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EU-Regel zwingt Ritter Sport zum Überkleben

Wegen neuer EU-Vorgaben muss Ritter Sport alte Verpackungen mit Stickern überkleben. Was sich für Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt auf den Tafeln ändert.
01.09.2026 17:34
Lesezeit: 1 min
EU-Regel zwingt Ritter Sport zum Überkleben
Eine EU-Richtlinie zwingt Ritter Sport zum Überkleben alter Verpackungen. (Bild: dpa) Foto: Bernd Wei?brod

Darum muss Ritter Sport Verpackungen überkleben

Der Schokoladenhersteller Ritter Sport überklebt seit mehreren Monaten bestehende Schokoladentafeln mit einem Sticker, um die Anforderungen einer EU-Richtlinie zu erfüllen. Unter dem Aufkleber verschwindet ein Claim, mit dem Ritter Sport jahrelang geworben hatte: "100 % zertifiziert nachhaltiger Kakaobezug", wie eine Sprecherin des Familienunternehmens in Waldenbuch (Kreis Böblingen) mitteilte.

Grund für das Überkleben ist die sogenannte EmpCo-Richtlinie der EU (Empowering Consumers for the Green Transition). Diese tritt den Angaben zufolge Ende September in Kraft und soll "Greenwashing" unterbinden. Vage Begriffe wie "umweltfreundlich" oder eben "nachhaltig" sind künftig nur noch erlaubt, wenn sie auf der Verpackung detailliert belegt werden. Zunächst hatten mehrere Medien über das Thema berichtet.

Unternehmen leidet unter Wirtschaftsflaute

Die Sprecherin konnte keine Angaben dazu machen, wie viele Packungen überklebt werden müssen. "Der Packungsrelaunch mit der neuen Folie ist in vollem Gange, lässt sich aber nicht innerhalb von ein paar Monaten umsetzen." Die neuen Primärfolien werden demnach künftig auf der Frontseite die Auslobung "ohne Zusatz von Aromen" und auf der Rückseite den Hinweis auf den nach wie vor 100 Prozent zertifizierten Kakaobezug mit entsprechenden Hinweisen tragen. "Wie mehrfach kommuniziert, war es uns wichtig, keine Folien zu vernichten."

Das Familienunternehmen erklärte zu der neuen EU-Regelung weiter, man befürworte grundsätzlich Maßnahmen, die der Transparenz dienten und bei den Verbrauchern Klarheit schafften – durch substantiierte und spezifische Aussagen mit Nachweisbarkeit. "Allerdings stellt die verbleibende Rechtsunsicherheit in der Umsetzung bzw. Auslegung in verschiedenen europäischen Ländern eine Herausforderung dar."

Ritter Sport hatte Ende April mitgeteilt, dass nach einem Verlust im vergangenen Jahr etwas mehr als jede zehnte Stelle wegfallen soll. Das sei der erste Stellenabbau in der mehr als 110-jährigen Unternehmensgeschichte. Als Gründe nannte der Sprecher stark gestiegene Rohstoffpreise, vor allem bei Kakao. Aber auch die Preise für Energie und Verpackungen hätten das Geschäft zuletzt belastet. Zudem sei eine deutliche Kaufzurückhaltung zu spüren.

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