Politik

EU-Energiegipfel: Umweltverbände dringen auf Ende fossiler Energieimporte

Die Energiepreise steigen weiter, manche warnen vor einem Kerosinmangel. Kanzler Merz und seine EU-Kollegen besprechen heute Wege aus der Krise. Deutsche Umweltverbände haben klare Vorstellungen.
23.04.2026 09:08
Lesezeit: 1 min
EU-Energiegipfel: Umweltverbände dringen auf Ende fossiler Energieimporte
Polizei eskortiert Greenpeace-Aktivisten nach einem Protest beim 17. Petersberger Klimadialog vorbei an Lagertanks des Mineralöl-Logistikers Unitank vorbei. (Foto: dpa) Foto: Kay Nietfeld

Umweltverbände dringen auf Ende fossiler Energieimporte

Angesichts der Energiekrise in Europa durch den Iran-Krieg fordern mehrere deutsche Umwelt- und Naturschutzverbände stärkere Elektrifizierung, mehr Geld für das Klima und ein Ende fossiler Energieimporte. «Fossile Import-Abhängigkeit macht die EU geopolitisch verwundbar und liefert Menschen und Wirtschaft plötzlichen Preisschocks aus, während die fossilen Konzerne profitieren», heißt es in einem Papier vom Deutschen Naturschutzring, der Klima-Allianz Deutschland und der Organisation Transport und Environment anlässlich eines Treffens der EU-Staats- und Regierungschefs. Auch Organisationen wie der BUND, WWF oder die Deutsche Umwelthilfe wirkten daran mit.

Heute Abend (Donnerstag) kommen in Zypern Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die anderen Staats- und Regierungschefs der EU zusammen. Erörtert werden sollen bei dem Treffen unter anderem Maßnahmen gegen die Energiekrise, die seit Beginn des Iran-Kriegs die Staatengemeinschaft beschäftigt. Am Mittwoch präsentierte die EU-Kommission mehrere Vorhaben, um etwa ausufernde Preise abzufedern und Versorgungsengpässe zu vermeiden, die als Gesprächsgrundlage beim Gipfeltreffen gelten sollen.

Verbände für Übergewinnsteuer für «fossile Krisenprofiteure»

Die Organisationen sprechen sich etwa für eine schnelle Vorlage eines Elektrifizierungsziels unter anderem für Verkehr und Gebäude sowie einen zügigen Beschluss des geplanten Pakets zum Ausbau von Europas Stromnetzen aus. So soll Europas fossile Abhängigkeit beendet, der Klima- und Naturschutz vorangebracht und dabei sozialer Ausgleich geschafft werden.

Außerdem fordern sie eine Abgabe auf Übergewinne der «fossilen Krisenprofiteure». «Die Einnahmen sollten für soziale und ökologische Zwecke verwendet werden, beispielsweise für gezielte Unterstützung bedürftiger Haushalte und Investitionen in Energieeffizienz, erneuerbare Energien und strombasierte Technologien.» Auch Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte sich für eine Übergewinnsteuer auf überhöhte Krisengewinne von Energiekonzernen ausgesprochen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kritisierte den Vorstoß.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Festkörperbatterien lassen auf sich warten – könnte die Halbfestkörper-Technologie zur Brückentechnologie der Energiespeicherung werden?

Die Batteriewirtschaft befindet sich derzeit in einer bemerkenswerten Übergangsphase. Während nahezu alle großen Hersteller langfristig...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Brexit-Bilanz nach einem Jahrzehnt: Was vom großen Versprechen geblieben ist
27.06.2026

Der Brexit sollte Großbritannien mehr Kontrolle, Wohlstand und politische Freiheit bringen. Ein Jahrzehnt später prägen jedoch Streit,...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB warnt: Märkte unterschätzen Krieg, Schulden und Zinsrisiken
27.06.2026

Der jüngste Finanzstabilitätsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) ist mehr als eine routinemäßige Risikobeschreibung. Er zeigt,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schwarz-Gruppe macht Lidl zum Wachstumsriesen
27.06.2026

Lidl wächst, Kaufland expandiert, und die Schwarz-Gruppe baut ihre Macht in Europa weiter aus. Doch hinter den Milliardenumsätzen steckt...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Chiphersteller Micron und Intel unter Druck, da OpenAI Berichten zufolge IPO-Verzögerung erwägt
26.06.2026

Spannende Verschiebungen an der US-Börse: Was die jüngsten Marktbewegungen für Ihr Portfolio bedeuten könnten.

DWN
Panorama
Panorama Imperien abseits des Rasens: Das verdienen die WM-Stars als Unternehmer
26.06.2026

Die bestbezahlten Fußballer der Welt definieren Reichtum neu. Längst reicht das Einkommen aus ihren Profiverträgen nicht mehr aus –...

DWN
Technologie
Technologie IT-Riese zerstreut Panik wegen gefürchtetem KI-Modell
26.06.2026

Der US-amerikanische IT-Riese Cisco ist eines der wenigen Unternehmen, denen es gestattet wurde, das berüchtigte KI-Modell Mythos zu...

DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (07/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen
26.06.2026

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Sensoren-Hersteller Balluff: „Es braucht Mut zu unbequemen Entscheidungen.“
26.06.2026

Balluff hat sich in über 100 Jahren von einer Reparaturwerkstatt zum Global Player für Sensoren und Automatisierungslösungen entwickelt....