Unternehmen

Stihl kämpft mit Flaute und setzt auf Akku-Geräte

Motorsägen, Heckenscheren und Akku-Technik: Stihl setzt konsequent auf den Wandel im Gartengeräte-Markt. Während die Nachfrage nach modernen Akku-Geräten wächst, kämpft das Unternehmen gleichzeitig mit wirtschaftlicher Unsicherheit und einer spürbaren Zurückhaltung der Kunden. Reicht das für weiteres Wachstum?
20.05.2026 14:12
Lesezeit: 2 min

Stihl ringt mit Flaute - Akku-Geräte treiben Wandel voran

Der Motorsägen- und Gartengerätehersteller Stihl bekommt die weltweite Konjunkturflaute zu spüren. Ziel sei es, das Umsatzniveau 2026 zu halten, sagte Vorstandschef Michael Traub in Waiblingen bei Stuttgart. Das erste Quartal sei verhalten gestartet. Das Unternehmen spüre eine deutliche Zurückhaltung.

Der Umsatz legte im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent auf 5,48 Milliarden Euro zu. Damit wurde nahezu der coronabedingte Umsatzrekord von 5,5 Milliarden Euro aus dem Jahr 2022 erreicht. Das Ergebnis sei 2025 zufriedenstellend gewesen. Konkrete Angaben zum Gewinn macht das Familienunternehmen traditionell nicht. Traub sagte weiter, vor dem Hintergrund anhaltender handels- und geopolitischer Unsicherheiten sowie der daraus resultierenden Zurückhaltung bei den Kunden sei das Umsatzziel für das laufende Jahr aber eine Herausforderung.

Kein weiterer Personalabbau geplant

Nachdem Stihl 2025 unter anderem in Deutschland Arbeitsplätze abgebaut hatte, plant das Unternehmen vorerst keine weiteren Stellenstreichungen. Mehr als 5.800 Menschen arbeiteten Ende 2025 am deutschen Stammhaus, im Vorjahreszeitraum waren es noch etwas mehr als 6.000 Männer und Frauen. Zum deutschen Stammwerk gehören mehrere Werke in der Region Stuttgart, aber auch im Landkreis Konstanz und in Weinsheim in Rheinland-Pfalz. Grund für den Abbau in Deutschland sei ein Personalaufbau in China gewesen. Insgesamt hatte Stihl Ende vergangenen Jahres weltweit 20.246 Beschäftigte und damit 2,6 Prozent mehr als Ende 2024. Ein Grund hierfür sei unter anderem das neue Werk in Rumänien, das Ende 2025 in Betrieb genommen wurde.

Akkugetriebene Geräte immer beliebter

In Rumänien sei das erste Werk entstanden, in dem ausschließlich Akkupacks und Akkugeräte produziert werden. Laut Vorstandschef Michael Traub ist es das Ziel des Unternehmens, dass bis 2035 vier von fünf von Stihl verkaufte Geräte akkubetrieben sind. Denn die Beliebtheit von Akku-Geräten nimmt weiter zu. Ende 2025 machten sie 27 Prozent des weltweiten Absatzes von Stihl aus, nach 25 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Stihl setzt auf die Zukunft trotz schwieriger Lage

Stihl befindet sich in einer schwierigen Übergangsphase. Einerseits zeigt der Konzern mit einem Milliardenumsatz und steigenden Akku-Verkäufen weiterhin Stabilität. Andererseits machen die schwache Weltkonjunktur, geopolitische Unsicherheiten und die Kaufzurückhaltung vieler Kunden dem Unternehmen zu schaffen. Besonders der Stellenabbau in Deutschland verdeutlicht den Druck, unter dem der Hersteller steht. Gleichzeitig investiert Stihl gezielt in neue Produktionsstandorte und moderne Akku-Technologie, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, ob der Wandel hin zu akkubetriebenen Geräten ausreicht, um das Wachstum des Traditionsunternehmens nachhaltig zu sichern.

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