Wirtschaft

Energiewende: Milliardenauftrag für Windstrom-Plattform geht nach Rostock

Für die Anbindung von Windparks auf See an Stromleitungen an Land sind Konverter notwendig. Warum der Milliardenauftrag des Netzbetreibers 50Hertz an den Industriestandort Rostock in Mecklenburg-Vorpommern geht.
20.06.2026 13:55
Lesezeit: 1 min
Energiewende: Milliardenauftrag für Windstrom-Plattform geht nach Rostock
Die riesige Konverterplattform für die Offshore-Windkraftanlagen DolWin Gamma wird am 15.06.2017 in Rostock-Warnemünde von Schleppern auf die Ostsee gezogen. (Foto: dpa) Foto: Jens Büttner

Milliardenauftrag für Windstrom-Plattform geht nach Rostock

Der Stromnetzbetreiber 50Hertz vergibt bei der Energiewende einen Milliardenauftrag überwiegend nach Rostock. Wie das Unternehmen in Berlin mitteilte, soll ein Konsortium aus den Unternehmen Siemens Energy und Neptun Smulders Offshore Renewables eine große Windstrom-Plattform errichten.

Dabei geht es um ein sogenanntes Konvertersystem für das Offshore-Netzanbindungsprojekt North Sea Connector 2. Es bestehe aus einer Plattform auf dem Meer und einer Station an Land. Neptun Smulders ist ein Gemeinschaftsunternehmen der zur Meyer-Gruppe gehörenden Rostocker Neptun-Werft und des belgischen Stahlkonzerns Smulders.

In Rostock werde der Großteil der Konstruktion und Fertigung erfolgen, hieß es. Durch die Aufträge könnten langfristig mehr als 500 neue Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern bei den beteiligten Unternehmen und Zulieferern geschaffen werden.

Windparks auf See spielen eine wichtige Rolle bei der Energiewende. Sie sollen Deutschland auch unabhängiger von anderen Energielieferungen machen. Eine Konverterplattform sieht ähnlich aus wie eine Ölbohrinsel. Darin wird der von den Windkraftanlagen auf See produzierte Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt, an die Küste transportiert und von dort in große Verbrauchszentren im Land. Gleichstrom hat bei langen Transportwegen deutlich geringere Verlustwerte als Wechselstrom.

Energiewende: Milliardenauftrag

Für eine weitere Konverter-Plattform in gleicher Dimension sind laut 50Hertz Verhandlungen mit Neptun Smulders Offshore Renewables aufgenommen worden. Auch dafür sollten wesentliche Komponenten in Rostock-Warnemünde gefertigt werden. Kommt dieser Auftrag zustande, würden sich die beiden Projekte zusammen auf ein Volumen für Neptun Smulders von rund 2,5 Milliarden Euro überwiegend für Produktion und Dienstleistungen in Mecklenburg-Vorpommern summieren. Die Offshore-Konverter sollen in der Nordsee rund 200 Kilometer westlich der Insel Sylt installiert werden. Das Projekt North Sea Connector 2 solle bis Ende 2034 in Betrieb genommen werden.

Ministerpräsidentin Schwesig: "Großer Tag"

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sprach von einem großen Tag für ihr Bundesland. Der Großauftrag stärke Mecklenburg-Vorpommern als bedeutenden Werften- und Industriestandort. 50Hertz-Chef Stefan Kapferer sagte, es sei ein gutes Signal, dass eine deutsche Werft beteiligt sei.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sagte, der Auftrag zeige, welches Potenzial in der deutschen Wirtschaft stecke. Sie sprach von guten Nachrichten in Zeiten, die arm an guten Nachrichten seien - die deutsche Wirtschaft steckt seit Jahren in einer Schwächephase. Die geplanten Konvertersysteme gebe es "nicht von der Stange". Für den Ausbau der Windkraft auf See würden noch viele Konverter gebraucht.

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