Technologie

Dacia Duster im Test: Wenn die Reichweite an der Grenze zur Unwahrscheinlichkeit liegt

1.410 Kilometer Reichweite, Allradantrieb und drei Antriebstechnologien in einem Auto: Der Dacia Duster Hybrid 4x4 verspricht erstaunlich viel für sein Geld. Doch kann der SUV auch bei Komfort, Ausstattung und Verarbeitung überzeugen? Ein Fahrbericht.
04.11.2026 16:00
Lesezeit: 11 min
Dacia Duster im Test: Wenn die Reichweite an der Grenze zur Unwahrscheinlichkeit liegt
Der Dacia Duster tribrid 150 4x4 kombiniert Hybridtechnik, Autogas und Allradantrieb. (Bild: Matej Štakul)

Dacia Duster Hybrid 4x4: Drei Antriebstechnologien für unter 30.000 Euro

Ein SUV, der Hybridtechnik mit Autogas und Allradantrieb kombiniert, ist für rund 29.000 Euro zu haben. Dafür gibt es den Dacia Duster mit der höchsten Ausstattungslinie Extreme. Ein Angebot, das aufhorchen lässt, berichten unsere Kollegen von Finance.si.

Vor Kurzem stand ein Fahrzeug auf dem Prüfstand, das in mehrfacher Hinsicht eine Besonderheit darstellt. Es vereint gleich drei Technologien: Hybridantrieb, die Möglichkeit, mit Autogas zu fahren, und Allradantrieb. All das bietet der Dacia Duster Hybrid 4x4, ein SUV der rumänischen Marke, das längst auch außerhalb seines Heimatmarktes viele Anhänger gefunden hat.

Seit 16 Jahren ist der Duster auf europäischen Straßen unterwegs. Mittlerweile rollt die dritte Generation zu den Kunden.

Diese Kombination kann allerdings nicht billig sein, dürfte mancher denken. Und tatsächlich: Mit der umfangreichen Ausstattungslinie Extreme liegt der Preis bei rund 29.000 Euro. Für ein Fahrzeug der traditionell preisgünstigen rumänischen Marke ist das zweifellos viel Geld. Doch der Duster liefert auf mehreren Gebieten überzeugende Argumente, die seinen Preis rechtfertigen.

Beginnen wir mit der Ausstattung. Sie bietet einiges, was Komfort und Sicherheit erhöht. Die Klimaanlage arbeitet automatisch, und anstelle eines klassischen Schlüssels gibt es eine intelligente Schlüsselkarte. Das Fahrzeug ver- und entriegelt sich damit selbstständig.

Hinzu kommt ein Navigationssystem, das die Insassen zuverlässig ans Ziel führt. Eine Kamera und Parksensoren erleichtern das Rangieren erheblich. Praktisch ist außerdem die Möglichkeit, das Smartphone kabellos aufzuladen.

Das Beste kommt allerdings zum Schluss: Erstmals ist der Duster auch mit einem adaptiven Tempomaten erhältlich. Das System beschleunigt und bremst selbstständig und hält den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug ein. Besonders auf längeren Strecken erweist sich diese Unterstützung als echter Komfortgewinn.

Dacia Duster im Innenraum: Viel Komfort, aber zu viel Kunststoff

Wer in diesem Auto Platz nimmt, ohne zu wissen, dass es sich um einen Dacia handelt, dürfte von der Ausstattung durchaus überrascht sein. Die Sitzposition ist angenehm hoch, und der Fahrersitz bietet guten Komfort. Allerdings wäre bei diesem Preis eine elektrische Sitzverstellung wünschenswert gewesen. Die gibt es jedoch nicht.

Ansonsten präsentiert sich das Cockpit ergonomisch durchdacht. Die verschiedenen Funktionen lassen sich entweder über den farbigen Touchscreen mit einer Diagonale von 25,6 Zentimetern beziehungsweise 10,1 Zoll oder über die Bedienelemente am Lenkrad steuern.

Für kleinere Gegenstände stehen zwei geschlossene Fächer und mehrere zusätzliche Ablagemöglichkeiten zur Verfügung. Auch im Alltag zeigt sich der Duster damit praktisch und funktional.

Einen deutlichen Kritikpunkt gibt es allerdings: Im Innenraum wurde zu viel Kunststoff verbaut. Die Oberflächen fühlen sich hart an und wirken stellenweise ausgesprochen billig. Das ist schade, denn ansonsten stimmt im Cockpit vieles.

Gerade weil der Duster bei Ausstattung und Bedienkomfort einen großen Schritt nach vorne gemacht hat, fällt die wenig hochwertige Materialanmutung besonders auf.

