Politik

DWN-Podcast Folge 40: Die Woche im Rückblick – KW 35

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet, nicht nur aufgezählt.
28.08.2026 12:05
Aktualisiert: 28.08.2026 12:05
Lesezeit: 7 min
DWN-Podcast Folge 40: Die Woche im Rückblick – KW 35
DWN-Wochenrückblick Podcast KW 35 Folge 40 2026. (Bild: DWN)

Es klingt nach einem wirtschaftspolitischen Albtraum, doch in der Realität ist es längst beschlossene Sache: Der Staat schafft das Instrumentarium, um im Ernstfall den Strombezug deutscher Fabriken gesetzlich zu drosseln oder gar ganz zu stoppen. Registrierungspflichtig auf der neuen Sicherheitsplattform sind alle Großverbraucher ab einem Jahresverbrauch von acht Gigawattstunden. Kommt es hart auf hart (etwa bei einer winterlichen Dunkelflaute), bleibt den betroffenen Betrieben eine Vorwarnzeit von gerade einmal 24 bis 72 Stunden, um ihre Anlagen kontrolliert herunterzufahren.

Das Brisante für Unternehmer und Investoren: Für die immensen wirtschaftlichen Schäden durch stillstehende Maschinen und liegengebliebene Aufträge gibt es laut Gesetz keinen pauschalen Schadenersatz.

In unserer neuen Podcast-Folge werfen wir einen Blick auf diesen staatlichen Notfallplan. Hören Sie rein.

Die Themen im Überblick

1 Warum China der Gewinner des Iran-Kriegs ist

Trump scheitert: Inmitten des Iran-Kriegs erweist sich China als Hauptgewinner, da es billiges iranisches Öl bezieht, seine Elektroauto- und KI-Exporte massiv steigert und seine geopolitische Dominanz ausbaut. Im Gegensatz dazu stehen die USA vor geleerten Raketenlagern sowie einer Schuldenkrise, während Europa die Rechnung in Form von teuren fossilen Energien und einer anziehenden Inflation zahlen muss.

2 AfD warnt vor Trickserei bei der Briefwahl

Streit um Briefwahl: Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zieht die AfD die Sicherheit der Briefwahl ohne konkrete Belege in Zweifel, spricht von angeblichen Manipulationen in Pflegeheimen und fordert deren Abschaffung. Experten und das Bundesverfassungsgericht halten die Briefwahl jedoch für verfassungskonform und betonen ihre Bedeutung zur Gewährleistung einer hohen Wahlbeteiligung.

3 China-Handel: EU steht vor schwierigen Entscheidungen

Deutschland wird zum größten Warnsignal für Europa: Deutschland gerät durch Chinas aggressive Exportoffensive und ein verdoppeltes Handelsdefizit wirtschaftlich massiv unter Druck. Experten fordern daher von der EU eine zukunftsorientierte Industriepolitik sowie gemeinsame Großprojekte in strategischen Schlüsselbereichen wie künstlicher Intelligenz statt rein defensiver Schutzmaßnahmen.

4 Russlands gefährlicher Produktionsvorsprung

Das ist Russlands Raketenbedrohung für die Ukraine: Russland gewinnt durch eine drastisch hochgefahrene, im Landesinneren angesiedelte Produktion den Rüstungswettlauf bei ballistischen Raketen, was die Ukraine im kommenden Winter weitgehend schutzlos zurücklässt. Ohne ausreichende westliche Luftabwehr drohen massive Angriffe auf die zivile Infrastruktur und Wirtschaft der Ukraine.

5 Wann der Staat Fabriken abschalten darf

Bundesnetzagentur bereitet Zwangsdrosselung der Industrie vor: Um sich auf länger anhaltende Stromengpässe wie eine winterliche Dunkelflaute vorzubereiten, baut die Bundesnetzagentur eine Plattform zur verpflichtenden Drosselung von Großverbrauchern auf. Da betroffene Betriebe die wirtschaftlichen Schäden meist selbst tragen müssen, entwickelt sich die bloße Verfügbarkeit von Strom zu einem neuen, kritischen Standortfaktor für die deutsche Industrie.

6 Seltene Erden sind nicht selten. Selten ist das Know-how

Chinas perfekte Waffe: China nutzt seine nahezu vollständige Kontrolle über die Veredelung und Magnetproduktion seltener Erden als geopolitischen Hebel, was den Westen in ein risikoreiches Aufholrennen zwingt. Die westlichen Unternehmen Lynas, MP Materials und Solvay versuchen nun, eigenständige Lieferketten aufzubauen und Chinas Rohstoffmonopol zu brechen.

7 Preiskampf bei chinesischen Autos: Europa steht vor sinkenden Preisen

Warum die Preise für europäische Autos kräftig fallen könnten: Chinesische Autobauer erzielen in Europa dank hoher Preisaufschläge extreme Margen im Vergleich zum ruinösen Preiskampf auf ihrem Heimatmarkt. Sollten sie diese Margen opfern, um schnell Marktanteile in Europa zu erobern, droht ein massiver Preiskampf, der europäische Hersteller unter immensen Druck setzen wird.

Warum diese Woche so entscheidend war

Die Woche zeigt vor allem, dass sich die großen Bruchlinien gerade gleichzeitig zuspitzen: Europas Abhängigkeiten bei Energie und Rohstoffen werden immer stärker zu einem echt Problem. Sind es eigentlich längst, wenn man es genau nimmt. Gleichzeitig verschiebt sich wirtschaftliche Macht sichtbar Richtung China, während Deutschland bei Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit immer mehr leidet. Und über allem steht die Frage, wie belastbar westliche Staaten noch sind, wenn all diese Konflikte gleichzeitig zunehmen.

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