Finanzen

DWS-Aktie sackt ab: Deutsche-Bank-Tochter enttäuscht mit Erträgen

Auf den ersten Blick liefert DWS starke Zahlen: Milliarden fließen neu in die Fonds, das verwaltete Vermögen erreicht einen Höchststand und der Gewinn steigt. Doch die Börse schaut genauer hin – und entdeckt Schwächen, die die DWS-Aktie unter Druck setzen.
29.07.2026 12:16
Lesezeit: 2 min
DWS-Aktie sackt ab: Deutsche-Bank-Tochter enttäuscht mit Erträgen
DWS meldet Milliardenzuflüsse und ein Rekordvermögen. Doch schwächere Erträge belasten die DWS-Aktie. (Bild: ChatGPT)

DWS-Aktie sackt ab: Deutsche-Bank-Tochter enttäuscht mit Erträgen

Der Fondsanbieter DWS (ISIN: DE000DWS1007) hat im zweiten Quartal deutlich mehr Geld von Anlegern eingesammelt als gedacht. Unter dem Strich flossen fast 25 Milliarden Euro zusätzlich in die DWS-Fonds, wie die börsennotierte Tochtergesellschaft der Deutschen Bank (ISIN: DE0005140008) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit knapp 16 Milliarden gerechnet. Der Gewinn legte vor allem dank einer geringeren Steuerlast zu, doch die Erträge verfehlten die Erwartungen von Analysten. Für die DWS-Aktie ging es daraufhin abwärts.

Am Mittwoch um die Mittagszeit büßte die DWS-Aktie rund vier Prozent auf 68,80 Euro ein und gehörte damit zu den größten Verlierern im MDAX, dem Index der mittelgroßen Werte. Allerdings hatte die DWS-Aktie im laufenden Jahr stark zugelegt. der MDAX-Wert liegt im Vergleich zum Jahreswechsel mit rund 22 Prozent im Plus.

RBC-Analyst kritisiert schwache Gebühreneinnahmen und höhere Kosten

Analyst Ben Bathurst von der Bank RBC bemängelte in einer ersten Einschätzung deutlich niedrigere Gebühreneinnahmen. Zudem seien die Kosten stärker als erwartet gestiegen.

Zwar wuchsen die Erträge im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 773 Millionen Euro. Doch damit verfehlte DWS die Erwartungen von Analysten ebenso wie mit dem Vorsteuergewinn, der mit 305 Millionen Euro nur eine Million über dem Vorjahreswert lag. Der Überschuss wuchs hingegen dank einer Steuergutschrift um elf Prozent auf 237 Millionen Euro.

DWS hält an den Jahreszielen fest

Das verwaltete Vermögen von DWS habe mit 1,19 Billionen Euro einen Höchststand erreicht, sagte Vorstandschef Stefan Hoops. Zwar fielen die Erträge im zweiten Quartal niedriger aus als im ersten Jahresviertel, doch dies sieht der Vorstand nicht als Problem. So hatte das Unternehmen Anfang des Jahres besonders hohe erfolgsabhängige Gebühren eingestrichen, die sonst erst im zweiten Quartal eingegangen wären. Auf das erste Halbjahr gesehen legten Erträge und Gewinn von DWS deutlicher zu.

Der Vorstand hält daher an seinem Ziel fest, den Gewinn je Aktie im laufenden Jahr um 10 bis 15 Prozent zu steigern. Dazu sollen die Kosten 55 bis 57 Prozent der Erträge aufzehren. Im ersten Halbjahr lag dieser Wert mit 57,2 Prozent noch etwas über dieser Spanne.

DWS-Aktie: Rekordzahlen mit größeren Schönheitsfehlern

DWS hat im zweiten Quartal eindrucksvoll bewiesen, dass das Unternehmen weiterhin erhebliche Mittel von Anlegern anziehen kann. Das Rekordniveau beim verwalteten Vermögen und der gestiegene Gewinn sprechen grundsätzlich für eine stabile Entwicklung. Gleichzeitig zeigt die Reaktion der Börse, dass Investoren nicht allein auf Mittelzuflüsse oder den Überschuss achten. Entscheidend sind auch die Qualität der Erträge, die Entwicklung der Gebühreneinnahmen und die Kostenkontrolle. Solange DWS hier hinter den Erwartungen zurückbleibt, dürfte die Aktie anfällig für Rückschläge bleiben – selbst wenn der Vorstand seine Jahresziele weiterhin bestätigt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Der wachsende Trend zu flexiblen Konsumausgaben bei deutschen Verbrauchern

Deutsche Haushalte verändern ihr Ausgabeverhalten grundlegend. Wo früher feste Sparpläne und monatliche Budgets den Alltag bestimmten,...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Rente und Pension im Vergleich: Wie groß die Unterschiede wirklich sind
12.08.2026

Die Renten sind im Schnitt deutlich niedriger als die Beamtenpensionen. Eine neue Auswertung aus dem Bundestag zeigt erhebliche...

DWN
Technologie
Technologie Ifo: Deutsche Unternehmen erwarten sinkende Löhne durch KI
12.08.2026

Die Betriebe gehen sehr viel häufiger von einem Rückgang als von einem Anstieg der Löhne in den kommenden fünf Jahren aus. Welche...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflationsschock durch Energiepreise - Leben wird immer teurer
12.08.2026

Nach dem Auslaufen des Tankrabatts hat sich das Leben in Deutschland sprunghaft verteuert. Im Juli kletterte die Inflationsrate auf 2,8...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie stabilisiert sich: Rekordquartal trifft auf gekappte Umsatzprognose
12.08.2026

Rheinmetall wächst rasant und übertrifft im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen. An der Börse reicht das bislang nur für eine...

DWN
Politik
Politik Städtetags-Präsident: "Stimmung in den Rathäusern explosiv"
12.08.2026

Die Kommunen stehen finanziell unter Druck. Die Stimmung in den Rathäusern sei noch nie so schlecht gewesen, heißt es vom Städtetag. Er...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Generalsanierung: Bahnchefin Palla stellt die Weichen neu
12.08.2026

Die Generalsanierungen der Bahn sollten das marode Netz retten – doch Verspätungen und neue Probleme setzen den Konzern unter Druck. Nun...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Billigfluggesellschaften stehen vor dem Absturz: Ein Gigant könnte als Einziger übrig bleiben
12.08.2026

Zwei der drei unabhängigen Billigfluggesellschaften Europas hängen in den Seilen, nachdem der Ölpreisschock die Lage zusätzlich...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall-Street-Händler halten sich vor Inflationsbericht zurück
11.08.2026

Welche Impulse jetzt die Kurse bewegen und warum Anleger gespannt auf die neuen Daten blicken