Wirtschaft

Stromexporte steigen: Deutschland wieder Nettoexporteur von Strom

Die deutsche Strombilanz hat sich überraschend gedreht: Im ersten Quartal überwogen die Exporte wieder die Importe. Besonders erneuerbare Energien spielten dabei eine zentrale Rolle. Dennoch bleibt offen, wie dauerhaft dieser Trend angesichts schwankender Preise und internationaler Energieflüsse wirklich ist.
18.05.2026 13:11
Lesezeit: 2 min
Stromexporte steigen: Deutschland wieder Nettoexporteur von Strom
Die deutsche Strombilanz hat sich gedreht: Mehr Exporte, weniger Importe. (Foto: ChatGPT)

Deutschland erstmals seit 2023 wieder Nettoexporteur von Strom

Deutschland hat im ersten Quartal erstmals seit 2023 wieder mehr Strom exportiert als aus dem Ausland bezogen. Zwischen Januar und März wurden 17,9 Terawattstunden ins Ausland geliefert und 15,3 Terawattstunden importiert, wie die Bundesnetzagentur erklärte. "Es ist das erste Quartal seit dem vierten Quartal 2023, in dem ein Nettoexport verzeichnet wurde", teilte die Behörde mit. Im ersten Quartal 2025 hatte der Importüberschuss noch bei 4,0 Terawattstunden gelegen.

Als wichtigsten Grund für den Nettoexport führte die Netzagentur an, dass die Großhandelspreise für Strom in Deutschland stärker zurückgingen als in den meisten Nachbarstaaten. "Somit war es für Stromversorger in diesen Ländern häufiger finanziell sinnvoll, Strom von deutschen Erzeugern einzukaufen." Gleichzeitig habe es für deutsche Stromversorger seltener einen finanziellen Vorteil gegeben, Strom im Ausland zu erwerben.

Österreich wichtigster Abnehmer, Dänemark größter Lieferant

Der größte Abnehmer von Strom war laut den Angaben im ersten Quartal erneut Österreich, wie bereits im Vorjahresquartal. Die stärksten Zuwächse wurden bei den Exporten nach Dänemark und Norwegen registriert. Deutlich weniger Strom ging dagegen nach Frankreich. Dort brachen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund die Hälfte ein. Größter Lieferant von Strom war Dänemark, gefolgt von den Niederlanden und Frankreich.

Den größten Anteil an den deutschen Stromexporten hatte nach Angaben der Bundesnetzagentur Windenergie an Land. Insgesamt stammten 57,1 Prozent der Stromexporte aus erneuerbaren Energien. Bei den Stromimporten erhöhte sich der Anteil der Erneuerbaren auf 50,2 Prozent. "Kernenergie machte erneut den größten Anteil der einzelnen Energieträger aus."

Stromexporte steigen wieder deutlich

Deutschland hat im ersten Quartal eine wichtige Wende auf dem Strommarkt geschafft und erstmals seit 2023 wieder mehr Strom exportiert als importiert. Vor allem sinkende Großhandelspreise und der hohe Anteil erneuerbarer Energien stärkten die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Stromanbieter im europäischen Markt. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, wie eng die Energieversorgung inzwischen mit den Nachbarstaaten verflochten ist. Während Österreich der wichtigste Abnehmer blieb, verlor Frankreich deutlich an Bedeutung. Auch die Rolle der Kernenergie bei den Importen bleibt ein wichtiger Faktor. Die aktuelle Entwicklung deutet auf eine Stabilisierung hin, doch die langfristige Versorgungssicherheit und Preisentwicklung bleiben zentrale Herausforderungen für Deutschland und Europa.

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