Finanzen

Tui-Aktie: Verhaltene Börsenreaktion nach starken Tui-Zahlen und stabiler Prognose – die Gründe

Starke Zahlen, sinkender Kurs: Der Reisekonzern Tui startet operativ so erfolgreich wie lange nicht. Hotels und Kreuzfahrten liefern Rekorde, die Prognose steht. Doch warum reagiert die Börse verhalten – und was bedeutet das jetzt für die Tui-Aktie?
10.02.2026 13:51
Aktualisiert: 10.02.2026 13:51
Lesezeit: 2 min

Tui-Aktie: Verhaltene Börsenreaktion trotz eines Rekordstarts ins Winterhalbjahr

Die Tui-Aktie hat am Dienstag einen deutlichen Rückschlag erlitten. Auslöser war eine rückläufige Nachfrage nach Pauschalreisen, die den Tui-Aktienkurs schwer belastete. Nachdem das Papier tags zuvor noch in Richtung 10 Euro auf den höchsten Stand seit dem Kurseinbruch im Frühjahr 2023 gestiegen war, sackte die Aktie zeitweise um fast 8 Prozent ab. Zuletzt lag sie mit minus 5,1 Prozent bei 8,88 Euro.

Damit hat sich die charttechnische Lage für die Tui-Aktie wieder eingetrübt. Die 21-Tage-Durchschnittslinie wurde nach unten durchbrochen. Unterstützung findet der Titel aktuell an der 50-Tage-Linie bei 8,87 Euro. Analysten äußerten sich zwar grundsätzlich positiv über die „soliden Quartalszahlen“ sowie die bestätigten Ziele für 2025/26, warnten jedoch vor negativen Trends in der Nachfrage. Barclays-Analyst Andrew Lobbenberg sieht die Wettbewerbsfähigkeit des Reiseveranstalters im Fokus der Marktteilnehmer, bleibt aber optimistisch und verweist auf das starke Kreuzfahrtgeschäft.

Tui-Aktie: Rekordstart ins neue Jahr

Operativ hat der Reisekonzern Tui einen starken Jahresauftakt hingelegt. Im ersten Quartal 2025/26 erzielte das Unternehmen das beste Auftaktquartal seit der Fusion mit TUI Travel im Jahr 2014. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) stieg um 26,3 Millionen Euro auf 77,1 Millionen Euro und lag damit deutlich über den Analystenerwartungen von 63 Millionen Euro.

Der Umsatz blieb mit rund 4,9 Milliarden Euro stabil, wechselkursbereinigt entspricht das einem kleinen Anstieg um 1,3 Prozent. Analysten hatten im Konsens mit 4,88 Milliarden Euro Umsatz gerechnet. Konzernchef Sebastian Ebel zeigte sich sehr zufrieden und betonte, die Buchungen für Winter 2025/26 und Sommer 2026 entsprächen den Erwartungen. Trotzdem reagierte die Tui-Aktie schwächer: Im vorbörslichen Tradegate-Handel verlor sie zeitweise 2,1 Prozent auf 9,24 Euro, im weiteren Handelsverlauf ging es dann noch weiter abwärts. Zeitweise büßte das Papier des Reisekonzerns über 4 Prozent ein und rutschte deutlich unter die Marke von 9,00 Euro.

Kreuzfahrten als Wachstumstreiber

Ein wichtiger Wachstumsmotor bleibt das Segment Kreuzfahrten. Hier verbesserte sich das bereinigte EBIT um 70,8 Prozent auf einen Rekordwert von 82,3 Millionen Euro. Die verfügbaren Passagiertage stiegen um 16 Prozent auf 3,0 Millionen, unterstützt durch die Aufnahme der Mein Schiff Relax in die Flotte. Trotz Kapazitätserweiterung gelang es dem Reisekonzern, die Auslastung zu steigern.

Auch der Hotelbereich entwickelte sich operativ besser, wenngleich Sondereffekte belasteten: Ein Hurrikan auf Jamaika kostete rund 10 Millionen Euro, zudem entfiel ein positiver Bewertungseffekt aus dem Vorjahr in Höhe von 15 Millionen Euro. Dennoch erzielte Hotels & Resorts ein bereinigtes EBIT von 131,0 Millionen Euro.

Nachfrage sinkt: Warnsignale für den Reisekonzern

Die Tui-Zahlen zeigen zwar operative Stärke, doch die Buchungsentwicklung bereitet Sorgen. Bernstein-Analyst Richard Clarke betonte: „Die Nachfrage ist erheblich gesunken.“ Der gebuchte Umsatz für Winter 2025/26 wurde im Dezember noch mit plus 1 Prozent angegeben, inzwischen mit minus 1 Prozent. Für Sommerbuchungen 2026 wird nun ein Rückgang von minus 2 Prozent genannt.

Dass der Reisekonzern dennoch an seinen Jahreszielen festhält, sieht Clarke als „Zeichen für die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells“. Gleichzeitig rechnet er damit, dass Erwartungen für das Geschäftsjahr um 1 bis 2 Prozent nach unten korrigiert werden könnten. JPMorgan-Analyst Karan Puri verweist ebenfalls auf den zunehmenden Wettbewerb und gesamtwirtschaftliche Unsicherheiten in Großbritannien und Deutschland, die Buchungen nach hinten verschieben.

Tui-Aktie: Prognose bestätigt und neue Dividendenpolitik

Für das Gesamtjahr 2025/26 bestätigt Tui die Prognose: Der Umsatz soll währungsbereinigt um zwei bis vier Prozent steigen, das bereinigte EBIT um sieben bis zehn Prozent wachsen. Die Nettoverschuldung sank zum 31. Dezember 2025 um 500 Millionen Euro auf 3,6 Milliarden Euro. Zudem kündigte der Reisekonzern eine neue Dividendenpolitik an. Für 2025 ist eine Starter-Dividende von 0,10 Euro je Aktie geplant, ab 2026 eine Ausschüttungsquote von 10 bis 20 Prozent des bereinigten Ergebnisses je Aktie.

Für Anleger bleibt die Lage gemischt: Die Tui-Aktie profitiert von starken Tui-Zahlen, doch die sinkende Nachfrage drückt auf den Tui-Aktienkurs. Entscheidend wird sein, ob der Reisekonzern seine Wachstumsziele trotz schwieriger Buchungstrends erreichen kann.

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