmals seit Anfang Mai wieder auf rund 93.000 Dollar. Zwar stabilisierte sich die größte Kryptowährung anschließend bei etwa 94.000 bis 95.000 Dollar, doch der Schaden ist angerichtet. Innerhalb von 24 Stunden wurden Positionen im Wert von 619 Millionen Dollar liquidiert, davon 243 Millionen allein bei Bitcoin. Der Fear and Greed-Index fiel auf 14 und signalisiert damit extreme Angst – ein Zustand, der zuletzt im April 2025 nach Trumps Zolldrohungen zu beobachten war. Diese Stimmung schlägt sich auch im gesamten Markt nieder, der inzwischen nur noch eine Kapitalisierung von 3,22 Billionen Dollar aufweist. Anfang Oktober lag der Wert noch bei 4,3 Billionen Dollar.

Weiterer Krypto-Crash? Warum der Krypto-Markt wirklich unter Druck steht

Als Hauptgrund für die jüngste Abwärtsbewegung gilt die Liquiditätslage. Derek Lim von Caladan bringt es auf den Punkt, er sagte dem Börsenmagazin Der Aktionär: „Der Markt wird primär von der Liquidität bestimmt.“ Durch den US-Government-Shutdown sei das Treasury General Account künstlich hochgehalten worden, wodurch dem System kurzfristig Kapital entzogen wurde. Sobald die Regierung wieder Ausgaben tätigt, könne dies eine Trendwende auslösen. Zusätzliche Impulse erwartet Lim aus Japan: Ein diskutiertes Konjunkturpaket im Umfang von 17 Billionen Yen, rund 110 Milliarden Dollar, könnte die globale Liquidität weiter erhöhen.

Auch Edward Carroll von der MHC Digital Group sieht Parallelen zu den Jahren 2018 und 2019: „Indikatoren an den Anleihe- und Repo-Märkten blinken auf.“ Er warnt zudem vor den Folgen der schwindenden Hoffnung auf eine Zinssenkung im Dezember. Allein in der vergangenen Woche zogen Anleger 1,1 Milliarden Dollar aus US-Bitcoin-ETFs ab. Dennoch erkennt Carroll keine fundamentale Krise: „Sobald der Liquiditätszyklus dreht, erwarten wir, dass digitale Vermögenswerte als Erste wieder anziehen – so wie nach jeder größeren Intervention in den letzten zehn Jahren.“

Die 50-Wochen-Moving-Average: Beginn eines Bärenmarktes?

Einen ganz anderen Schwerpunkt setzen Analysten, die den Bitcoin-Kurs anhand technischer Indikatoren beurteilen. Der Bitcoin-Preis liegt derzeit bei rund 94.000 Dollar – und damit klar unter dem 50-Wochen-Moving-Average, der in der Community als zentraler Bullenmarkt-Support gilt. Historisch wurde ein Unterschreiten dieser Linie mit dem Beginn eines mehrjährigen Bärenmarktes verbunden. Der Analyst Stackhodler hat daher seine Einschätzung deutlich verschärft und sieht den Markt bereits im Bärenmodus. Sollte sich der historische Zyklus wiederholen, wären Rückgänge auf 25.000 bis 30.000 Dollar möglich.

Doch es gibt auch Gegenstimmen. Andre Dragosch von Bitwise betont, dass sich die Marktstruktur fundamental verändert habe. Die Zulassung von Bitcoin-ETFs, der Einstieg institutioneller Investoren und erste staatliche Käufe – etwa durch die tschechische Zentralbank – könnten die alten Muster der Bitcoin-Kursentwicklung aufbrechen. Zusätzlich verweist er auf das Power-Law-Modell, dem zufolge Bitcoin in diesem Zyklus noch keinen echten Bullenmarkt erreicht habe.

