Politik

Epstein-Skandal: Chef des Weltwirtschaftsforums tritt zurück

Der frühere norwegische Außenminister, Børge Brende, legt sein Amt als Präsident des WEF nieder. Was ist über seine Verbindungen zum Sexualstraftäter Epstein bekannt?
26.02.2026 15:22
Lesezeit: 2 min

Epstein-Skandal: Chef des Weltwirtschaftsforums tritt zurück

Nach Bekanntwerden seiner Kontakte zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein tritt Børge Brende als Chef des Weltwirtschaftsforums (WEF) zurück. Das habe er nach reiflicher Überlegung entschieden, sagte der ehemalige norwegische Außenminister einer WEF-Mitteilung zufolge.

Nach acht Jahren im Amt sei er «zu dem Schluss gekommen, dass sowohl das WEF als auch ich am meisten davon profitieren, wenn ich nun den Stab an jemand anderen weiterreiche», sagte Brende der Zeitung «Dagens Næringsliv». Der Fall Epstein könne leicht die Aufmerksamkeit von der wichtigen Arbeit des Forums ablenken. Eine «externe Überprüfung» habe jedoch nichts aufgedeckt, was «nicht bereits bekannt und in den Medien gründlich behandelt worden» sei. Brende war von 2013 bis 2017 Norwegens Außenminister und seit 2017 Präsident des WEF.

Der Name des norwegischen Politikers taucht in den jüngst vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten auf. Dabei war bekanntgeworden, dass er mit dem 2019 in Haft gestorbenen Epstein seit 2018 in Kontakt stand. Das WEF kündigte daraufhin eine unabhängige Überprüfung an, die der aktuellen Mitteilung zufolge nun abgeschlossen ist und deren Ergebnisse zeigen, «dass es keine weiteren Bedenken gibt, die über die bereits offengelegten hinausgehen».

Mehrere Abendessen mit Epstein

Brende hatte zunächst bestritten, Kontakt mit Epstein gehabt zu haben. Später gab er dann zu, im Jahr 2018 und 2019 mit dem US-Finanzier mehrmals zu Abend gegessen zu haben - also zu einem Zeitpunkt, als Epstein bereits rechtskräftig wegen Missbrauchs im Jahr 2008 verurteilt worden war und eine Haftstrafe abgesessen hatte. Der Sender TV2 berichtete, dass Brende Epstein mehrere SMS geschickt hatte. Brende sagte dem Sender, er erinnere sich an die Nachrichten nicht. Zudem habe er nichts von Epsteins Machenschaften und seiner Vergangenheit gewusst.

Epstein betrieb jahrelang einen Missbrauchsring, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Der New Yorker Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society der USA und vieler anderer Länder.

Ermittlungen gegen mehrere Norweger

Der Kontrollausschuss des norwegischen Parlaments hatte zuletzt eine unabhängige Untersuchung zu den Verstrickungen der außenpolitischen Elite Norwegens in den Epstein-Skandal angekündigt. Eine Untersuchungskommission soll den Fall und die Arbeitsweise des Auswärtigen Dienstes in den vergangenen Jahren unter die Lupe nehmen.

Wegen ihrer Kontakte zu dem US-amerikanischen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein stehen der norwegische Ex-Regierungschef und frühere Generalsekretär des Europarats, Thorbjørn Jagland, die bisherige Botschafterin in Jordanien und dem Irak, Mona Juul, und ihr Mann, der frühere Top-Diplomat Terje Rød-Larsen, bereits im Fokus der Behörden. Gegen alle drei laufen Ermittlungen wegen des Verdachts auf schwere Korruption.

Auch die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit taucht in den jüngsten Akten prominent auf, sie soll über Jahre privaten Kontakt zu dem Sexualstraftäter gehabt haben. Für ihre Freundschaft zu Epstein hat sich die 52-Jährige schriftlich entschuldigt.

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