Toyota Corolla Cross im Test: Sparsam, bequem, teuer
Im Jahr 1966 geschah viel Interessantes. The Beatles begeisterten mit dem Album Revolver, England gewann seinen einzigen Fußball-Weltmeistertitel, die Welt verfolgte den Wettlauf ins All zwischen den USA und der Sowjetunion. Fernab der großen Aufmerksamkeit und ohne übertriebenes Tamtam fuhr in Japan aber auch der Toyota Corolla erstmals auf die Straßen.
Das erwähne ich aus gutem Grund: In den folgenden 60 Jahren wurde er nämlich zum meistverkauften Auto aller Zeiten. Bis heute wurden mehr als 55 Millionen Exemplare an Kunden übergeben, verteilt auf zwölf Generationen.
Für Allradantrieb muss man extra zahlen
Der Corolla lebt natürlich bis heute weiter. Passend zu den Trends hat Toyota ihm ein weiteres Modell zur Seite gestellt, das ebenfalls seinen Namen trägt: den Corolla Cross. Übersetzt heißt das: eine SUV-Version, die gegen Aufpreis auch Allradantrieb bietet. Der Toyota, den ich getestet habe, hatte allerdings nur Zweiradantrieb.
Die japanische Marke, die als meistverkaufte der Welt gilt, setzte im vergangenen Jahr 10,8 Millionen Fahrzeuge ab und steht seit langem für Zuverlässigkeit und Verarbeitungsqualität. Außerdem wurde sie durch ihre Pionierrolle bei Hybridfahrzeugen bekannt. Der Prius war 1997 der erste in Serie produzierte Hybrid. Deshalb überrascht es nicht, dass auch die Cross-Version ein Hybrid ist.
Toyota bietet zwar zwei Varianten an, getestet habe ich aber die stärkere. Bei ihr erreicht die Systemleistung aus einem Zweiliter-Benzin-Vierzylinder und einem Elektromotor 197 PS. Da es sich um ein Auto mit betont familiärem Charakter handelt, ist das mehr als genug. Das zeigen auch die Höchstgeschwindigkeit von 180 Kilometern pro Stunde und der Sprint auf 100 km/h in 7,6 Sekunden. Das reicht locker, um auch ein Überholmanöver leicht und sicher zu absolvieren.
Die Kraft wird über ein stufenloses Automatikgetriebe übertragen, das von Jahr zu Jahr besser wird und immer weniger aufheult. Genau das war früher störend.
Fahrkomfort wird großgeschrieben
Wichtiger als die Frage, wie schnell man fährt, ist aber der Fahrkomfort. Und der wird hier großgeschrieben. Auch dank des bequemen Sitzes, der leider nicht elektrisch verstellbar ist.
Den Fahrer entlastet zudem der aktive Tempomat deutlich. Er beschleunigt selbst, bremst und hält den Sicherheitsabstand.
Für gute Laune am Steuer sorgt außerdem die GR-Sport-Ausstattung. Dazu gehören Navigation, ein Smart Key, zum Ent- und Verriegeln muss man den Türgriff berühren, kabelloses Laden des Telefons, beheizbare Vordersitze, ein beheizbares Lenkrad sowie Parksensoren. Zusammen mit der Kamera sorgen sie dafür, dass die Karosserie möglichst unberührt bleibt.
Zu allen Menüs gelangt man entweder über den farbigen Touchscreen mit 31,2 Zentimetern beziehungsweise 12,3 Zoll Durchmesser oder über die Tasten am Lenkrad. Für Kleinigkeiten gibt es zwei geschlossene Fächer und zahlreiche weitere Ablagen.
Auf der Rückbank gibt es keine Platzprobleme
Da im Corolla Cross häufig vier Personen sitzen werden, ist wichtig, wie geräumig er ist. Auch auf der Rückbank gibt es keine Probleme mit Knien und Kopf, jedenfalls für zwei erwachsene Passagiere.
Etwas größer dürfte allerdings der Kofferraum sein. Offiziell fasst er 414 Liter. Das reicht für vier Handgepäckkoffer und noch eine zusätzliche Tasche. Vor einer längeren Reise könnte das Familienoberhaupt aber vor der Frage stehen, wohin mit dem gesamten Gepäck.
4,46
Meter misst der Toyota Corolla Cross in der Länge
414
Liter beträgt das Kofferraumvolumen in der Grundkonfiguration
5,4
Liter betrug der durchschnittliche Benzinverbrauch
Lobenswert ist, dass die recht große Heckklappe elektrisch öffnet und schließt. Schade ist dagegen, dass der Ladeboden bei umgeklappter Rückbank nicht eben ist.
Der Verbrauch erinnert an frühere Diesel
Die Parksensoren und die Kamera habe ich nicht zufällig erwähnt. Das Auto misst nämlich 4,46 Meter in der Länge. Da kommt ihre Hilfe sehr gelegen. Ein durchschnittlich geübter Fahrer sollte aber auch beim Rangieren in engen Stadtstraßen nicht allzu große Probleme haben.
Den Grund, der für den Kauf eines Hybrids als Ersatz für einen Diesel spricht, habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben: den Verbrauch. Trotz meines schweren Gasfußes und eines Leergewichts von anderthalb Tonnen lag er im Schnitt bei 5,4 Litern. Mit dem 43-Liter-Tank reicht das für 800 Kilometer Reichweite mit einer Füllung.
Erwähnenswert ist außerdem, dass der Corolla Cross bei den Euro-NCAP-Crashtests für den Insassenschutz die maximale Bewertung von fünf Sternen erhielt. All dem entspricht auch der Preis, der bei 40.500 Euro liegt. Der Aufpreis für Allradantrieb beträgt gut 2.000 Euro.


