Finanzen

Aktienmarkt: Small-Caps und internationale Chancen

Der Iran-Konflikt treibt Ölpreise und Inflationsängste in die Höhe. Anleger prüfen ihre Strategien, während der Aktienmarkt (noch) überraschend stabil bleibt.
07.04.2026 11:43
Aktualisiert: 07.04.2026 11:43
Lesezeit: 2 min
Aktienmarkt: Small-Caps und internationale Chancen
Small-Caps und internationale Aktien bieten Chancen trotz geopolitischer Risiken. (Foto: ChatGPT)

Aktienmarkt angesichts des Iran-Kriegs: Anleger bleiben vorsichtig, Chancen bestehen

Spannung vor Eskalation: Kurz vor Ablauf des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an Teheran zeichnet sich im Iran-Krieg keine Einigung ab. Trump droht mit der "völligen Zerstörung" iranischer Kraftwerke und Brücken, falls Teheran die Straße von Hormus nicht bis Mittwochnacht 2.00 Uhr MESZ freigibt. Ein Sprecher der iranischen Militärführung verspottet die Warnung als "haltlose Drohungen" eines "wahnhaften" Präsidenten. Sollte es nicht in letzter Minute zu einer Lösung kommen, droht eine dramatische Eskalation des Konflikts – mit unabsehbaren Folgen für die globale Energieversorgung und die Märkte.

Geopolitische Risiken belasten den Aktienmarkt

Sebastien Page, Head of Global Multi-Asset und CIO bei T. Rowe Price, warnt vor der beispiellosen Versorgungsunterbrechung bei Öl, Flüssigerdgas und Düngemitteln. Für Anlagemanager ergebe sich ein Umfeld, das flexible Ermessensentscheidungen erfordere. Internationale Aktien und globale Small-Caps könnten sich jedoch als relativ robust erweisen und im aktuellen Umfeld outperformen.

Das Asset Allocation Committee (AAC) hat bei der letzten taktischen Sitzung folgende Kernpositionen bestätigt:

  • Neutralität zwischen Aktien und Anleihen
  • Diversifizierung des Aktienengagements mit Fokus auf Breite, insbesondere Small-Caps und internationale Aktien
  • Short-Positionen bei Duration zur Risikosteuerung
  • Ausbau von Inflationsabsicherungen, einschließlich Real-Asset-Aktien

Trotz kurzfristiger Volatilität halten die Experten an einer positiven Markterwartung fest: Konsumfreudige Verbraucher, starke Unternehmensgewinne und verstärkte KI-Investitionen stützen den Aktienmarkt.

Inflationsschutz im Fokus

Die Inflationsrisiken nehmen angesichts steigender Öl- und Lebensmittelpreise zu. T. Rowe Price setzt daher verstärkt auf inflationsgeschützte Anleihen. Überraschenderweise haben sich die marktbasierten Inflationserwartungen bislang kaum verändert – was laut AAC-Mitglied ein klarer Handlungsauftrag für Anleger sei.

Einschätzung des Ölschocks

Der Ausschuss identifiziert eine makroökonomische Kettenreaktion: Geopolitik → Ölpreise → Inflation → höhere Zinsen → Wachstumsängste. Die Märkte unterschätzten möglicherweise sowohl den bereits entstandenen Schaden als auch die Dauer des Konflikts. Analysten halten sogar Ölpreise über 150 US-Dollar pro Barrel für möglich, auch wenn dies als weniger wahrscheinlich gilt.

Historische Daten zeigen: Nach geopolitischen Schocks wie dem Golfkrieg oder dem Russland-Ukraine-Krieg stiegen Ölpreise im Schnitt um 27 % innerhalb von 28 Handelstagen. Der aktuelle Konflikt verzeichnet nach 25 Tagen bereits einen Anstieg von 40 %.

Widerstandsfähigkeit des Aktienmarkts

Trotz zahlreicher Krisen seit 2022 – Ukraine-Krieg, Inflation von 9 %, massive Zinserhöhungen, Bankenkrisen und geopolitische Spannungen – legten Aktien in diesem Zeitraum um mehr als 50 % zu.

Globale Small-Caps und internationale Aktien profitieren besonders von positiven Nachrichten zu Verhandlungen oder potenzieller Deeskalation. Small-Caps bieten zudem Bewertungsvorteile und profitieren von fiskalischen Maßnahmen, die inländisches Wachstum fördern.

Risiken bleiben

Eine Eskalation des Konflikts könnte Versorgungsengpässe verlängern und die Wahrscheinlichkeit einer Stagflation erhöhen. Selbst bei einer Wiederöffnung der Straße von Hormus ist ein Rückgang der Ölpreise auf Vorkriegsniveau unwahrscheinlich.

US-Aktien zeigen zudem geringes Korrekturpotenzial: Die Dividendenrendite liegt auf Niveau der Internetblase, und Bewertungskennzahlen übersteigen Dotcom-Niveaus. Risikoanlagen sind teuer, und Inflation könnte zu einer strafferen Geldpolitik führen.

Fazit: Aktienmarkt bleibt robust, Inflationsrisiko im Blick

Das AAC behält seine Positionen bei: neutral gegenüber Aktien, long im Broadening-Trade, auf höhere Inflation positioniert. Die Märkte werden den Konflikt langfristig verarbeiten, doch das Inflationsrisiko bleibt der dominante Übertragungskanal.

Anleger sollten kurzfristige Unsicherheiten nutzen, sich aber auf die langfristigen Trends stützen: Diversifizierung, Inflationsschutz und die Fokussierung auf Small-Caps und internationale Aktien könnten entscheidend sein, um im aktuellen Umfeld Chancen am Aktienmarkt zu wahren.

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