Politik

AfD-Wahlprogramm verabschiedet: Atomenergie, CO2-Aus und begrenzte Migration

Die AfD rüstet sich für die anstehenden Landtagswahlen im September: In Mecklenburg-Vorpommern verabschiedeten die Delegierten auf dem Landesparteitag in Grimmen einstimmig ein Wahlprogramm, in dem die Partei Forderungen zur Abschaffung des Tariftreue- und Vergabegesetzes aufstellt, sowie eine Rückkehr zur Atomenergie und ein Ende der CO2-Besteuerung anstrebt.
01.06.2026 07:24
Lesezeit: 2 min
AfD-Wahlprogramm verabschiedet: Atomenergie, CO2-Aus und begrenzte Migration
Dario Seifert auf dem Landesparteitag der AfD: Im Anschluss wird er mit einer deutlichen Mehrheit von knapp 92 Prozent zum neuen Generalsekretär der AfD Mecklenburg-Vorpommern gewählt. (Foto: dpa) Foto: Bernd Wüstneck

AfD-Wahlprogramm: Atomenergie, CO2-Aus und begrenzte Migration

In Mecklenburg-Vorpommern verabschiedeten die Delegierten auf einem Landesparteitag in Grimmen einstimmig ein Wahlprogramm, in dem die Partei Forderungen zur Abschaffung des Tariftreue- und Vergabegesetzes aufstellt, sowie eine Rückkehr zur Atomenergie und ein Ende der CO2-Besteuerung propagiert. Weitere zentrale Punkte sind bekannte Forderungen nach einer Begrenzung der Migration, einer erneuten Nutzung der deutsch-russischen Nord-Stream-Gasröhren sowie Kritik am Windkraftausbau. Der Spitzenkandidat, Landesparteichef Leif-Erik Holm, sagte: "Wir bringen unser Land wieder in Ordnung mit der Alleinregierung."

AfD-Landtag Berlin: Wohnungen für Leistungsträger

Für die zeitgleiche Abgeordnetenhauswahl in Berlin beschloss ein Landesparteitag mit großer Mehrheit ein Wahlprogramm, das eine Vergabe kommunaler Wohnungen an Menschen fordert, die schon länger in Berlin leben. "Wohnungen sind keine Asylheime, und sie sind auch nicht für Asylanten da", erklärte die frisch gekürte Spitzenkandidatin Kristin Brinker. Sie stünden vielmehr Leistungsträgern zu, arbeitenden Berlinern wie Handwerkern, Feuerwehrleuten, Polizisten oder Verkäufern.

Zur Bekämpfung der Kriminalität setzt die Hauptstadt-AfD unter anderem auf mehr Videoüberwachung von Orten mit vielen Straftaten, mehr Polizeikontrollen ohne Anlass in «Problemvierteln» und nächtliche Ausgangssperren für jugendliche Intensivtäter.

Politologe: AfD im Nordosten gemäßigter

Bei der AfD in Mecklenburg-Vorpommern sieht der Greifswalder Politikwissenschaftler Jochen Müller im Vergleich zum Programm der AfD in Sachsen-Anhalt, wo im September ebenfalls gewählt wird, einen Unterschied im Ton. "Mecklenburg-Vorpommern spricht eher im Modus von Regierungsfähigkeit, Verwaltung und Ordnung. Sachsen-Anhalt spricht deutlich stärker im Modus des Systemkonflikts."

In einer Umfrage von Infratest dimap für den NDR kam die AfD im Mai in Mecklenburg-Vorpommern auf 36 Prozent, die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf 27 Prozent. Die AfD behauptete damit ihren Spitzenplatz, die SPD verkürzte den Abstand leicht. Die CDU kam auf 10 Prozent und lag damit hinter der Linken mit 13 Prozent. Der Politikwissenschaftler Müller schätzt eine Regierungsbeteiligung der AfD als unrealistisch ein: "Die anderen Parteien kommen zusammengenommen immer noch auf eine deutliche Mehrheit im Parlament."

AfD-Spitzenkandidatin: Berlin, eine Stadt des Niedergangs

In Berlin hat die AfD ihre Umfragewerte gegenüber der Wahl vom Februar 2023 nahezu verdoppelt: Sie liegt nun bei 17 bis 18 Prozent und damit knapp hinter der führenden CDU mit 19 bis 20 Prozent. SPD, Grüne und Linke rangieren knapp hinter der AfD oder gleichauf.

Die Spitzenkandidatin der Berliner AfD, Brinker, zeichnete ein Bild der Bundeshauptstadt als Stadt des Niedergangs. Der öffentliche Nahverkehr funktioniere nicht richtig, Schulen, andere öffentliche Gebäude, Straßen und Brücken seien marode. "Im öffentlichen Raum herrschen in einigen Teilen der Stadt Hass und Gewalt." Wohnungen fehlten, die Flüchtlingskosten seien hoch, das Geld fehle an anderer Stelle. Schuld am Verfall Berlins sei Rathaus-Chef Kai Wegner (CDU).

Unionsanhänger eher für Kooperation mit Linken als mit AfD

Sollte bei den Landtagswahlen eine Regierungsbildung unter Umständen nur möglich sein, wenn sie von den Linken oder der AfD unterstützt wird, würden die Sympathisanten der Union laut einer Umfrage im Auftrag der Bild am Sonntag eher eine Kooperation der CDU mit den Linken befürworten. 48 Prozent der Unionsanhänger antworteten dem Meinungsforschungsinstitut Insa entsprechend. 27 Prozent würden das lieber mit der AfD sehen. Rund 24 Prozent mochten sich nicht entscheiden. Die CDU hat per Parteitagsbeschluss eine koalitionsähnliche Zusammenarbeit sowohl mit der Linken als auch der AfD ausgeschlossen.

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