Wirtschaft

Silberstreif am Horizont: Dienstleister in der Eurozone überraschen positiv

Die Stimmung im Dienstleistungssektor der Eurozone hat sich im Juni deutlicher aufgehellt als von Experten prognostiziert. Dank eines massiven Rückgangs des Inflationsdrucks bei den Kosten erholen sich die Unternehmen spürbar vom jüngsten Krisenschock. Trotz des unerwartet starken Aufwärtschstrends verharren wichtige Kernmärkte jedoch weiterhin knapp in der Wachstumsbremse.
03.07.2026 13:05
Lesezeit: 2 min
Silberstreif am Horizont: Dienstleister in der Eurozone überraschen positiv
Der Einkaufsmanagerindex für Eurozone Dienstleister steigt im Juni überraschend deutlich. Die Inflation kühlt ab: Was das für die Wirtschaft bedeutet (Foto: dpa). Foto: Wang Song

Inflationsdruck kühlt nach Krisenmonaten drastisch ab

Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Dienstleister stieg um 1,7 Punkte auf 49,4 Punkte, wie S&P am Freitag in London nach einer zweiten Schätzung mitteilte. In einer ersten Schätzung war nur ein Anstieg auf 48,9 Punkte ermittelt worden. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer Bestätigung der Erstschätzung gerechnet.

Der Stimmungsindikator liegt trotz des Anstiegs weiter unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Dies deutet auf eine Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität hin. Belastet durch die Auswirkungen des Iran-Kriegs war der Indikator im März und April noch gefallen und hat sich dann im Mai stabilisiert.

"Ein wesentlicher Hemmfaktor für das Wirtschaftswachstum seit Ausbruch des Krieges im Nahen Osten war der Rückgang der Nachfrage seitens der Verbraucher aufgrund des Energiepreisanstiegs, doch dieser Inflationsdruck hat im Juni Anzeichen einer deutlichen Abkühlung gezeigt", erklärte Chris Williamson, Chefvolkswirt bei S&P Global Markets.

"Die Inflation bei den Inputkosten im Dienstleistungssektor ging im Juni so stark zurück wie noch nie seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1998 - abgesehen von dem Rückgang während des Corona-Lockdowns Anfang 2020."

Gemischtes Bild in den Mitgliedstaaten – Gesamtwirtschaft stabilisiert sich

In Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, verbesserte sich der Indikator stärker als zunächst ermittelt. Der französische Indikator stieg weniger stark als in der ersten Schätzung. In beiden Ländern liegt der Wert aber weiter unter der Wachstumsschwelle. Der spanische Indikator verbesserte sich deutlich stärker als erwartet, während in Italien der Zuwachs wie erwartet ausfiel. In beiden Ländern wird keine Erstschätzung durchgeführt.

Der Indikator für die Gesamtwirtschaft der Eurozone legte ebenfalls stärker als erwartet zu. Der Wert stieg im Juni um 1,5 Punkte auf 50,0 Punkte und erreichte damit exakt die Linie, die Stagnation von Wachstum trennt. In einer ersten Schätzung war lediglich ein Anstieg auf 49,5 Punkte ermittelt worden. Volkswirte hatten auch hier eine Bestätigung der Erstschätzung erwartet.

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