BASF-Aktie aktuell schwächer: Träge Konjunktur und US-Zölle – BASF für 2026 vorsichtig
Die BASF-Aktie reagiert am Freitagmorgen mit leichten Verlusten auf die endgültigen Quartalszahlen. Der weltgrößte Chemiekonzern aus Ludwigshafen nach Vorlage der endgültigen Resultate für 2025 und einem vorsichtigen Ausblick gedämpft auf das laufende Jahr. Die BASF dämpft damit auch die Erwartungen an den weiteren Verlauf beim BASF-Aktienkurs. An der Börse kam das nicht gut an: Die BASF-Aktie verlor kurz nach Handelsstart rund drei Prozent. Im weiteren Verlauf konnten dann die Verluste etwas eingedämmt werden, eine Stunde nach Handelsstart büßt die BASF-Aktie aktuell noch 0,7 Prozent ein bei 49,30 Euro.
„Aus heutiger Sicht rechnen wir kurzfristig weder mit einer nennenswerten Markterholung noch mit einer deutlichen Entspannung der geopolitischen Lage“, sagte Vorstandschef Markus Kamieth. Der Start ins erste Quartal habe sich wie erwartet „herausfordernd gestaltet“. Vor allem im Januar hätten sich die Mengen außer in China schwach entwickelt. Zudem könnte der schwache US-Dollar allein im ersten Quartal das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) um bis zu 200 Millionen Euro belasten.
Für 2026 peilt der DAX-Wert beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 Milliarden und 7,0 Milliarden Euro an. 2025 war das operative Ergebnis um 9,5 Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Euro zurückgegangen. Analysten hatten zuletzt im Schnitt 7,02 Milliarden Euro erwartet. Damit liegt die Prognosespanne unter den Markterwartungen – ein Belastungsfaktor für den BASF-Aktienkurs.
Umsatzrückgang und stabile Dividende
Die endgültigen BASF-Zahlen zeigen: 2025 schrumpfte der Umsatz um knapp drei Prozent auf knapp 59,7 Milliarden Euro. Zwar stiegen die verkauften Mengen leicht, doch niedrigere Verkaufspreise und negative Währungseffekte belasteten. Unter dem Strich erhöhte sich der auf die Aktionäre entfallende Gewinn von 1,3 Milliarden auf 1,6 Milliarden Euro.
Die Dividende für 2025 will der Vorstand dennoch mit 2,25 Euro je Aktie stabil halten. Für Einkommensinvestoren bleibt die BASF-Aktie damit interessant. Die aktuelle Dividendenrendite von BASF liegt bei 4,5 Prozent. Für die Ausschüttung im Jahr 2026 wurden vom Management 2,25 Euro je Aktie angekündigt. Beim freien Mittelzufluss (Free Cashflow) erwartet BASF im laufenden Jahr zwischen 1,5 Milliarden und 2,3 Milliarden Euro – nach rund 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Analysten rechnen beim operativen Ergebnis mit dem oberen Ende der Prognosespanne, beim freien Mittelfluss haben sie etwas mehr auf den Zetteln.
Sonderertrag stützt BASF-Bilanz
Ein wesentlicher Treiber für den höheren Nettogewinn war ein Sonderertrag. BASF profitierte von ersten Zahlungen der Bundesregierung aus Staatsgarantien für frühere Russlandaktivitäten der Tochter Wintershall Dea. Laut Geschäftsbericht sind dem Konzern rund 1,3 Milliarden Euro aus der Staatskasse zugeflossen. 2025 erhielt BASF laut Finanzchef Dirk Elvermann rund 900 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2026 sollen noch weitere rund 800 Millionen Euro fließen.
Das Geld kommt über Dividendenzahlungen von Wintershall Dea und hat den freien Cashflow 2025 spürbar verbessert. Für das operative Geschäft helfen diese Einnahmen jedoch nicht. Entsprechend bleibt die operative Entwicklung und damit die BASF-Bilanz unter Druck. Die BASF-Bilanz soll daher durch Kostensenkungen und Portfolioanpassungen gestärkt werden.
