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Zeekr 7X im Test: Würden Sie für diesen Chinesen Ihr deutsches Auto opfern?

Der Zeekr 7X Privilege AWD ist kein höflicher Hinweis aus China, sondern eine Kampfansage an BMW, Mercedes, Porsche und Audi. Für 64.000 Euro bietet der elektrische Luxus-SUV Technik, Leistung und Ausstattung, bei denen deutsche Premiumhersteller nervös werden müssen.
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27.06.2026 11:00
Lesezeit: 4 min
Zeekr 7X im Test: Würden Sie für diesen Chinesen Ihr deutsches Auto opfern?
Zeekr 7X Privilege AWD könnte eine Kampfansage an das deutsche Premium-Segment bei Autos sein. (Foto: Marko Čopi)

Zeekr 7X: Luxus-SUV aus China setzt deutsche Premiumhersteller unter Druck

Alles beginnt und endet beim Preis. Auch in der Klasse der luxuriösen Sport Utility Vehicles. Ich glaube, Käufer in diesem Segment werden von vielem angezogen, von der Marke, dem Antrieb, der Ausstattung bis zu den Fahreigenschaften. Aber völlig unempfindlich gegenüber dem Preis ist niemand. Vielleicht gilt das noch am wenigsten für Käufer eines Range Rover, die 200.000 Euro und mehr bezahlen und eben einen Range Rover wollen und sonst nichts.

Wer aber einen BMW X5, einen Mercedes GLE oder EQE SUV, einen Porsche Cayenne oder einen Audi Q8 betrachtet, kommt am Preis nicht vorbei. Es ist nicht gleichgültig, ob ein luxuriöser Geländewagen 100.000, 120.000 oder 140.000 Euro kostet. Das ist nun einmal viel Geld.

Und dann erscheint ein Chinese für 64.000 Euro. Es stimmt allerdings, dass es ein Chinese ist und dass man ihn vermutlich gar nicht erst ansehen wird, da er mit dem eigenen Deutschen ohnehin nicht konkurrieren kann. Auch ich, Besitzer eines deutschen Premiumautos, dachte so. Bis ich mich in den Zeekr 7X setzte. Und glauben Sie mir, diese Erfahrung hat mich buchstäblich auf den Boden der Tatsachen zurückgeworfen.

Der Zeekr 7X Privilege AWD, also die Variante ganz oben im Angebot, ist eines jener Autos, die sehr schnell klarmachen, wofür sie gebaut wurden. Das Paket ist technologisch so ausgereift, dass es sich mühelos mit der etablierten europäischen Premiumkonkurrenz messen kann. Grob gesagt handelt es sich um einen großen, 4,79 Meter langen, fast zwei Meter breiten und 1,65 Meter hohen, elegant gezeichneten und mächtigen SUV. Er fährt ausschließlich elektrisch und akzeptiert keinerlei Kompromisse.

Ein Geschoss mit 2,5 Tonnen Gewicht

Für den Antrieb sorgen zwei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 470 Kilowatt, also 646 PS, und gewaltigen 710 Newtonmetern Drehmoment. Der 2.535 Kilogramm schwere Koloss schießt in nur 3,8 Sekunden auf Tempo 100 und kommt aus 100 Kilometern pro Stunde nach 34,9 Metern wieder zum Stillstand. Beides sind natürlich außergewöhnliche Werte. Und das ist noch lange nicht alles.

Der Zeekr 7X ist trotz seiner enormen Leistung beherrschbar und zuverlässig. Man könnte sogar sagen, unkompliziert, sofern man Respekt vor der großen Zahl an Pferden in den beiden Elektromotoren hat.

Hinzu kommt eine Batterie mit 100 Kilowattstunden Kapazität, netto rund 95 Kilowattstunden. Sie sorgt dafür, dass man die Pferde recht häufig einspannen kann, da die Reichweite auch dann noch ziemlich groß bleibt. Realistisch sind irgendwo zwischen 350 und 450 Kilometern bei einem Durchschnittsverbrauch zwischen 21 und 26 Kilowattstunden je 100 Kilometer. Der Hersteller verspricht zwar bis zu 615 Kilometer Reichweite, aber wir wissen ja, wie das ist.

4,79 Meter misst der Zeekr 7X in der Länge

646 PS, also 470 Kilowatt, leisten die beiden Elektromotoren

480 Kilowatt beträgt die maximale Ladeleistung

Und auch damit ist noch nicht alles gesagt. Der Zeekr 7X ist insgesamt ein außergewöhnliches Auto, das die Deutschen in manchem sogar übertrifft. Er basiert auf einer 800-Volt-Architektur, die Gleichstromladen mit bis zu 480 Kilowatt ermöglicht. Das bedeutet, dass sich die Batterie in nur 16 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden lässt. In Slowenien wird das zwar nicht gelingen, da dortige Schnelllader mit bis zu 350 Kilowatt arbeiten. Doch auch das bedeutet immer noch etwa 18 Minuten für die genannten Werte.

Für den Überblick braucht man ein oder zwei Tage

Die nächste Sache ist die Großzügigkeit des Innenraums. Er empfängt die Insassen mit elektrisch öffnenden Türen. Ja, sie öffnen sich tatsächlich weit, sofern man ihnen natürlich nicht im Weg steht. Und sie schließen sich auch wieder, wenn man am Steuer sitzt, auf dem Beifahrersitz oder auf der Rückbank.

In der Kabine findet man ein durchdachtes, nicht aufdringliches und wirklich reichhaltiges Umfeld. Die Materialien sind überwiegend weich anzufassen, die Ergonomie ist logisch, und der zentrale Infotainment-Bildschirm arbeitet schnell und flüssig.

Im Vordergrund steht ein großer Zentralbildschirm mit sehr reaktionsschneller Bedienoberfläche, über den fast alle Fahrzeugfunktionen gesteuert werden. Physische Tasten gibt es nur wenige. Doch die Menülogik ist erstaunlich geordnet, ohne jenes Chaosgefühl, das man bei manchen neuen Elektroautos häufig erlebt.

Neben der Vielzahl an Funktionen sind besonders das Campingprogramm, das den hinteren Teil der Kabine auch mit seitlichen Rollos abdunkelt, das Haustierprogramm, das für die Klimatisierung sorgt, und das Waschprogramm zu nennen, das alle Fenster schließt. Dazu kommen vier Höhenstufen des luftverstellbaren Fahrwerks, das eine breite Spanne von wirklich komfortabler bis zu strafferer Dämpfung bietet.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die fortschrittlichen Assistenzsysteme, die gelegentlich allerdings etwas verwirrt wirken, die elektrischen Sitze mit Heizung, Kühlung und Massage sowie das wirklich gute Soundsystem.

All das bietet der Zeekr 7X serienmäßig. Die Liste der Aufpreise ist nur wenige Zeilen lang und umfasst beispielsweise die bereits erwähnten elektrischen Türen, die Sitzbelüftung und besondere Lackierungen.

Bleiben zwei Fragen. Wie viel verlangen die Deutschen für ein vergleichbares Auto? Und würden Sie Ihren Deutschen für diesen Chinesen opfern?

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