Technologie

Hacker erpressen Berlin: 5,79 Terabyte Daten gestohlen

Berlins Verwaltung ist Ziel eines massiven Cyberangriffs geworden: Hacker wollen 5,79 Terabyte gestohlener Daten versteigern. Das geforderte Lösegeld von 30 Bitcoin will die Stadt nicht zahlen – und muss nun mit der Veröffentlichung brisanter Informationen rechnen.
01.09.2026 10:46
Lesezeit: 1 min
Hacker erpressen Berlin: 5,79 Terabyte Daten gestohlen
Die Hackergruppe Rhysida behauptet, mehr als 1,4 Millionen Dateien aus der Berliner Landesverwaltung gestohlen zu haben. (Bild: ChatGPT)

Berlin verweigert Lösegeld: Hacker drohen mit Auktion

Die Erpressergruppe Rhysida hat sich zu dem jüngsten Cyberangriff auf das IT-Netzwerk der Berliner Landesverwaltung bekannt. Sie behauptet, 5,79 Terabyte Daten gestohlen zu haben. Sollten die Behörden das geforderte Lösegeld nicht zahlen, will die Gruppe die Daten versteigern. Unsere slowenischen Kollegen von finance.si haben die Details unter die Lupe genommen.

Das haben die Erpresser gestohlen

Der Startpreis für die Daten liegt bei 30 Bitcoin, umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Die Berliner Behörden haben die Angaben zur Menge und zum Inhalt der gestohlenen Daten bislang nicht unabhängig bestätigt.

Nach Angaben der Gruppe Rhysida umfasst die Sammlung mehr als 1,4 Millionen Dateien. Darunter sollen sich etwa 46.000 Verträge, 11.000 vertrauliche Dokumente, fast 6.000 Passwörter, 16.000 E-Mails und 148 IBAN-Nummern befinden. Unter den gestohlenen Unterlagen sollen außerdem Daten zu Disziplinarverfahren, Zugangsdaten von Führungskräften und Analysen zu Schwachstellen der Berliner Wasserversorgung sein. Die Echtheit der veröffentlichten Beispiele konnte bislang nicht bestätigt werden.

Berlin zahlt kein Lösegeld

"Das Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen", erklärten der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, und Senatorin Iris Spranger. Das Landeskriminalamt, die Berliner Staatsanwaltschaft und die Sicherheitsbehörden des Bundes ermitteln zu dem Angriff.

Nach bisherigen Erkenntnissen waren die Angreifer mindestens seit dem 7. August im Netzwerk. Die Behörden entdeckten den Vorfall eine Woche später. Aus Sicherheitsgründen trennten sie Teile der Stadtverwaltung vorübergehend vom Netzwerk. Zunächst erklärten die Behörden, dass keine sensiblen Daten entwendet worden seien. Später räumten sie jedoch ein, dass sich der Verlust personenbezogener und anderer nicht öffentlicher Informationen nicht ausschließen lasse. Die Wahlinfrastruktur für die Berliner Landtagswahl am 20. September sei nach Angaben der Behörden nicht betroffen.

Die Gruppe Rhysida ist mindestens seit 2023 aktiv und für Angriffe auf öffentliche Einrichtungen bekannt. Zu ihren prominentesten Opfern gehörte die British Library, die die Gruppe im Oktober 2023 angriff.

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Dare Hriberšek

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Dare Hriberšek ist Autor bei Finance.si (dem slowenischen Partnerunternehmen des Bonnier-Verlags, zu dem auch die DWN gehören) und schreibt vor allem über Cybersecurity, digitale Risiken und IT-Sicherheit. Seine Beiträge behandeln unter anderem Hackerangriffe, Online-Betrug, Kryptografie, Sicherheitsvorfälle und den Umgang von Unternehmen mit digitalen Bedrohungen.

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