Finanzen

Nivea bremst: Beiersdorf-Aktie gerät unter Druck

Die Schwäche von Nivea zwingt Beiersdorf zu einer überraschenden Prognosesenkung und setzt die Beiersdorf-Aktie kräftig unter Druck. Warum der Konzern nun auf eine Neuausrichtung der Kultmarke setzt und was die Zahlen für Anleger bedeuten.
04.08.2026 14:12
Aktualisiert: 04.08.2026 14:12
Lesezeit: 2 min
Nivea bremst: Beiersdorf-Aktie gerät unter Druck
Nivea belastet Beiersdorf: Der Konzern senkt seine Prognose. (Foto: dpa) Foto: Jan Woitas

Beiersdorf-Aktie unter Druck: Nivea belastet Jahresprognose

Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat im ersten Halbjahr eine deutliche Abschwächung der Nachfrage im Consumer-Geschäft verzeichnet. Ausschlaggebend sei der anhaltende Druck auf die Kernmarke Nivea, wie der Dax-Konzern am Montag überraschend mitteilte. Deshalb senkte das Unternehmen seine Umsatzprognose für das laufende Jahr. An der Börse kam diese Nachricht schlecht an.

Für die Beiersdorf-Aktie ging es zuletzt um 3,54 Prozent auf 77,86 Euro nach unten. Im laufenden Jahr hat die Beiersdorf-Aktie bereits 17 Prozent eingebüßt. Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate liegt das Minus sogar bei fast 30 Prozent.

Für Analyst Callum Elliott vom US-Analysehaus Bernstein hat Beiersdorf eine Gewinnwarnung enormen Ausmaßes vorgelegt. In der Folge dürfte der Analystenkonsens wohl um 15 Prozent sinken. Angesichts der ausbleibenden Fortschritte, die der Konsumgüterkonzern mit seiner Kernmarke Nivea trotz des zuletzt sehr schwachen Wachstums erzielt habe, sei dies jedoch kein allzu großer Schock.

Prognose: Beiersdorf senkt die Erwartungen

Beiersdorf geht für 2026 nun von einem organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Zuvor hatte der Konzern noch mit einem flachen bis leichten Wachstum gerechnet. 2025 wurde ein Konzernumsatz von rund 9,9 Milliarden Euro verbucht. Die bereinigte Marge auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) erwartet der Konzern nun bei mindestens 11,8 Prozent. Zuvor war hier ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 14,0 Prozent prognostiziert worden.

Für den Geschäftsbereich Consumer erwarten die Hamburger ebenfalls einen organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Bislang war das Management auch hier von einer stabilen bis leicht positiven Entwicklung ausgegangen. Die bereinigte operative Marge soll nun bei mindestens 11,0 Prozent liegen. Zuvor sollte sie leicht unter dem Vorjahresniveau von 13,6 Prozent liegen.

In der Klebstoffsparte Tesa rechnet der Konzern weiterhin mit einem organisch flachen bis leicht steigenden Umsatzwachstum sowie einer bereinigten operativen Marge leicht unter dem Vorjahreswert von 16,1.

Nivea: Beiersdorf startet Neuausrichtung

"Das erste Halbjahr 2026 hat sowohl die Stärke unseres Portfolios als auch die Bereiche aufgezeigt, in denen wir uns verbessern müssen", sagte Konzernchef Vincent Warnery laut Mitteilung. "Unsere oberste Priorität ist es, unser Geschäft im Jahr 2027 wieder auf Wachstumskurs zu bringen und ab 2028 wieder profitabel zu wachsen."

Während das Hautpflegesegment Derma mit den Marken Eucerin und Aquaphor seinen Wachstumskurs fortgesetzt habe und die Luxusmarke La Prairie im zweiten Quartal wieder gewachsen sei, habe Nivea einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet. Der Manager begründete dies mit Auslieferproblemen, einem späteren Start der Sonnensaison in Europa sowie einem Lagerbestandsabbau im Handel.

Um Nivea schneller wieder auf Wachstumskurs zu bringen, will Beiersdorf mit einem 18-monatigen Programm die Neuausrichtung der Marke beschleunigen. Sie soll durch breit angelegte Innovationen mehr Konsumenten erreichen, zugleich wird das Produktangebot ausgebaut. Außerdem will der Konzern die Werbeausgaben erhöhen.

Halbjahreszahlen: Umsatz und Gewinn gehen zurück

Im ersten Halbjahr sank der Konzernumsatz aus eigener Kraft, also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte, um 3,5 Prozent auf 4,95 Milliarden Euro. Nominal lag der Rückgang bei 4,5 Prozent. Analysten hatten hier etwas mehr erwartet. Das bereinigte operative Ergebnis sank von 836 Millionen Euro im Vorjahr auf 768 Millionen Euro. Branchenexperten hatten auch hier mit einem etwas höheren Wert gerechnet. Die bereinigte operative Marge (Ebit) lag bei 15,5 Prozent. Im Vorjahr hatten hier 16,1 Prozent zu Buche gestanden. Nach Steuern verdiente Beiersdorf mit 558 Millionen Euro drei Millionen Euro weniger als im Vorjahr.

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