Hyundai Inster überrascht als kleiner Elektro-SUV
Es war der 22. Februar 1980, als sich das sogenannte Wunder auf dem Eis ereignete. Eine gewaltige Überraschung, als die amerikanischen Eishockeyspieler bei den Olympischen Spielen in Lake Placid die Sowjets mit 4 zu 3 besiegten. Die Amerikaner waren klare Außenseiter, denn bei ihnen spielten überwiegend Studenten. Die sowjetische Mannschaft galt damals dagegen als unbesiegbar und war mehrfacher Olympiasieger. Für viele war dieses Spiel auch ein Symbol der Rivalität zwischen den USA und der Sowjetunion im Kalten Krieg.
An dieses Spiel erinnert der Hyundai Inster aus gutem Grund. Gefahren wurde ein Auto, von dem man sich nicht besonders viel versprach, das sich dann aber als Überraschung erwies. Als positive Überraschung. Meine Damen und Herren, der Hyundai Inster.
Er wirkt bescheiden, ist es aber nicht
Es handelt sich um den kleinsten Vierradler des südkoreanischen Unternehmens mit Sitz in Seoul. Seine Länge beträgt 3,84 Meter. Vielleicht wirkt er bescheiden, doch das ist er nicht. Besonders auf der Rückbank, die erfreulicherweise längs verschiebbar ist, bekommen auch Erwachsene keine Probleme mit Knien und Kopf. Man sitzt ähnlich wie in Autos, die eine oder sogar zwei Klassen größer sind. Doch die Rückbank ist natürlich nicht der Hauptgrund, weshalb man diesen Hyundai in den eigenen Stall fahren würde.
Bei einem Elektroauto kommt es auf drei Dinge an: wie stark die Batterie ist und welche Reichweite daraus folgt, wo man es laden kann und natürlich, was es kostet. Vom letzten Punkt hängt nämlich ab, auf welche Förderung man Anspruch hat, falls überhaupt. Die gute Nachricht lautet: Der Preis des getesteten Inster mit der höchsten Ausstattungslinie Impression, die sehr gut mit Annehmlichkeiten gefüllt ist, liegt bei 32.390 Euro.
Natürlich lässt sich noch zusätzlich sparen. Der Preis beginnt bei 23.990 Euro. Das bedeutet dann allerdings auch eine schwächere Batterie mit 42 Kilowattstunden und eine bescheidenere Serienausstattung. Welche Priorität man setzt, muss jeder selbst beantworten.
Ein etwas größerer Akku wäre wünschenswert
Die Batterie des Testwagens hatte eine Kapazität von 49 Kilowattstunden. Das klingt nach wenig und ist auch eher wenig. Zwar handelt es sich um einen kleinen Wagen, doch dank seines Fahrkomforts lässt sich mit ihm problemlos auch eine längere Strecke antreten. Dann muss allerdings geplant werden, wo und für wie lange man anhält, um den Inster mit Strom zu versorgen. Seine reale Reichweite liegt bei 275 Kilometern, der Verbrauch bei 17,6 Kilowattstunden.
Da der Wagen auf dem Weg ans Meer auch über die Autobahn bewegt wurde, verdient der gemessene Verbrauch Anerkennung. Allerdings mit der Anmerkung, wie viel brauchbarer er mit einem größeren Akku wäre. So musste auf der Fahrt nach Novigrad und zurück an einer Schnellladesäule angehalten werden. 25 Minuten reichten, um gut 200 Kilometer Reichweite nachzuladen.
Natürlich ist der Inster nicht für schnelle und dynamische Fahrten gedacht. Deshalb ist die Höchstgeschwindigkeit auf 150 Kilometer pro Stunde begrenzt. Das ist ohnehin mehr als genug, denn bei diesem Tempo leert sich die Batterie schneller, als ein durstiger Mann im Sommer einen Krug Bier trinkt. Deutlich besser verkraftet der Wagen 130 Kilometer pro Stunde, also das in Slowenien zulässige Autobahntempo. Ein Mehrwert ist der aktive Tempomat, der stark entlastet und den Fahrkomfort eine Stufe höher hebt. Auch sonst ist die Ausstattung Impression reichhaltig. Erwähnt seien nur Parkkamera und Sensoren, Navigation sowie beheizbare Vordersitze.
Kleiner Kofferraum, viele praktische Details
Der Innenraum ist keineswegs „fancy“. Erfreulich ist, dass für den Zugriff auf die Menüs viele Schalter vorhanden sind. Der farbige Touchscreen könnte allerdings etwas größer sein. So misst er 26 Zentimeter beziehungsweise 10,25 Zoll. Der Fahrer hat für Kleinigkeiten ein geschlossenes Fach und mehrere Ablagen zur Verfügung. Größere Gegenstände wandern in den Kofferraum, der seinen Namen allerdings nur eingeschränkt verdient. Er ist klein. Die 280 Liter Grundvolumen bedeuten übersetzt, dass zwei Flugzeugkoffer hineinpassen und nicht mehr. Erfreulich ist der doppelte Ladeboden, denn darunter lässt sich das Ladekabel verstauen.
Obwohl der Inster positiv überraschte, konnte er gelegentlich auch nerven. Schuld war der Smart Key, der die Türen durch Berührung des Griffs öffnet und schließt. Manchmal funktionierte er, manchmal nicht. Verziehen wurde ihm das trotzdem. Der Testwagen trug außerdem den Zusatz Cross, der ihm eine robustere, geländeartige Optik verleiht. Besonders sind auch die Dachträger für Fahrrad, Ski und weiteres Gepäck.
Ob man ihn haben sollte oder nicht, beantworteten am Ende zufällige Passanten. Sie waren auf den ersten Blick so begeistert, dass ich zeitweise die Rolle eines Verkaufsberaters aus dem Autohaus übernehmen musste.

