Finanzen

VW-Aktie unter Druck: Gewinn bricht deutlich ein - schwache Verkäufe in China und den USA

Rückläufige Verkaufszahlen und geopolitische Risiken setzen die VW-Aktie zunehmend unter Druck. Die aktuellen VW-Zahlen zeigen deutliche Schwächen, während der Wettbewerb wächst. Reichen die geplanten Maßnahmen aus, um den Abwärtstrend zu stoppen und Vertrauen zurückzugewinnen?
30.04.2026 09:20
Aktualisiert: 30.04.2026 09:20
Lesezeit: 3 min
VW-Aktie unter Druck: Gewinn bricht deutlich ein - schwache Verkäufe in China und den USA
Schlechte VW-Bilanz und fallender VW-Gewinn: Die VW-Aktie steht unter Druck. (Foto: dpa) Foto: Felix Kästle

VW-Aktie aktuell unter Druck: VW-Gewinn im ersten Quartal um 28 Prozent eingebrochen

Schwache Verkäufe in China und den USA setzen dem VW-Konzern weiter zu: Der Gewinn ist im ersten Quartal erneut deutlich gesunken und belastet damit auch die VW-Aktie sowie den VW-Aktienkurs.

Der Volkswagen-Konzern ist mit einem erneuten Gewinnrückgang ins Jahr 2026 gestartet, was die VW-Aktie stark unter Druck setzt. In den Monaten Januar bis März ging das Konzernergebnis nach Steuern um 28,4 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro zurück, wie Europas größter Autobauer in Wolfsburg mitteilte. Im ersten Quartal 2025 hatte VW unterm Strich noch 2,19 Milliarden Euro verdient. Das waren damals bereits 41 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und spiegelte sich schon damals negativ im VW-Aktienkurs sowie der VW-Aktie wider.

Der Umsatz schrumpfte um 2,5 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite lag mit 3,3 Prozent noch einmal niedriger als vor einem Jahr, als es 3,7 Prozent waren. "Kriege, geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren, verschärfte Regulatorik und ein harter Wettbewerb sorgen für Gegenwind", sagte Konzernchef Oliver Blume laut Mitteilung. Diese VW-Zahlen setzen auch den DAX-Wert unter Druck und beeinflussen die VW-Aktie.

Im frühen Donnerstagshandel geriet das Papier des größten deutschen Autobauers unter Druck. Bei 83,75 Euro zeigt sich die VW-Aktie aktuell über 2,5 Prozent schwächer gegenüber dem Schlusskurs von Mittwoch. Zeitweise rutschte der Aktienkurs der VW-Vorzugsaktien unter die Marke von 83,40 Euro.

USA und China drücken auf Verkaufszahlen und VW-Aktie

Der VW-Konzern leidet unter schwachen Verkaufszahlen vor allem in China und den USA, was sich deutlich auf die VW-Aktie und den VW-Aktienkurs auswirkt. Weltweit drückte das die Zahl der Auslieferungen im Konzern in den Monaten Januar bis März auf nur noch 2,05 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken, 4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Vor allem in China und Nordamerika gingen die Auslieferungen zurück. Zuwächse in Europa konnten das nicht ausgleichen, was auch die VW-Bilanz belastet und den DAX-Wert schwächt.

Die Sparbemühungen des Konzerns zeigten aber Wirkung, hieß es. "Unsere Kostenarbeit trägt Früchte", sagte Blume. "Das finanzielle Ergebnis zeigt gleichzeitig: Um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und nachhaltig zu stärken, müssen wir unser Geschäftsmodell konsequent weiterentwickeln." Diese Aussagen sind zentral für die Bewertung der VW-Aktie und der zukünftigen VW-Zahlen.

Denn, so sagte Finanzvorstand Arno Antlitz: Seit dem Start der Sparprogramme 2024 habe sich die Welt verändert. "Zölle sind hinzugekommen, der Wettbewerb in China verschärft sich weiter und chinesische Anbieter exportieren zunehmend Wettbewerbsdruck nach Europa." Allein die US-Zölle "belasten uns mit rund 4 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich", so Antlitz. In diesem Umfeld reichten die bisher geplanten Kostensenkungen nicht aus, was sich negativ auf VW-Gewinn und VW-Bilanz auswirkt.

VW stellt Geschäftsmodell auf den Prüfstand

Der Konzern hat bereits Anfang der Woche angekündigt, seine Sparbemühungen zu verstärken, was für die VW-Aktie entscheidend ist. Am Dienstag hatte der Vorstand das eigene Management informiert: Im derzeitigen Umfeld reichten die bislang geplanten Kostensenkungen nicht aus, hieß es. Der Konzern müsse sein Geschäftsmodell grundlegend verändern. Dem Umfeld will VW mit seiner neuen Strategie 2030 begegnen und sich neu aufstellen, um den VW-Gewinn zu steigern und die VW-Bilanz zu stabilisieren.

