Finanzen

Nordex-Aktie auf Hoch seit 2002: Ausblick überzeugt Anleger – doch Analysten warnen

Die Nordex-Aktie sorgt mit einem Kurssprung auf ein Hoch für Aufsehen am Aktienmarkt. Starke Zahlen und ambitionierte Ziele treiben den Nordex-Aktienkurs kräftig an, der MDAX-Wert führt den Index der mittelgroßen Werte am Mittwoch an. Doch nicht alle Analysten sind überzeugt.
25.02.2026 12:09
Aktualisiert: 25.02.2026 12:09
Lesezeit: 2 min
Nordex-Aktie auf Hoch seit 2002: Ausblick überzeugt Anleger – doch Analysten warnen
Starke Zahlen treiben die Nordex-Aktie an die MDAX-Spitze. (Foto: dpa) Foto: Bernd Wüstneck

Nordex-Aktie aktuell auf Hoch seit Juni 2002

Ein optimistischer Ausblick mit starken Zielen für 2026 und darüber hinaus hat die Nordex-Aktie am Mittwoch auf ein Hoch seit Mitte 2002 getrieben. Zur Mittagszeit notiert die Nordex-Aktie aktuell in Frankfurt annähernd 17 Prozent höher und erreicht zeitweise die psychologisch wichtige Marke von 41 Euro. Damit führten die Papiere des Windturbinenbauers den MDAX der mittelgroßen Werte an. Das Plus beim Nordex-Aktienkurs im noch jungen Jahr 2026 summiert sich bereits auf rund 39 Prozent, womit die Nordex-Aktie derzeit zu den am besten gelaufenen 10 Prozent der 40 MDAX-Werte zählt.

Constantin Hesse, Analyst beim Investmenthaus Jefferies, sprach von einem "hervorragenden vierten Quartal". Sowohl die Nordex-Zahlen als auch der Jahresausblick und die mittelfristige Prognose für die Geschäftsentwicklung seien besser als erwartet ausgefallen. RBC-Analyst Colin Moody sieht nun Spielraum, dass die Konsensschätzung für das operative Ergebnis (Ebitda) 2026 und darüber hinaus im mittleren zehnprozentigen Bereich steigen könnte. Für die Nordex-Aktie und den Nordex-Aktienkurs ergibt sich daraus zusätzliches Potenzial.

Kritik an Ausschüttungspolitik trotz starker Nordex-Zahlen

Allerdings erkennt Moody in den aktuellen Nordex-Zahlen nicht nur positive Aspekte für die Nordex-Aktie: Die Lage bei den Ausschüttungen an die Aktionäre bewertet er als "klar negativ". Kritisch sieht er vor allem die Verzögerungen bis 2027, "auch wenn sie auf technische Gründe im Rechnungswesen zurückzuführen sind", sowie das "relativ konservative Ziel einer angestrebten Mindestrendite von 50 Millionen Euro für die Aktionäre ab 2027". Dies sei insbesondere vor dem Hintergrund des sehr starken freien Cashflows in diesem Jahr enttäuschend und könnte den Nordex-Aktienkurs belasten.

Analyst Richard Dawson von der Privatbank Berenberg argumentierte hingegen, das Unternehmen habe sich zu "vorhersehbaren und nachhaltigen" Aktionärsrenditen in den kommenden Jahren durch Dividenden oder Rückkäufe bekannt. Dass vom kommenden Jahr an mindestens 50 Millionen Euro pro Jahr an die Aktionäre fließen sollen, unterstreiche das Vertrauen des Managements in den Ausblick für die Nordex-Aktie und ein mögliches weiteres Nordex-Hoch.

Operative Marge als Kurstreiber für den Nordex-Aktienkurs

Für Analyst Vivek Midha von der Citigroup stehen vor allem die Prognosen des Managements zur operativen Profitabilität im Mittelpunkt. Diese seien die entscheidenden Treiber für die Bewegung beim Nordex-Aktienkurs an diesem Handelstag und hätten die Nordex-Aktie in Richtung Nordex-Hoch geschoben.

Bereits vor Veröffentlichung der Nordex-Zahlen war die Nordex-Aktie deutlich gestiegen, schrieb Midha, da – wie aus vorangegangenen Gesprächen mit Investoren hervorging – schon mit einer mittelfristigen Prognose von 10 Prozent Ebitda-Marge gerechnet wurde.

Allerdings sei die vom Management nun avisierte Zielspanne im laufenden Jahr deutlich besser als erwartet ausgefallen. Dies könnte dazu führen, dass das mittelfristige Niveau schneller erreicht wird als von Investoren bislang angenommen, so der Experte. Schließlich liege Nordex bei der Mitte der für 2026 prognostizierten Ebitda-Margenspanne von 8 bis 11 Prozent bereits knapp unter der 10-Prozent-Marke. Eine positive Reaktion der Nordex-Aktie und des Nordex-Aktienkurses hatte der Citigroup-Analyst daher im Vorfeld erwartet.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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