Finanzen

Mercedes-Benz-Aktie auf Rot: Mercedes-Benz kappt Prognose

Der Autobauer stutzt wegen einem schwachen China-Geschäft und hoher Kosten seine Gewinnpläne für das laufende Jahr. Die Prognose liegt überraschend nur noch auf Vorjahresniveau. Die Gewinnwarnung hat die Anleger massiv verschreckt. So begründet das Dax-Unternehmen die Senkung der Gewinnprognose.
27.10.2026 12:22
Lesezeit: 2 min
Mercedes-Benz-Aktie auf Rot: Mercedes-Benz kappt Prognose
Der Autobauer Mercedes-Benz leidet vor allem unter strukturellen Problemen in China, dem traditionell margenstärksten Markt für die Stuttgarter Luxusstrategie. (Foto: dpa)

Mercedes-Benz-Aktie auf Rot: Mercedes-Benz kappt Prognose

Nach der überraschenden Senkung der Gewinnprognose notiert das Papier im Xetra-Handel bei rund 39,73 Euro und verliert damit knapp 4 Prozent im Vergleich zum Vortageskurs. Zwischenzeitlich brach der Kurs am Vormittag sogar um über 5 Prozent ein und rutschte bis auf 39,08 Euro ab – damit bewegt sich die Aktie gefährlich nah an ihrem aktuellen 52-Wochen-Tief von 38,89 Euro. Die Gewinnwarnung wegen des schwachen China-Geschäfts und der hohen Kosten hat die Anleger massiv verschreckt.

China und hohe Kosten: Mercedes-Benz kappt Prognose

Der Autobauer Mercedes-Benz stutzt seine Gewinnpläne für das laufende Jahr. Neben einem zunehmend schwierigen Umfeld in China erwartet der Konzern auch höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für Material, wie das Dax-Unternehmen überraschend in Stuttgart mitteilte. Die Aktie verlor in einer ersten Reaktion rund vier Prozent.

So dürfte im Pkw-Geschäft die viel beachtete um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge 2026 nun nur noch 2 bis 3 Prozent erreichen statt den bisher angepeilten 3 bis 5 Prozent. Die Gewinnmarge bezeichnet den Gewinnanteil des Unternehmens am Umsatz. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Konzern dürfte demnach nur noch auf dem Niveau des Vorjahres liegen statt deutlich darüber. Eigentlich sollte es deutlich steigen, weil Mercedes im Vorjahr hohe Kosten für einen Stellenabbau hatte, die dieses Jahr wegfallen.

Auch beim freien Finanzmittelzufluss haben sich die Aussichten 2026 eingetrübt. Er ist den Anlegern bei Mercedes besonders wichtig, weil das Unternehmen übrigbleibende Mittel nach der regulären Dividendenzahlung regelmäßig in Aktienrückkäufe stecken will. Dieser Free Cashflow aus dem Industriegeschäft - also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet - wird nun wohl "deutlich" unter dem Vorjahreswert bleiben anstatt nur "leicht" darunter.

Operativer Gewinn steigt

Der Konzern machte auch vorzeitig Zahlen zum dritten Quartal öffentlich. So flossen Mercedes laut vorläufigen Zahlen aus dem Fahrzeuggeschäft lediglich 172 Millionen Euro an freien Finanzmitteln zu. Das ist weniger, als Finanzmarktexperten sich mit 422 Millionen Euro ausgerechnet hatten.

Vor Zinsen und Steuern erzielte Mercedes ein Ergebnis (Ebit) von 1,77 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor mit 750 Millionen Euro. Allerdings hatten die Schwaben da hohe Sonderbelastungen vor allem für einen Stellenabbau und für Rechtsstreitigkeiten verbucht.

Bereinigt um Sonderposten erreichte die operative Gewinnmarge im Pkw-Geschäft 2,5 Prozent und damit nahezu nur halb so viel wie ein Jahr zuvor mit 4,8 Prozent. Besser lief es weiter im Geschäft mit Lieferwagen (Vans) - dort blieben von 100 Euro Umsatz im Tagesgeschäft rund 9,40 Euro operativer Gewinn hängen. Der Konzern will detaillierte Zahlen - unter anderem zum Nettogewinn - am morgigen Mittwoch vorlegen.

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