"Die Volkswagen Group hat eine starke Substanz", wurde Konzernchef Oliver Blume zitiert. "Allerdings verdienen wir heute nicht genügend Geld mit unseren Fahrzeugen, um unsere Zukunft nachhaltig zu finanzieren." Zuvor hatte der Aufsichtsrat über einen Bericht des Vorstands zum Sanierungsprogramm und zum Stand der Sparbemühungen beraten, was auch für den DAX-Wert und die VW-Aktie relevant ist.

Porsche und Traton belasten VW-Aktie

Belastet wurde das Konzernergebnis auch durch die schwachen Zahlen, die Porsche am Vorabend vorgelegt hat. Von Januar bis März ging dort der Gewinn nach Steuern um fast ein Viertel zurück. Auch die Lkw-Tochter Traton mit den Marken MAN und Scania hatte wegen hoher Sondereffekte bereits einen massiven Gewinneinbruch gemeldet. Unter dem Strich sackte der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn dort um über die Hälfte ab, was sich ebenfalls auf den VW-Gewinn und die VW-Aktie auswirkt.

Im vergangenen Jahr war der Gewinn des VW-Konzerns um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sank das Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent. Auch Umsatz und Absatz gingen zurück, was die VW-Zahlen zusätzlich belastet hat. Für 2026 strebt der Konzern wieder mehr Profitabilität an - bei bis zu drei Prozent mehr Umsatz, was für die zukünftige Entwicklung der VW-Aktie und den VW-Aktienkurs entscheidend bleibt.

VW-Aktie: Anleger weiter zurückhaltend

Die aktuellen Entwicklungen zeigen klar, dass die VW-Aktie vor erheblichen Herausforderungen steht. Sinkende Verkaufszahlen, steigende Kosten und geopolitische Risiken belasten sowohl den VW-Gewinn als auch die VW-Bilanz nachhaltig. Besonders die schwachen Märkte in China und den USA wirken sich negativ auf den VW-Aktienkurs aus. Zwar zeigen die Sparmaßnahmen erste Effekte, doch reichen diese offenbar nicht aus, um die strukturellen Probleme zu lösen. Entscheidend wird sein, ob der Konzern seine Strategie konsequent anpasst und neue Wachstumsimpulse setzt. Für Anleger bleibt der DAX-Wert damit vorerst mit Unsicherheiten behaftet.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Der Europäische Online-Glücksspielmarkt: Wachstum, Regulierung Und Konsolidierung 2026

Wenige Branchen wachsen in Europa derzeit so beständig wie das Online-Glücksspiel, und noch weniger tun das bei einem derart...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

avtor1
Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

DWN
Finanzen
Finanzen Unser neues Magazin ist da: Die neuen Geldmacher – wie Fintechs klassische Banken herausfordern
14.08.2026

Kaum ein Bereich entwickelt sich derzeit so rasant wie das Finanzwesen. Zwischen Innovation, Regulierung und wachsendem Wettbewerb...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neues Büro für OpenAI: Warum der ChatGPT-Konzern beim KI-Ausbau auf Berlin setzt
14.08.2026

Deutschland zählt für OpenAI zu den bedeutendsten Wachstumsmärkten. Nun plant der ChatGPT-Entwickler den nächsten Expansionsschritt und...

DWN
Panorama
Panorama Vier Buchempfehlungen für die Liege: Was Entscheider diesen Sommer unbedingt lesen sollten
14.08.2026

Das Tablet ist geladen, der Sonnenschirm steht, die E-Mails dürfen warten. Wir haben vier Wirtschaftsbuch-Empfehlungen für Sie, die den...

DWN
Politik
Politik Wirtschaft: Russlands Kriegswirtschaft bringt den zivilen Sektor an seine Grenzen
14.08.2026

Russland steckt immer mehr Geld, Arbeitskräfte und Kredite in den Krieg, während der zivile Teil der Wirtschaft zurückfällt. Hohe...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland: Insolvenzen bei Firmen sinken erstmals seit Februar
14.08.2026

Deutschlands Pleitewelle zeigt erstmals seit Monaten ein kleines Zeichen der Entspannung. Doch hinter dem Rückgang im Mai verbirgt sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Talanx-Aktie: Versicherer hebt nach Rekordgewinn im ersten Halbjahr Gewinnprognose an
14.08.2026

Nach dem ersten Halbjahr setzt Talanx die Messlatte höher: Der Gewinn erreicht einen Rekord, auch weil die Belastung durch Großschäden...

DWN
Politik
Politik AfD vor Wahlsieg in Sachsen-Anhalt? So bereitet sich der Bundesrat darauf vor
14.08.2026

Die AfD führt die Umfragen in Sachsen-Anhalt deutlich vor der CDU an. Sollte sie erstmals einen Ministerpräsidenten stellen, würde das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Stellenabbau: Autoindustrie streicht so viele Jobs wie nie
14.08.2026

Deutschlands Autoindustrie galt lange als verlässlicher Beschäftigungsmotor. Doch inzwischen geraten Hersteller und Zulieferer immer...