Finanzen

Goldpreis aktuell: Gold fällt zum Wochenstart auf Siebenwochentief

Nach den Rekordständen der vergangenen Monate verliert Gold plötzlich an Glanz. Der Goldpreis rutscht zum Auftakt in die neue Handelswoche auf ein Siebenwochentief ab. Entscheidend wird nun, ob die US-Notenbank den Märkten weiteren Druck zumutet.
18.05.2026 08:22
Lesezeit: 2 min
Goldpreis aktuell: Gold fällt zum Wochenstart auf Siebenwochentief
Der Goldpreis fällt auf ein Siebenwochentief. Steigende US-Renditen und ein starker Dollar belasten. (Foto: dpa)

Goldpreis aktuell: Gold fällt zum Wochenstart auf Siebenwochentief

Der Goldpreis startet mit deutlichem Abgabedruck in die neue Handelswoche. Am Montagmorgen rutschte der Goldpreis auf den tiefsten Stand seit sieben Wochen ab. Bei rund 4.530 US-Dollar je Feinunze tendiert der Goldpreis aktuell eine Stunde vor Börseneröffnung in Frankfurt spürbar unter den Niveaus der Vorwoche - gegenüber dem Schlusskurs von Freitag ist das ein Minus von annähernd 0,2 Prozent.

Belastet wird das Edelmetall vor allem durch steigende US-Renditen, einen festeren Dollar und neue Inflationssorgen infolge hoher Energiepreise. In Euro zeigte sich der Goldpreis mit rund 3.909 Euro je Feinunze etwas stabiler, was auch mit der Entwicklung am Devisenmarkt zusammenhängt.

Goldpreis unter Druck: Renditen und Dollar bremsen den Goldkursentwicklung

Damit bleibt die Goldpreis-Entwicklung im kurzfristigen Wochenvergleich klar negativ. Bereits am Freitag hatten Marktberichte den Goldpreis auf dem niedrigsten Stand seit mehr als einer Woche gesehen. Schon dort wurde deutlich, dass Anleger derzeit weniger auf den klassischen Krisenschutz Gold setzen, sondern stärker auf das Zins- und Inflationsumfeld schauen.

Der wichtigste Belastungsfaktor sind die gestiegenen Anleiherenditen in den USA. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen klettert am Montag im asiatischen Handel zeitweise auf 4,631 Prozent, während die 30-jährigen Renditen ein Einjahreshoch erreichen. Für den Goldpreis ist das ein Gegenwind: Steigende Renditen erhöhen die Opportunitätskosten, weil Gold selbst keine laufenden Zinsen abwirft. Hinzu kommt ein festerer US-Dollar. Die US-Währung profitiert von der riskanteren Marktstimmung und dem Anstieg der Ölpreise. Ein stärkerer Dollar verteuert Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums und dämpft so oft die Nachfrage. Genau diese Kombination aus höheren Renditen, höherem Dollar und teurer Energie drückt derzeit auf den Goldpreis.

Inflation rückt wieder in den Vordergrund

Für zusätzliche Nervosität sorgt die jüngste US-Inflation. Nach Daten des Bureau of Labor Statistics stieg der amerikanische Verbraucherpreisindex im April um 0,6 Prozent zum Vormonat und um 3,8 Prozent zum Vorjahr. Die Erzeugerpreise legten im April sogar um 1,4 Prozent zum Vormonat zu; auf Jahressicht betrug das Plus 6,0 Prozent. Das nährt die Sorge, dass die US-Notenbank ihren restriktiven Kurs länger beibehalten muss.

Diese Perspektive ist für den Goldpreis heikel. Zwar gilt Gold traditionell als Absicherung gegen Inflation. Wenn Inflationsdruck jedoch zugleich die Erwartung höherer Zinsen verstärkt, überwiegt kurzfristig oft der negative Effekt auf den Goldkurs. Genau dieses Muster ist derzeit zu beobachten.

Trotz der aktuellen Schwäche bleibt das längerfristige Umfeld für Gold nicht völlig negativ. Reuters berichtete am 18. Mai zudem, dass große Häuser wie JPMorgan und ANZ ihre kurzfristigen Erwartungen zwar gesenkt haben, den mittelfristigen Ausblick aber nicht grundsätzlich aufgeben. Das spricht dafür, dass der Markt aktuell vor allem eine Neubewertung der Zins- und Inflationsperspektive verarbeitet.

Ausblick für den Goldpreis

Kurzfristig bleibt der Goldpreis anfällig. Solange Ölpreise hoch bleiben, der Dollar fest tendiert und die US-Renditen nahe ihrer Jahreshochs notieren, dürfte sich der Goldpreis aktuell schwer tun, rasch nach oben zu drehen. Marktteilnehmer werden in den kommenden Tagen vor allem auf das Protokoll der Fed-Sitzung und neue Konjunkturdaten schauen. Sie dürften entscheiden, ob der Goldpreis aktuell nur eine scharfe Korrektur erlebt oder ob sich die Schwäche zunächst weiter fortsetzt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnungsbau in Deutschland: Hoffnung trotz neuer Risiken
18.05.2026

Nach Monaten der Krise legt der Wohnungsbau in Deutschland wieder zu. Vor allem bei Mehrfamilienhäusern steigen die Genehmigungen kräftig...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie kämpft sich nach Kursrutsch zurück: Reicht das?
18.05.2026

Die Rheinmetall-Aktie steht nach deutlichen Verlusten zum Wochenauftakt erneut im Fokus der Anleger. Geopolitische Spannungen den gesamten...

DWN
Finanzen
Finanzen Ryanair-Aktie: Keine Gewinnprognose wegen Iran-Krieg
18.05.2026

Ryanair meldet starke Geschäftszahlen und steigende Umsätze, doch beim Ausblick bleibt die Fluggesellschaft überraschend vorsichtig –...

DWN
Politik
Politik AfD-Erfolge alarmieren Extremismusforscher Botsch: AfD-Zustimmung wächst trotz Radikalisierung
18.05.2026

Immer mehr Wähler zeigen Offenheit gegenüber der AfD, obwohl Verfassungsschützer und Forscher vor rechtsextremen Tendenzen warnen....

DWN
Finanzen
Finanzen Ölpreise aktuell: Trumps Iran-Kurs macht Anleger an den Rohstoffmärkten nervös
18.05.2026

Nach einer kurzen Phase der Hoffnung wächst die Angst vor einer neuen Zuspitzung im Nahen Osten. Aussagen von Donald Trump und Warnungen...

DWN
Politik
Politik Nahost-Konflikt: Trump verschärft Ton gegenüber Iran deutlich
18.05.2026

Nach Wochen brüchiger Waffenruhe wächst die Angst vor einer neuen militärischen Eskalation. Donald Trump erhöht den Druck auf den Iran,...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Gold fällt zum Wochenstart auf Siebenwochentief
18.05.2026

Nach den Rekordständen der vergangenen Monate verliert Gold plötzlich an Glanz. Der Goldpreis rutscht zum Auftakt in die neue...

DWN
Politik
Politik Bundeswehr: Beförderungsstopp für Unteroffiziere sorgt in der Truppe für Ärger – Tausende Soldaten betroffen
18.05.2026

In der Bundeswehr eskaliert der Streit um einen Beförderungsstopp für Unteroffiziere. Jahrelang galten feste Aufstiegsperspektiven als...