Iran-Krieg belastet Märkte weltweit
Am 28. Februar begann US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit Israel den Krieg gegen den Iran. Trotz wiederholter Ankündigungen eines schnellen Endes gibt es bislang keine Anzeichen für eine Entspannung. Der Konflikt dauert an und sorgt weiterhin für erhebliche Unsicherheit an den internationalen Märkten.
In den vergangenen Wochen standen vor allem die Folgen für Energiepreise und damit verbundene Kostensteigerungen im Fokus. Nun richtet sich der Blick verstärkt auf die Entwicklung an den Finanzmärkten, die bereits deutlich auf die geopolitischen Spannungen reagiert haben.
Aktienmärkte weltweit unter Druck
Der Krieg hat die wichtigsten Börsenindizes rund um den Globus spürbar belastet. Seit dem 28. Februar verlor der US-Leitindex S&P 500 gut sieben Prozent, der technologielastige Nasdaq verzeichnete ein ähnliches Minus.
Noch stärker traf es die europäischen Märkte, die besonders empfindlich auf Energiepreisschocks reagieren. Der deutsche DAX und der französische CAC 40 liegen jeweils mit mehr als zehn Prozent im Minus. Der slowenische Leitindex SBI TOP entwickelte sich mit einem Rückgang von 7,2 Prozent vergleichsweise stabil, während der japanische Nikkei rund neun Prozent verlor.
Steigende Renditen setzen Anleihemärkte unter Druck
Auch am Anleihemarkt sind die Auswirkungen deutlich spürbar. Die geforderten Renditen sind gestiegen, was im Gegenzug zu fallenden Kursen geführt hat. Hintergrund ist die erhöhte Unsicherheit sowie die Erwartung anhaltend hoher Inflation.
Diese Entwicklung machte sich auch in Slowenien bemerkbar. Dort musste das Finanzministerium während der laufenden Zeichnungsphase die Verzinsung für Staatsanleihen anheben, um ausreichend Nachfrage sicherzustellen.
Goldpreis korrigiert nach Rally
Nach einer ausgeprägten Aufwärtsbewegung im vergangenen Jahr hat der Goldpreis seit dem 28. Februar deutlich nachgegeben. Der Preis für eine Unze liegt derzeit bei rund 4.500 Dollar und damit etwa 14 Prozent unter dem Niveau von Ende Februar.
Damit verliert Gold kurzfristig an Attraktivität als sicherer Hafen. Offenbar überwiegen derzeit Faktoren wie steigende Zinsen und Liquiditätsbedarf, die den Preis stärker beeinflussen als die geopolitischen Risiken.
Energiepreise steigen deutlich
Die stärksten Ausschläge zeigen sich auf den Energiemärkten. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent liegt aktuell bei über 110 Dollar und damit mehr als 50 Prozent über dem Niveau von Ende Februar.
Noch ausgeprägter ist die Entwicklung beim Erdgas. Der Börsenpreis für eine Megawattstunde Gas in Europa liegt inzwischen rund 70 Prozent höher als vor Beginn der Angriffe auf den Iran. Diese Dynamik verschärft die Kostenlage für Industrie und private Haushalte erheblich.
Deutschland besonders von Energiepreisen betroffen
Für Deutschland haben diese Entwicklungen erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen. Die energieintensive Industrie reagiert besonders sensibel auf steigende Öl- und Gaspreise, was die Produktionskosten deutlich erhöht und die Wettbewerbsfähigkeit belastet.
Gleichzeitig wirken die fallenden Aktienmärkte und steigenden Zinsen bremsend auf Investitionen. Sollte der Konflikt weiter andauern, drohen zusätzliche Belastungen für die ohnehin schwache Konjunktur in Deutschland.
