Politik

Sicherheitspolitik: Deutsche Führungsrolle in Europa? Bevölkerung gespalten

Russland als Bedrohung, Zweifel an den USA, Europa mittendrin: Eine Umfrage im Auftrag der Münchner Sicherheitskonferenz zeigt, wie Menschen in Deutschland über Außen- und Sicherheitspolitik denken.
03.12.2025 14:08
Lesezeit: 1 min

Umfrage: Deutsche Führungsrolle in Europa? Bevölkerung gespalten

Ob Deutschland in Europa eine Führungsrolle übernehmen soll, ist einer Umfrage zufolge im Land umstritten. 43 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, 38 Prozent lehnen es ab, wie aus der Umfrage der Bilendi GmbH im Auftrag der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) hervorgeht. Sie liegt der DPA vor.

Befragte sehen gegenwärtig mehrheitlich keine Führungsrolle

Diejenigen, die gegen eine deutsche Führungsrolle sind, nennen demnach mehrheitlich als Grund, dass Deutschland nicht über die dafür notwendigen Mittel verfüge (61 Prozent). Jeweils ein Fünftel der Gegner verweist auf die deutsche Geschichte oder meint, dass andere Länder die Aufgabe übernehmen sollten.

Die Mehrheit der Befürworter glaubt laut Umfrage hingegen, dass die Bundesrepublik eine Führungsrolle übernehmen sollte, weil es die nötigen Ressourcen hat (58 Prozent). 40 Prozent der Befürworter sehen den Grund in den Erwartungen der europäischen Nachbarn, 30 Prozent sind der Meinung, dass Deutschland eine Führungsrolle übernehmen muss, weil kein anderer EU-Staat es tut.

Weitgehend einig sind sich die Befragten in ihrer Einschätzung der gegenwärtigen deutschen Rolle: Nur eine Minderheit gibt der Umfrage zufolge an, Deutschland nehme eine Führungsrolle in Europa ein (28 Prozent). 59 Prozent glauben hingegen, dass Deutschland das nicht tut.

Mehrheit sieht Deutschland schlecht aufgestellt

Die Vorbereitung Deutschlands auf die veränderte sicherheitspolitische Lage, wie beispielsweise russische Drohnenüberflüge, schätzen die Befragten überwiegend als eher schlecht (36 Prozent) oder sogar sehr schlecht (33 Prozent) ein. Nur eine Minderheit sieht sie als sehr gut (1 Prozent) oder eher gut (6 Prozent).

71 Prozent der Befragten sind außerdem der Ansicht, der Staat tue nicht genug, um sich auf die veränderte Lage einzustellen. Nur 18 Prozent gaben laut Umfrage an, die Maßnahmen seien ausreichend.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Politik
Politik Gas-Preis könnte auf 90 Euro steigen: Ökonomen warnen vor hartem Winter
14.10.2026

Europa steht vor einem Winter mit hohen Gaspreisen und relativ geringen Lagerbeständen. Experten rechnen nicht mit einer Wiederholung der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russland erzielt mit Europas Energiekäufen Einnahmen von rund 322 Milliarden Euro
14.10.2026

Europa will seine Energieabhängigkeit von Russland beenden. Doch trotz Sanktionen fließt weiterhin eine große Menge Kapital nach Moskau....

DWN
Politik
Politik Stoppen, abschwächen, zerschlagen: NATO-Oberbefehlshaber erläutert Reaktion auf einen Angriff
14.10.2026

General Alexus Grynkewich, Oberster Alliierter Befehlshaber der NATO in Europa, hat beim Warsaw Security Forum die „Theorie des Sieges“...

DWN
Finanzen
Finanzen Roboter-Aktien: Investoren sehen Chancen im globalen Robotik-Wettlauf
14.10.2026

Physische KI gilt für viele Techinvestoren als das nächste große Thema an den Aktienmärkten. Mehrere Roboter-Aktien könnten davon...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Sie sollen Palantir beim französischen Geheimdienst ersetzen, jetzt nehmen sie Dänemark ins Visier
14.10.2026

Mehrere europäische Staaten hinterfragen ihre Abhängigkeit von amerikanischer Sicherheitssoftware. Davon will das französische...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street gibt wegen schwacher Chip-Aktien nach
13.10.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Entwicklungen die Wall Street heute bewegt haben.

DWN
Finanzen
Finanzen Rente 2026: Fast 2.000 Euro? Für die meisten ein Traum – 5 Zahlen zeigen die Realität
13.10.2026

Die Politik verweist auf ein stabiles Rentenniveau und knapp 2.000 Euro Standardrente. Doch amtliche Zahlen zeigen: Das ist ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland baut neue Bahnstrecke von Hamburg nach Hannover – aber erst 2050
13.10.2026

Überlastete Strecke: Zwischen Hamburg und Hannover fahren täglich rund 200 Güterzüge, dazu ICE- und Regionalzüge. Staus und...