BASF verschärft Sparprogramm
Angesichts der anhaltend schwachen Nachfrage und gesunkener Preise beschleunigt der DAX-Wert sein Sparprogramm. Bis Ende 2025 habe BASF bereits die Kosten um rund 1,7 Milliarden Euro gesenkt und damit um 100 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Bis Ende 2026 soll die jährliche Kosteneinsparung bei 2,3 Milliarden Euro liegen – statt zuvor geplanter 2,1 Milliarden Euro. Im Gegenzug fallen insgesamt 1,9 Milliarden Euro an Einmalkosten an, statt bisher geplanter 1,8 Milliarden Euro.
Zwischen Dezember 2023 und Dezember 2025 sei die Zahl der Mitarbeiter um 4.800 zurückgegangen, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Ende 2025 beschäftigte BASF knapp 108.300 Mitarbeiter. Zusätzlich sollen Investitionen reduziert werden. Für Aufsehen sorgt zudem die Verlagerung von Verwaltungsjobs von Berlin nach Indien. 2800 Beschäftigte arbeiten bislang im Berliner Service-Hub. Der Standort soll deutlich verkleinert werden. Wie viele Jobs wegfallen, ist offen, doch könnte es deutlich mehr als 1000 Mitarbeitende treffen.
BASF-Aktie: Analystenmeinungen – wie geht es weiter?
Nach einem Höhensturm hatte der BASF-Aktienkurs zuletzt eine deutliche Korrektur gezeigt. Die nun vorgelegten BASF-Zahlen liefern kurzfristig keine starken Impulse für die BASF-Aktie. Der Analystenkonsens für das Kursziel liegt bei 50,71 Euro. BASF gilt als konservative Aktie. Ob die BASF-Aktie nach den jüngsten Nachrichten wieder Fahrt aufnehmen kann, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob sich die Nachfrage erholt, die US-Zollpolitik entspannt und die Maßnahmen zur Stärkung der BASF-Bilanz greifen. Für Anleger bleibt der DAX-Wert damit eine Mischung aus Dividendenanker und zyklischer Wette auf eine spätere Konjunkturerholung.
Die aktuellen Analystenstimmen zur BASF-Aktie zeichnen ein differenziertes Bild nach der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen und des Ausblicks. Mehrere große Investmenthäuser haben ihre Bewertungen bestätigt und dabei sowohl Ergebnisse als auch Perspektiven des Chemiekonzerns eingeordnet. Die Einschätzungen reichen von zurückhaltend bis optimistisch und spiegeln unterschiedliche Erwartungen wider.
Die US-Bank JPMorgan hat die BASF-Aktie mit einem Kursziel von 36 Euro weiterhin auf „Underweight“ belassen. Analyst Chetan Udeshi bestätigte am Freitag nach dem Bericht, dass ihn Quartalsergebnisse und Ausblick in seiner Einschätzung bestärkten, wonach sich die Kursentwicklung des Chemiekonzerns vollkommen von der schwierigen Lage abgekoppelt habe. Goldman Sachs bleibt deutlich positiver. Die US-Investmentbank stufte die BASF-Aktie am Freitag nach endgültigen Zahlen mit einem Kursziel von 62 Euro weiter auf „Buy“ ein. Analystin Georgina Fraser verwies darauf, dass der neue Ausblick etwas unter den Erwartungen aus jüngsten Gesprächen liege, der Abstand jedoch nicht immens sei. Jefferies zeigt sich hingegen abwartend und bestätigte am Freitag die Einstufung „Hold“ mit einem Kursziel von 43 Euro. Laut Analyst Chris Counihan entsprach das operative Ergebnis (EBIDA) den Eckdaten. Allerdings liege der Mittelpunkt des EBITDA-Ausblicks für 2026 um 7 Prozent unter dem Konsens. Insgesamt spiegeln die Bewertungen eine gemischte Einschätzung der weiteren Entwicklung wider.

