Finanzen

Bitcoin-Kurs rutscht zeitweise unter 90.000 US-Dollar: Kryptomarkt in extremer Angst

Der Bitcoin-Kurs ist am Dienstag zeitweise tief gefallen und hat weltweit Unruhe unter Anlegern ausgelöst. Der Fear-and-Greed-Index warnt vor extremer Angst am Kryptomarkt, während wirtschaftliche Risiken zusätzlichen Druck auf Kryptowährungen ausüben. Wie gefährlich ist die Lage? Geht der Krypto-Crash weiter?
18.11.2025 22:58
Lesezeit: 3 min
Bitcoin-Kurs rutscht zeitweise unter 90.000 US-Dollar: Kryptomarkt in extremer Angst
Krypto-Crash geht weiter: Der Bitcoin-Kurs rutscht unter die Marke von 90.000 US-Dollar (Foto: iStockphoto.com/Nastco) Foto: Nastco

Bitcoin-Kurs zeitweise unter 90.000 Dollar: Krypto-Anleger in extremer Angst

Der Krypto-Crash ging am Dienstag zunächst weiter, am Morgen war der Bitcoin-Kurs erneut massiv unter Druck geraten. Die wichtigste Kryptowährung rutschte zeitweise unter die Marke von 90.000 US-Dollar – und damit auf den tiefsten Stand seit April. Ein vorläufiges Tagestief markierte der Bitcoin-Kurs bei knapp 89.488 Dollar.

Damit setzte die weltgrößte Kryptowährung ihre seit Anfang Oktober anhaltende Verlustserie fort und gab sämtliche Gewinne des laufenden Jahres wieder ab. Sowohl im asiatischen Handel als auch an den westlichen Märkten verschärfte sich der Abwärtstrend, der seit Wochen durch makroökonomische Unsicherheiten, schwache Tech-Stimmung und institutionelle Mittelabflüsse befeuert wird allerdings nur zeitweise. Im späten Handel drehte der Bitcoin-Kurs ins Plus und schloss letztlich über 92.500 US-Dollar. Ist nun alles wieder gut oder machen Krypto-Trader gerade Millionen?

Krypto-Crash? Kräftiges Minus beim Bitcoin nur am Vormittag

Von Montag bis Dienstagvormittag verlor der Bitcoin innerhalb von 24 Stunden gut 5 Prozent an Wert, innerhalb der vergangenen sieben Tage summierten sich die Abgaben auf rund 15 Prozent. Bereits vergangene Woche war der Bitcoin-Kurs unter die psychologisch wichtige 100.000-Dollar-Marke gerutscht, die seit Anfang Mai gehalten hatte. Anfang Oktober hatte Bitcoin noch ein Allzeithoch bei gut 126.000 Dollar erreicht. Seit diesem Höchststand büßte die Digitalwährung mehr als 28 Prozent ein.

Laut Bloomberg und der Financial Times sind in den vergangenen sechs Wochen über eine Billion US-Dollar vom Kryptomarkt verschwunden. Der Marktwert von mehr als 18.000 bei CoinGecko erfassten Kryptowährungen ist um denselben Betrag gesunken. Der gesamte Marktwert aller gut 19.000 gelisteten Kryptowährungen lag am Dienstagmorgen nur noch bei rund 3,17 Billionen Dollar, womit in einer Woche über 500 Milliarden Dollar an Wert verloren gingen.

Auch andere große Coins gerieten stark unter Druck: Ether fiel mit einem Wochenminus von 17 Prozent auf knapp 3.000 Dollar. Solana rutschte auf 137 Dollar und hat damit im Vergleich zum Rekordhoch im Januar 53 Prozent verloren. Besonders der Handel mit spekulativen Altcoins ist seit dem Kursrutsch Anfang Oktober weitgehend zum Erliegen gekommen. In den vergangenen 24 Stunden wurden laut Coinglass Long- und Short-Positionen von rund 950 Millionen Dollar liquidiert.

