Finanzen

Mercedes-Aktie: Konzern senkt Prognose

Die Mercedes-Aktie steht nach neuen Zahlen im Fokus: Der Konzern steigert zwar seinen Gewinn, doch das schwache China-Geschäft belastet die Pkw-Sparte. Der Autobauer senkt deshalb Teile seiner Prognose und verschärft den Sparkurs.
28.07.2026 10:36
Lesezeit: 3 min
Mercedes-Aktie: Konzern senkt Prognose
Mercedes-Benz: Der Konzern steigert seinen Gewinn, doch China belastet die Pkw-Sparte. (Foto: dpa) Foto: ---

Mercedes-Aktie steigt: China-Krise belastet Umsatz, Marge überrascht

Die Mercedes-Aktie legt zu, obwohl der Autobauer im wichtigen Pkw-Geschäft auch im zweiten Quartal wegen der Krise im einstigen Wachstumsmarkt China Federn lassen musste. Weil der Wettbewerbsdruck in der Volksrepublik weiterhin hoch ist, kappte der Dax-Konzern am Dienstag seinen Umsatzausblick für das laufende Jahr. Mercedes erwartet nun einen Erlös leicht unter dem Vorjahreswert statt auf Vorjahresniveau. Zudem schrieb der Konzern wegen der trüben Aussichten in China 704 Millionen Euro auf die dortigen Gemeinschaftsunternehmen ab. Insgesamt verdiente das Unternehmen dennoch mehr, weil das Geschäft mit Lieferwagen und Finanzdienstleistungen besser lief.

Mercedes-Aktie steigt trotz gekappter Umsatzprognose

Die Mercedes-Aktie legte im frühen Handel um fast fünf Prozent zu. Analyst Philippe Houchois von der US-Investmentbank Jefferies sprach von insgesamt besseren Resultaten als erwartet. Der Großteil der Jahresprognose sei bestätigt worden. Die freien Finanzmittel seien durch den Verkauf von Daimler-Truck-Anteilen aufgepolstert worden. Die Wertminderung in China werfe allerdings Fragen auf. Auch Stephen Reitman vom Analysehaus Bernstein verwies auf die aktuellen Verluste aus chinesischen Gemeinschaftsunternehmen.

Mercedes-Marge fällt weniger stark als befürchtet

Die am Kapitalmarkt viel beachtete operative Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten im Pkw-Geschäft sank im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent. Analysten hatten im Schnitt einen noch etwas stärkeren Rückgang erwartet. Von teils deutlich zweistelligen Margen wie noch nach der Corona-Pandemie ist Mercedes inzwischen weit entfernt. Deshalb hat der Konzern seine Sparanstrengungen intensiviert.

Mercedes habe seine Effizienz und Produktivität weiter gesteigert, hieß es laut Mitteilung. Kostenmaßnahmen aus einem Sparprogramm hätten das Ergebnis im zweiten Quartal gestützt.

China-Krise setzt Mercedes weiter unter Druck

Mercedes kämpft derzeit neben den Einfuhrzöllen in die USA vor allem mit dem schwachen Absatz in der Volksrepublik. Mercedes-Chef Ola Källenius setzt weiterhin auf eine Belebung in der zweiten Jahreshälfte durch neue Modelle. Damit bestätigte er die Jahresprognose für das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern sowie für die operative Marge im Pkw-Geschäft.

Mercedes bleibe auf dem chinesischen Markt weiterhin voll engagiert, stellte Källenius in einer Analystenkonferenz klar. Es sei der wichtigste Markt der Welt, auf dem der Konzern technologisch bestehen müsse. "Auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld sind wir im zweiten Quartal auf Kurs geblieben und haben unsere Modelloffensive beschleunigt", sagte der Manager.

Gewinn steigt trotz Umsatzrückgang

Auf Konzernebene sank der Umsatz um 3,3 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um gut ein Fünftel auf 1,55 Milliarden Euro. Grund waren deutliche Zuwächse in der Lieferwagensparte Vans und bei den Finanzdienstleistungen. In der Autosparte fielen zwar nicht so hohe Einmalkosten für den Stellenabbau an wie im Vorjahreszeitraum. Dafür belastete die Abschreibung in China.

Unter dem Strich stieg das Konzernergebnis um 13,5 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro. Es war der erste Anstieg des Quartalsgewinns seit drei Jahren.

Mercedes-Absatz bricht in China ein

Der Druck auf das Geschäft bleibt hoch. Ein deutliches Minus in China sorgte im zweiten Quartal erneut für einen Absatzrückgang. Mercedes verkaufte rund 512.000 Pkw und Vans. Das entsprach einem Rückgang von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Bei den Pkw brach der Absatz in China um 30 Prozent ein.

Die Veränderungen in China seien unter anderem durch den zunehmenden Marktdruck, einen weniger günstigen Modellmix sowie Kosten im Zusammenhang mit Anlaufkampagnen geprägt gewesen, hieß es laut Mitteilung. Doch auch in anderen Märkten muss Mercedes Abstriche machen: Der durchschnittliche Verkaufspreis je Auto fiel – selbst ohne das China-Gemeinschaftsunternehmen BBAC – von 67.700 Euro auf 64.700 Euro.

Mercedes verkauft weitere Daimler-Truck-Anteile

Mercedes begann zudem wie geplant mit dem Verkauf von Anteilen der ehemaligen Konzerntochter Daimler Truck. Im zweiten Quartal nahm das Unternehmen durch Verkäufe im April und Juni 417 Millionen Euro ein, wie Finanzchef Harald Wilhelm in der Telefonkonferenz erläuterte. Im Juli verkaufte Mercedes dem Manager zufolge weitere Papiere im Wert von rund 600 Millionen Euro.Nach dem Spin-Off hielt Mercedes zuvor noch einen Anteil von fast 38 Prozent an dem Nutzfahrzeughersteller, einschließlich der Anteile im Mercedes-Pensionsfonds. Laut Wilhelm hält Mercedes nach den Verkäufen nun noch insgesamt 34,8 Prozent.Der Autobauer will zudem bis zur Hauptversammlung im kommenden Jahr eine weitere Milliarde Euro für Aktienrückkäufe aufwenden.

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