Wirtschaft

BASF-Aktie: Mega-Werk in China eröffnet – Wachstumschance oder riskante Wette?

Der Chemieriese BASF setzt voll auf Expansion: Mit der offiziellen Eröffnung des neuen Verbundstandorts in Zhanjiang nimmt der weltgrößte Chemiekonzern sein bisher größtes Investitionsprojekt in China in Betrieb. Während die Konzernführung auf massives Wachstum im wichtigsten Absatzmarkt der Welt setzt, warnen Kritiker vor einer zu starken Abhängigkeit von Peking.
25.03.2026 13:32
Lesezeit: 1 min
BASF-Aktie: Mega-Werk in China eröffnet – Wachstumschance oder riskante Wette?
BASF eröffnet seinen größten Verbundstandort in Zhanjiang – ein 8,7-Milliarden-Projekt mit Wachstumspotenzial, aber auch erheblichen geopolitischen Risiken (Foto: dpa).

8,7-Milliarden-Euro-Investition: BASF setzt auf Südchinas Wachstumsmarkt

Der Chemiekonzern BASF eröffnet am Donnerstag (26. März) offiziell seinen neuen Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang. Mit einem Investitionsvolumen von rund 8,7 Milliarden Euro ist es das größte Einzelprojekt in der Unternehmensgeschichte. Der Standort gilt als strategisch wichtig für die künftige Ausrichtung des Konzerns. Der Betrieb war bereits im November vergangenen Jahres angelaufen.

Mit dem Werk will BASF den vielversprechenden Markt in Südchina und der Provinz Guangdong besser bedienen - einer von Chinas wichtigsten Industriezentren. Für die Volksrepublik erwartet der Konzern starkes Wachstum bis 2035 mit einer größer werdenden Mittelschicht und steigenden Einkommen.

Nicht ohne Risiko

In China liegt zudem mehr als die Hälfte des Weltchemie-Bedarfs. Zwischen 2024 und 2035 erwartet BASF, dass das weltweite Wachstum in der Chemie-Branche zu 75 Prozent in der derzeit zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt stattfinden wird. Parallel erwirtschaften die Ludwigshafener jedoch nur 13 Prozent ihres weltweiten Umsatzes in China. BASF sieht erhebliches Ausbaupotenzial.

Allerdings stand das Werk in Zhanjiang schon länger in der Kritik, weil die Befürchtung bestand, der Konzern werde zu abhängig von einem autoritär regierten Land wie China, gegen das auch immer wieder Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen laut werden. Auch Chinas Machtanspruch auf den Inselstaat Taiwan sorgt immer wieder für Spannungen. Ein Konflikt in der Region könnte die für die Seefahrt wichtige Taiwanstraße bedrohen.

BASF zufolge wird Zhanjiang nach dem Stammwerk in Ludwigshafen und nach Antwerpen der drittgrößte Verbundstandort des Unternehmens. Auf einem Areal von rund vier Quadratkilometern werden 2.000 Beschäftigte arbeiten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Wall Street gerät wegen steigender US-Anleiherenditen ins Stocken
15.09.2026

Erfahren Sie, welche globalen Entwicklungen die Aktienmärkte derzeit ausbremsen und warum Anleger jetzt besonders wachsam sein müssen.

DWN
Panorama
Panorama Werden Kippen viel teurer? Tabakbranche warnt vor "Exzess"
15.09.2026

Damit der Bund zusätzliche Einnahmen erzielt, sollen Deutschlands Raucher stärker zur Kasse gebeten werden als bisher. Doch bringt das...

DWN
Finanzen
Finanzen Northrop Grumman-Aktie: Dieser Megaauftrag könnte den Kurs zünden
15.09.2026

Europas Rüstungsaktien sind davongezogen, doch ausgerechnet ein US-Gigant hinkt hinterher. Northrop Grumman steht vor milliardenschweren...

DWN
Technologie
Technologie United States Space Force: USA bestätigen Weltraumwaffen
15.09.2026

Der Weltraum wird zum neuen militärischen Machtfeld: Die USA bestätigen erstmals offiziell Waffen im Orbit. Dahinter steht die United...

DWN
Politik
Politik Merz kündigt Entlastungen bei Spritpreisen an
15.09.2026

Die Spritpreise steigen weiter und bringen immer mehr Autofahrer an ihre Belastungsgrenze. Kanzler Merz kündigt nun schnelle Entlastungen...

DWN
Politik
Politik "Vor Kraft kaum laufen": AfD will Volkspartei werden
15.09.2026

Die rechtspopulistische AfD hat in Sachsen-Anhalt einen historischen Wahlerfolg erzielt und könnte am kommenden Sonntag weiter zulegen....

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie springt über 1.000 Euro: Neuer Auftrag sorgt für Rückenwind – ist das die Trendwende?
15.09.2026

Die Rheinmetall-Aktie meldet sich mit einem kräftigen Kurssprung über die Marke von 1.000 Euro zurück. Ein neuer Munitionsauftrag...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zerfällt die WTO?
15.09.2026

Die Welthandelsorganisation WTO verliert weiter an Bedeutung. Sie warnt nun vor massiven Wohlstandsverlusten, wenn sich die Weltwirtschaft...