Bitcoin-Kurs: Aktuelle Preisfaktoren und große Unterschiede zu Gold

Der Bitcoinpreis, der am Montag paralle zum Start in den US-Börsenhandel in New York bei etwa annähernd 94.060 Dollar notierte, bleibt weiterhin volatil. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen Angebot und Nachfrage, Inflation, Zinspolitik, technische Entwicklungen, regulatorische Änderungen, Marktstimmung, Medienberichte und globale Krisen. Auch Whale-Bewegungen können jederzeit massive Ausschläge auslösen. Hinzu kommt der anhaltende Vergleich zwischen Bitcoin und Gold: Bitcoin gilt vielen als „digitales Gold“, ist aber deutlich volatiler, weniger etabliert und technisch anspruchsvoller. Gold wiederum gilt als stabiler und hat eine jahrtausendealte Historie – Bitcoin hingegen existiert erst seit 2009.

Der US-Ökonom Peter Schiff nutzt die jüngste Korrektur für neue Warnungen. „Dieses Mal könnte Bitcoin weiter sinken, anstatt sich zu erholen“, schreibt er und empfiehlt Anlegern: „Verkauft jetzt eure Bitcoin!“ Er behauptet, dass Hodler an anderen Gewinnchancen vorbeigehen könnten. Seine Angriffe auf MicroStrategy und Michael Saylor stoßen jedoch auf harte Kritik der Bitcoin-Community: „Du hast dich jedes Mal geirrt – warum diesmal nicht?“, fragt ein Nutzer.

Krypto-Prognose: Wohin steuert der Bitcoin-Kurs?

Ob ein neuer Bärenmarkt begonnen hat oder lediglich eine starke Korrektur stattfindet, bleibt offen. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein. Die 50-Wochen-Moving-Average bleibt der wichtigste technische Indikator, während die Liquiditätssituation der zentrale makroökonomische Faktor ist. Sicher scheint nur eines: Die Bitcoin-Prognose bleibt umstritten, die Volatilität hoch – und der Bitcoin-Kurs damit das dominierende Thema für Anleger weltweit.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Inflation und Deflation zugleich - Wohin steuert das Finanzsystem?

Die wirtschaftlichen Signale aus den USA, China und Europa werden widersprüchlicher. Während der Preisdruck nachlässt, verliert der...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation im Euroraum zieht wieder an: Wird die EZB die Zinsen erhöhen?
16.08.2026

Die Inflation hat sich im Euroraum überraschend zurückgemeldet – angetrieben von teurer Energie und geopolitischen Spannungen. Damit...

DWN
Politik
Politik Rentensplitting statt Witwenrente: Steht die Hinterbliebenenrente vor dem Aus?
16.08.2026

Im Rahmen der Rentenreform steht plötzlich auch die Witwenrente zur Diskussion. Ein Rentenexperte argumentiert, "Frauen könnten sich...

DWN
Politik
Politik Toxische Weltpolitik: Wenn gefährliche Staatschefs die Kontrolle verlieren
16.08.2026

Sie dulden keinen Widerspruch, verlangen Loyalität und halten sich selbst für unfehlbar. Gelangen toxische Führungspersönlichkeiten an...

DWN
Politik
Politik Medienrat für öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Geschäftsführerin steht fest
16.08.2026

Das neue Gremium soll den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kontrollieren. Im April wurde die Vorsitzende gewählt. Jetzt steht fest, wer...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie Fintechs Banken herausfordern – und Anleger profitieren können
16.08.2026

Millionen Kunden eröffnen Konten bei Revolut, N26 oder Trade Republic – oft zunächst nur zusätzlich zur Hausbank. Doch aus der...

DWN
Finanzen
Finanzen Künstliche Intelligenz greift nach Ihrer Rente - und zwar an zwei Fronten
16.08.2026

Erstens geht es um die Exponierung von Pensionsfonds gegenüber KI. Zweitens stellt sich die Frage, welche Kasse die meisten Menschen im...

DWN
Panorama
Panorama Schlecht vorbereitet bei Waldbränden? Experte sieht Lücken im System
16.08.2026

Ein dichtes Netz an Feuerwehren schützt Deutschland bislang vor vielen größeren Waldbränden. Doch Ausbildung, Einsatzverfahren und...

DWN
Finanzen
Finanzen Millionenbetrug an Bankkunden: Ermittler heben Netzwerk aus
16.08.2026

Eine Gruppe Krimineller soll Bankkunden um Millionen betrogen haben. Ermittler aus Deutschland und Brasilien nahmen nach Durchsuchungen...