Investoren suchen nach Absicherung – Stimmung auf Tiefpunkt

Die Nachfrage nach Absicherung gegen einen Rückgang auf 85.000 und 80.000 US-Dollar ist sprunghaft gestiegen. Händler kauften zuletzt Bitcoin-Kontrakte im Wert von über 740 Millionen US-Dollar mit Laufzeit bis Ende November, um auf weitere Verluste zu spekulieren. Der von CoinMarketCap berechnete Stimmungsindex signalisiert „extreme Angst“. Mit nur 11 von möglichen 100 Punkten liegt der Crypto Fear and Greed Index laut Analyst Raoul Pal am Boden.

Der Bitcoin-Kurs wird zusätzlich durch globale Marktrisiken belastet. Vor allem die anstehenden Nvidia-Zahlen, die als Gradmesser für Tech-Bewertungen und spekulatives Risiko gelten, sorgen für Unsicherheit. Gleichzeitig warten Investoren auf Hinweise zur künftigen Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve. „Die mit künstlicher Intelligenz verbundenen Risiken häufen sich und beeinflussen die Stimmung im Kryptobereich negativ“, sagte Adam McCarthy vom Kryptoanalyseunternehmen Kaiko.

Bitcoin-Kurs: Historische Einordnung der Entwicklung

Seit dem Genesis-Block gab es nur drei Jahre, in denen Bitcoin negativ geschlossen hat. 2025 könnte das vierte Jahr werden. Am 1. Januar 2025 lag der Bitcoin-Preis laut bitbo bei 93.500 US-Dollar; aktuell notiert der Coin nahe 90.015 US-Dollar. Beobachter verweisen auf starke Marktverwerfungen an den Aktienmärkten und zunehmenden Risikoabbau vor wichtigen Wirtschaftsberichten.

Gadi Chait, Head of Investment bei der Xapo Bank, betont jedoch, dass solche Marktkorrekturen für Bitcoin typisch seien: “Während einige nach konkreten Auslösern suchen werden – seien es Nachwirkungen des Deleveraging im Oktober oder umfassendere makroökonomische Veränderungen –, ist die genaue Ursache weitgehend zweitrangig. Periodische Rückgänge sind ein bekanntes Merkmal dieses Marktes.”

Bitcoin-Kurs im freien Fall: Was bedeutet das für Anleger? Wo ist der Boden?

Der Bitcoin-Kurs hat nicht nur seine Jahresgewinne ausradiert, sondern auch wichtige psychologische Marken verloren. Für viele Marktteilnehmer zeigt sich erneut, dass die Kryptowährung extrem volatil bleibt. Ein Kryptoinvestor fasst es so zusammen: „Kryptoinvestoren werden jetzt wieder daran erinnert, dass dieser Markt nichts für schwache Nerven ist.“ Wer langfristig investiert sein wolle, müsse wissen, dass diese Schwächephasen sehr schmerzhaft sein können.

Für kurzfristig orientierte Anleger bleibt die Lage angespannt. Der Bitcoin-Kurs könnte aufgrund des überverkauften Marktes kurzfristig Gegenbewegungen erleben, doch das Sentiment bleibt fragil, heißt es bei Krypto-Experten. Möglicherweise ist das Auf und Ab am Dienstgag genau eine solche ungesunde Mischung aus extremer Angst und Gegenbewegung gewesen. Klar ist, dass für viele Trader der Bitcoinkurs gleichzeitig eine zentrale Rolle spielt, da er als Leitindikator für die gesamte Digitalwährung-Branche gilt. Ob der Markt sich nachhaltig fängt oder ob der Krypto-Crash weitergeht, hängt maßgeblich von Tech-Daten und US-Konjunktursignalen ab.

Der Bitcoin-Kurs bleibt jedenfalls das beherrschende Thema in der Kryptoszene – und der Bitcoinkurs wird für Anleger weltweit weiter zum entscheidenden Barometer für die Kursentwicklungen bei den Digitalwährugen. Der Bitcoin-Preis bleibt damit ein Schlüsselfaktor für den gesamten Markt.

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