Wirtschaft

Covestro-Überrnahme genehmigt: Abu Dhabi wird vom Ölreich zum Chemieriesen

In Abu Dhabi gilt die Chemieindustrie als Zukunftsmodell. Zentraler Baustein der Vision: Die Übernahme des Leverkusener Kunststoffherstellers Covestro.
26.11.2025 13:15
Lesezeit: 1 min

Arabischer Staatskonzern kann Chemiefirma Covestro übernehmen

Die Spezialchemie-Firma Covestro kommt in arabische Hand. Nachdem die EU-Kommission bereits in der vergangenen Woche grünes Licht gab, signalisierte auch das Bundeswirtschaftsministerium sein Einverständnis zu der Übernahme durch eine Tochterfirma des Staatsunternehmens Adnoc aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Man habe die regulatorische Genehmigung des Ministeriums bekommen, teilten Covestro und XRG in Leverkusen mit. XRG ist der Investitionsarm der Ölfirma Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc).

Covestro war früher die Kunststoffsparte von Bayer, 2015 wurde das Unternehmen eigenständig. Es stellt Chemikalien her, die zu Hartschäumen in Kühlschränken und Gefriertruhen sowie zu Weichschäumen in Autositzen und Matratzen genutzt werden. Der Konzern hat circa 17.500 Mitarbeiter. Von ihnen sind gut 7.000 in Deutschland beschäftigt, neben der Zentrale in Leverkusen arbeiten sie in Dormagen, Krefeld (Uerdingen) und Brunsbüttel.

Reiche sieht starkes Signal für den Industriestandort

Das deutsche Management sieht den arabischen Neu-Eigentümer positiv. „Mit XRG als starkem und langfristig orientiertem Partner werden wir Innovation und digitale Transformation ausbauen, die Kreislaufwirtschaft weiter vorantreiben und neue Maßstäbe in der chemischen Industrie setzen können“, sagte Covestro-Chef Markus Steilemann. XRG-Manager Rainer Seele sagte, es sei das Ziel, zu den drei führenden Investoren der globalen Chemiebranche zu zählen.

Bundeswirtschaftsminister Katherina Reiche (CDU) wertete die Übernahme als „ein starkes Signal des Vertrauens in den Industriestandort Deutschland“. „Mit dem Bekenntnis zur langfristigen Weiterentwicklung des Unternehmens eröffnet Adnoc neue Perspektiven für Wachstum, Beschäftigung und die Transformation der Chemiebranche“, sagte die Christdemokratin.

Schwache Konjunktur setzt Covestro zu

Mit der Zustimmung des Bundeswirtschaftsministeriums ist das letzte Hindernis für die im vergangenen Jahr eingeleitete Übernahme beseitigt. In den kommenden Tagen wird noch das technische Closing erwartet, was eine Formalie ist – dann wird die Übernahme abgeschlossen sein.

Covestro leidet wie andere Chemiekonzerne auch unter der schwachen Konjunktur, der teuren Energie und der durch US-Zölle angespannten Handelssituation. Im dritten Quartal 2025 sackte der Umsatz Firmenangaben zufolge um 12 Prozent auf rund 3,2 Milliarden Euro ab. Unter dem Strich verbuchte das Unternehmen einen Verlust von 47 Millionen Euro.

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