Industrie und Handel besonders hart getroffen
"Der Arbeitsmarkt bleibt schwach", warnt Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. „Von einer nachhaltigen Belebung der Beschäftigung ist Deutschland derzeit noch weit entfernt.“ Nachdem das Barometer im Mai noch leicht gestiegen war, folgte nun der herbe Rückschlag.
Besonders düster sieht es in den Schlüsselbranchen aus: In der Industrie und im Handel überwiegt die Zahl der Betriebe, die Jobs streichen wollen, jene mit Aufbauplänen um jeweils rund 18 Prozentpunkte. Während sich die Stimmung in der Industrie auf niedrigem Niveau minimal stabilisierte, verschärft sich die Lage im Handel drastisch. Hier sank das Teilbarometer um deutliche 3,2 Punkte.
Trendwende im Dienstleistungssektor
Auch der Dienstleistungssektor bleibt vom Abwärtstrend nicht verschont. Hatten die Dienstleister im Vormonat noch leichte Expansionspläne, hat sich das Blatt nun gewendet: Die Firmen mit Abbauabsichten überwiegen die mit Einstellungsplänen um 4,9 Prozentpunkte. Laut Ifo-Institut ist die Situation vor allem bei Zeitarbeitsfirmen sowie in der Tourismusbranche extrem angespannt.
Lichtblick auf dem Bau: Stabilität trotz Krise
Einzig das Baugewerbe zeigt sich von der aktuellen Entlassungswelle weitgehend unbeeindruckt. Nach Erkenntnissen der Münchner Wirtschaftsforscher sind in dieser Branche kaum Veränderungen geplant. Die Bauunternehmen versuchen demnach, ihren aktuellen Personalbestand weitgehend stabil zu halten.