Dacia Duster Hybrid 4x4: Bis zu 1.410 Kilometer Reichweite mit Benzin und Autogas

Das eigentliche Highlight dieses Duster verbirgt sich jedoch unter der Karosserie: sein Antriebsstrang.

Die kombinierte Systemleistung von Verbrennungs- und Elektromotor beträgt 113 Kilowatt beziehungsweise 153 PS. Für durchschnittliche Autofahrer ist das vollkommen ausreichend. Selbst Überholmanöver lassen sich problemlos und vor allem sicher absolvieren.

Die Kraftübertragung übernimmt ein Sechsgang-Automatikgetriebe. Wer möchte, kann die Gangwechsel auch über Schaltwippen hinter dem Lenkrad selbst steuern.

Trotz eines Leergewichts von rund eineinhalb Tonnen liegt der Benzinverbrauch bei lediglich 6,3 Litern auf 100 Kilometer. Daraus ergibt sich eine Reichweite von rund 790 Kilometern.

Das eigentliche Ass im Ärmel ist jedoch der zusätzliche Betrieb mit Autogas, auch LPG genannt.

Zwar liegt der Verbrauch mit knapp acht Litern etwas höher, dafür ist Autogas deutlich günstiger als Benzin. In Deutschland kostet ein Liter LPG derzeit durchschnittlich rund 1,16 Euro. Zudem ist das Tankstellennetz gut ausgebaut: Rund 5.500 Stationen bieten bundesweit Autogas an.

Die kombinierte Reichweite mit Benzin und Autogas beträgt beeindruckende 1.410 Kilometer. Ein Wert, der beinahe unglaublich erscheint und gerade für Vielfahrer ein starkes Argument darstellt.

Doch der Duster ist nicht nur auf befestigten Straßen zu Hause. Wer möchte und sich etwas zutraut, kann mit dem SUV auch anspruchsvolleres Gelände erkunden.

Der Allradantrieb arbeitet zuverlässig und bietet selbst unter schwierigeren Bedingungen ausreichend Traktion. Zusätzlich steht ein Fahrmodus namens „Lock“ zur Verfügung. Zwar handelt es sich dabei nicht um eine mechanische Differenzialsperre, doch auf schwierigem Untergrund leistet das System wertvolle Unterstützung.

Die einzige Frage ist, ob man den ansehnlichen SUV tatsächlich durch tiefen Schlamm bewegen möchte. Schließlich wirken die Schmutzspuren auf der Karosserie beinahe wie Narben in einem Gesicht.

Mit einer Länge von 4,34 Metern bietet der Duster ausreichend Platz, damit auch zwei Erwachsene auf der Rückbank bequem sitzen können.

Die Rücksitze lassen sich umklappen, allerdings entsteht dabei keine vollständig ebene Ladefläche. Das Kofferraumvolumen fällt mit rund 400 Litern eher durchschnittlich aus. Unter dem Ladeboden befindet sich der Autogastank. Ohne ihn stünde deutlich mehr Stauraum zur Verfügung.

Ein weiterer Wunsch bleibt unerfüllt: Die recht schwere Heckklappe lässt sich nicht elektrisch öffnen oder schließen. Stattdessen ist etwas Muskelkraft gefragt.

Was bedeutet das für Autokäufer in Deutschland?

Auch auf dem deutschen Markt ist der Duster mit dieser Antriebskombination erhältlich. Laut der deutschen Dacia-Preisliste vom 16. April 2026 kostet der Hybrid-G 150 4x4 in der Ausstattungslinie Extreme 28.990 Euro, zuzüglich Überführungs- beziehungsweise Transportkosten. Er liegt damit sogar 500 Euro unter dem genannten slowenischen Listenpreis.

Für deutsche Käufer ist vor allem die Kombination aus Hybridtechnik, Autogas und Allradantrieb interessant. Sie ermöglicht es, zwischen Benzin und dem häufig günstigeren LPG zu wechseln und gleichzeitig die Vorteile des elektrischen Antriebs zu nutzen. Dacia nennt für den Duster mit zwei jeweils 50 Liter fassenden Tanks sogar eine maximale Gesamtreichweite von bis zu 1.500 Kilometern nach WLTP. Die tatsächlich erzielbare Distanz hängt unter anderem von Fahrweise, Temperatur und Beladung ab.

Die Kombination aus Vielseitigkeit, moderatem Verbrauch, ordentlicher Ausstattung und enormer Reichweite überzeugt. Die einfachen Materialien im Innenraum und einige kleinere Komfortmängel ändern daran wenig. Am Ende gibt es deshalb für den Dacia Duster nur eines: einen klaren Daumen nach oben.

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